Plätzchen, Kekse, Macarons Rezepte

Homemade Elisenlebkuchen. Glutenfrei und nicht so süß.

14. Dezember 2014

Neulich war Drama-Tag. Das Wetter: Drama. Die Frisur: Drama. Die Verkehrslage: Drama. Meine Laune war so tief im Keller, dass sie fast auf der anderen Seite der Weltkugel wieder rausgekommen wäre. Als dann auch noch „Last Christmas“ im Radio kam, hätt ich beinah ins Lenkrad gebissen. Seit mittlerweile 30 Jahren wird die Menschheit zu Weihnachten Last-Christmas-dauerbeschallt. Mal ehrlich, gibt´s keine anderen Weihnachtslieder? Wobei… in der Stimmung für selbige war ich am Drama-Tag eh nicht. Unnötig zu erwähnen, dass die Bluetooth-Funktion des Telefons rumspackte und mir damit meine von-null-auf-gute-Laune-in-28-Takten-Playlist verwehrt blieb.

Extensives Radiosenderzapping bescherte mir zwei weitere Male Last Christmas, die letzten 48 Takte der Mondscheinsonate in der Orchesterfassung, Phil Collins´ „In the Air tonight“, einen Seitenbacher-Funkspot und irgendwas, was nach Unheilig klang. Joa. Drama-Tag halt.

Die Rettung kam in Form eines 20 Jahre alten Knallersongs. Ready to go. Von Republica. Kennt ihr noch? Macht schneller gute Laune, als ich „Drama“ sagen kann. Ich also schön die Lautsprecher bis zum Anschlag aufgedreht. Und lauthals mitgegrölt. Wie früher. In meinem weißen Peugeot 205 mit den scheppernden Boxen. Dass ich doch keine 20 mehr bin, merkte ich erst beim Einparken. Vor lauter lauten Gitarrenriffs überhöre ich glatt das hysterische Piepsen der Einparkhilfe. Ups. Drama-Tag halt.

Ebenfalls ein Drama (<- welch eine überaus gelungene Überleitung) ist bei mir das mit dem Temperieren der Schokolade. Soll so ein Schokoladenüberzug wie der auf den Elisenlebkuchen schön glänzen, dann muss die Schokolade dafür nämlich zweimal erhitzt werden. Wie das mit dem Temperieren in der Theorie geht, könnt ihr hier lesen.

In der Praxis haben meine Lebkuchen schon nach ein paar Tagen wieder einen leichten Grauschleier bekommen. Wenn also jemand den ultimativen Temperier-Geheimtipp hat – immer her damit.

 

Alles andere als ein Drama ist dafür der Geschmack dieser Lebkuchen. Und das ist noch untertrieben. Sie sind köstlich. Am allerbesten schmecken sie, wenn sie nach dem Backen noch ein paar Tage durchziehen dürfen.

Wie schon Fee vor kurzem feststellte, geht´s bei Lebkuchen ja drunter und drüber. Sie kommen als Pfefferkuchen, Printen, Dominosteine, Lebkuchenherzen undundund daher. Aber nur ganz besondere Lebkuchen dürfen sich Elisenlebkuchen nennen. Der Legende nach sind sie nach der Tochter eines Nürnberger Lebkuchenbäckers benannt. Sie dürfen laut Verordnung höchstens 10% Mehl enthalten. Meine enthalten gar keins. Und sind damit auch für Menschen mit Zöliakie oder Glutensensitivität eine erlaubte Nascherei.

 

 

Rezept für Elisenlebkuchen



150g Zitronat
150g Orangeat
250g ganze Mandeln
150g ganze Haselnüsse
110g Rohrzucker, z. B. Muskovado 
4 Eier
15g Lebkuchengewürz, entweder gekauft oder selbst gemacht*


Oblaten zum Backen 


150g dunkle Lieblingsschokolade zum Bestreichen


Zitronat und Orangeat sehr fein hacken.


Mandeln und Haselnüsse grob reiben.


Eier und Zucker in der Küchenmaschine oder mit dem Handmixer etwa 5 Minuten lang schaumig schlagen. Zuerst die gemahlenen Nüsse, dann die restlichen Zutaten unter den Teig rühren. Der sollte schön zäh und klebrig sein. Die Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken und über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.


Am Backtag die Oblaten auf einem Backblech auslegen. Jetzt kleine Lebkuchenhäufchen auf die Oblaten setzen. Am besten geht das mit einem Eisportionierer. 


Die Finger mit Wasser befeuchten und die Lebkuchen damit etwas flach drücken. 


Bei 120° Umluft 20 bis 30 Minuten trocknen lassen.


Die Schokolade schmelzen und die abgekühlten Lebkuchen damit bepinseln.


* Fürs Lebkuchengewürz
7g Zimt
je zwei Gramm Nelken, Macis oder Muskatnuss, Kardamom und Piment

 

 

 

 

Danke an die Lieblingsschwester fürs Rezept – ich konnte es nicht lassen und hab´s wieder mal etwas abgewandelt.

Genießt den Tag!

Conny

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4 Kommentare

  • Antworten Bonjour Alsace 14. Dezember 2014 at 8:35

    Du hattest einen Drama-Tag – und ich schmunzel darüber. Herrlich geschrieben, liebe Conny. Danke für den schmunzelnden Start in den Tag und einen schönen Adventssonntag.
    Liebe Grüsse aus dem Elsass
    Sabine

  • Antworten seezwerg 14. Dezember 2014 at 11:57

    ………………..so ein Drama, ich kann deine Lebkuchen nicht nach backen, weil ich gegen Nüsse allergisch bin, das ist eine richtiges Drama, sie sehen schon so gut aus und ich würde gleich gerne in einen rein beißen.
    Liebe Seezwerggrüße

    • Antworten Anonym 25. Dezember 2014 at 22:29

      Nur Nüsse oder auch Mandeln? Wenn es nur die Haselnüsse sind, einfach durch mehr Mandeln ersetzen.
      Und Glutenallergiker sollten die Oblaten weglassen, aber das wissen die Betroffenen meistens.
      LG von der Lieblingsschwester 😉

  • Antworten die-luetten-und-meer 14. Dezember 2014 at 21:04

    Liebe Conny, und das passiert dir bei deinem Hightech-Gefährt? Aber wenn es schlief läuft, dann halt richtig – Drama-Tag halt! Aber sehr schön geschrieben und die Lebkuchen werde ich auf jeden Fall mal testen, hoffentlich noch in diesem Jahr! Sei lieb gegrüßt, Anna

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