Malediven Reisen

{Inselfinder} So findest du deine Trauminsel auf den Malediven

28. Oktober 2018

Über 100 erschlossene Resort-Inseln gibt es mittlerweile auf den Malediven, dazu eine immer größer werdende Anzahl an Gästehäusern auf Einheimischen-Inseln: Kein Wunder, dass es da gar nicht so einfach ist, aus dieser nahezu unendlichen Vielzahl an Möglichkeiten die passende Insel zu finden. Um dir die sprichwörtliche Qual der Wahl ein bisschen leichter zu machen, kommt hier mein klitzekleiner Guide, mit dem du deine ganz persönliche Trauminsel findest. Und zwar abseits der üblichen 08/15 Reisebüro-Empfehlungen von Menschen, die leider nur selten wirklich Ahnung von den Malediven haben.

1. Wie hoch ist dein Budget?

Die Malediven sind kein günstiges Reiseziel. Sodass am Anfang jeder Inselauswahl immer die Frage steht: Wie hoch ist mein Budget? Dabei halte ich es immer für sinnvoll, das Gesamtbudget für den Urlaub festzulegen. Also inklusive aller Nebenkosten auf der Insel, denn die können hoch sein.

Wenn das Budget nicht allzu üppig ist, ist ein Guesthouse auf einer Einheimischeninsel vielleicht eine gute Alternative zur Resort-Insel.

Der Grund für diese Trennung zwischen Hotel-Insel und Einheimischen-Insel ist übrigens historisch bedingt: Bis 2008 war es Touristen schlichtweg verboten, auf Einheimischen-Inseln zu übernachten. Seitdem hat sich viel geändert und so gibt es mittlerweile auf immer mehr Inseln Gästehäuser und kleinere Hotels. Beachten sollte man aber, dass es auf Einheimischen-Inseln keinen Alkohol gibt, die Malediven sind ja ein islamisches Land. Und dass Baden im Bikini nur am so genannten „Bikini-Beach“ erlaubt ist.

2. Welche Reisezeit?

Die Budgetfrage geht unweigerlich Hand in Hand mit der Frage nach der Reisezeit. Denn in der Regenzeit (so grob gesagt zwischen Mai und November) sind die Malediven deutlich günstiger als zur Hauptsaison, du sparst dabei gegenüber den Hauptsaison-Preisen im Januar gern mal ein Drittel bis knapp die Hälfte, wenn deine Maledivenreise auf die günstigste Saison im Mai legst.

Ob man das Regenrisiko zugunsten der günstigeren Preise in Kauf nimmt oder lieber eine Kategorie einfacher urlaubt und dafür in der (hoffentlich!) trockeneren Hauptsaison, das kann nur jeder für sich selbst beantworten, da scheiden sich die Geister und es gibt tausend Meinungen.

10 Fakten zum Wetter auf den Malediven und der ewigen Frage: „Malediven in der Regenzeit – ja oder nein?“ hab ich in diesem Post für dich zusammen gestellt.

Wenn du Budget und Reisezeit festgelegt hast, dann gibst du beides am besten beides in eine der üblichen Buchungsmaschinen ein und wirst feststellen: Die Inselauswahl hat sich schon mal deutlich reduziert, wenn man die Inseln ausschließt, die schlichterdings nicht ins Budget passen.

3. Was sind deine Prioritäten?

Weiter gehts: Was ist dir wichtig im Urlaub? Worauf liegen deine Prioritäten?

Möchtest du viel schnorcheln? Dann wählst du am besten eine Insel mit nahem Hausriff.

Möchtest du lieber ausgiebig im Wasser planschen? Zum Baden sind lang gestreckte Inseln mit einer großen Lagune oft besser geeignet als kreisrunde Inseln, bei denen sich das Hausriff fast bis an den Strand erstreckt.

Bist du Taucher? Eine gut ausgestattete Tauchbasis findest du auf jeder Hotel-Insel, jedoch nicht zwingend in den Guesthouses auf den Einheimischen-Inseln. Wer Lust hat, die legendärsten Divespots der Malediven zu betauchen, ist im nördlichen oder südlichen Ari Atoll allerbestens aufgehoben.

Wer Mantas im Sommerhalbjahr sehen will, der kann das im Nord-Male-Atoll und im Baa-Atoll tun. Letzteres hat dafür Haie nur in Ausnahmefällen zu bieten. Wer Mantas im Winterhalbjahr sehen will, der fährt dann ins Nord- oder Süd-Ari Atoll. Klassische „Taucher-Inseln“ mit Top-Tauchbasis (dafür leider ohne bilderbuchmäßigen Strand) und Nähe zu 1a Divespots sind z. B. Ellaidhoo und Vilamendhoo.

Bist du mit Schnorcheln-Sonnenbaden-Essen gut ausgelastet oder hast du Lust auf andere Aktivitäten? Größere Inseln wie z. B. Kuramathi (die auch dann perfekt sind, wenn du ein bisschen Angst vorm Inselkoller hast) haben meist auch ein größeres Angebot an anderen Aktivitäten vom Stand up Paddling bis zum Papaya Rub im Spa. Standard-Ausflüge wie Halbtages-Besuche einer Einheimischen-Insel oder Schorcheltrips zu umliegenden Riffen werden auf allen Hotel-Inseln angeboten.

Wer gerne gut isst, der entscheidet sich für eine Insel mit mehreren Restaurants. Übrigens: Die höchste Anzahl an Restaurants im Verhältnis zu den Gästen (und unfassbar gutes Essen) bietet Kandolhu.

Wer maximale Ruhe will, der entscheidet sich am besten für eine Insel, die keinen motorisierten Wassersport anbietet. Oder wählt eine Adults Only Insel.

Und dann gibt es da immer noch die Frage nach der berühmt-berüchtigten Barfuß-Insel. Ich liebe es ja, meine Schuhe bei der Ankunft in die Ecke zu stellen und erst bei der Abfahrt schweren Herzens wieder anzuziehen. Damit das barfuß laufen auch Spaß macht, sollte es möglichst keine gepflasterten Wege geben. Manche Inseln haben auch Sandboden in der Bar oder gar in den Restaurants. Wer sich allerdings für eine Wasservilla entscheidet, der packt besser auch ein paar Flip Flops ein. Denn die Holzstege, die zu den Wasserbungalows führen, werden in der Sonne glühend heiß.

4. Schnorcheln oder nicht? Oder auch: Hausriff oder nicht?

Wer viel schnorcheln will, sollte unbedingt auf eine Insel mit nahem Hausriff achten. Ob es eines gibt, lässt sich schon anhand der Inselform sagen.

Grob gesagt gibt es drei unterschiedliche Inselformen auf den Malediven:

Die kreisrunden Spiegelei-Inseln sind eigentlich immer von einem nahen Hausriff umgeben, das du schnorchelnderweise erreichen kannst. Perfekt für alle, die viel schnorcheln wollen. Spiegelei-Inseln sind z. B. Kandolhu, Ihuru oder W (Fesdu).

Halbmond-Inseln sind eine ideale Mischform und damit zum Schnorcheln und Baden gleichermaßen geeignet. Sie liegen meist am strömungsgeschützten Ende eines größeren Riffs und haben daher ein gut erreichbares Hausriff zum Schnorcheln auf der einen und eine geschützte Lagune zum Baden auf der anderen Seite. Halbmond-Inseln sind z. B. Baros, Constance Moofushi oder Coco Palm Bodu Hiti.

Die langgestreckten Handtuch-Inseln sind für alle, die vor allem Schnorcheln wollen, eine schlechte Wahl, ein Hausriff im eigentlichen Sinne gibt es hier nicht. Handtuch-Inseln haben dafür tolle, sanft abfallende Lagunen, oft lange Sandbänke und sind perfekt für Familien mit kleinen Kindern. Handtuch-Inseln ohne Hausriff sind z. B. Lux South Ari, Meeru Island Resort, Kanuhura oder Sun Island.

Auf manchen Inseln ohne direkt beschnorchelbares Hausriff gibt es ein paar Mal täglich einen Bootstransfer zum so genannten „Hausriff“. Das geht. Ist in meinen Augen aber umständlich und für Viel-Schnorchler daher so gar nicht zu empfehlen. Weil man dann erstens auf die Abfahrtszeiten des Boots angewiesen ist und nie spontan los kann. Und zweitens immer im Pulk schnorchelt.

5. Wasserflieger oder Bootstransfer?

Je nachdem, wie weit deine Urlaubsinsel vom internationalen Flughafen Velana auf Hulule entfernt ist, wird sie entweder mit dem Speedboat, dem Wasserflugzeug oder sogar einem Inlandsflug mit anschließendem Bootstransfer angesteuert. Grob gesagt werden die Inseln im nördlichen Male Atoll (bis auf einige Ausnahmen) per Speedboat erreicht.

Ein Transfer mit dem Wasserflugzeug zu Inseln in den entfernter gelegenen Atollen ist zwar nicht ganz günstig, aber auch ein sehr, sehr tolles Erlebnis.

Wenn dein internationaler Flug sehr spät (nach 16 Uhr) ankommt oder sehr früh (vor 8 Uhr) abgeht, dann bist du vielleicht auf einer Insel mit Bootstransfer besser aufgehoben. Denn die Wasserflieger dürfen nur bei Tageslicht fliegen. Und so kann es sein, dass du dann noch eine Nacht auf Male oder Hulule verbringen musst – was kein Highlight eines Maledivenurlaubs ist.

6. Welche Verpflegungsform?

Viele, sehr viele raten zu All Inclusive Verpflegung. Weil man sich da „um nichts Gedanken“ machen muss. Und weil die Nebenkosten auf den Inseln ja so hoch sind. Das ist natürlich eine Milchmädchenrechnung. Denn natürlich wird einem auch beim All Inclusive nichts geschenkt. Man zahlt eben nur vor Urlaubsantritt. Und nicht am Ende.

Ich rate dazu: Ganz genau hinzusehen. Und das AI Angebot mit den eigenen Konsumgewohnheiten abzugleichen. Denn oft ist im All Inclusive dann eben doch nicht alles enthalten. Und was hilft mir die AI Pina Colada, wenn ich Kokosmilch hasse und der AI Kaffee, wenn ich lieber Cappuccino trinke? Maledivisches All Inclusive ist nämlich nur selten so umfangreich, dass es sich aus meiner Sicht wirklich lohnt.

Inseln mit einem richtig guten All Inclusive Angebot sind zum Beispiel Kandolhu, Constance Moofushi oder Athuruga.

Auf Baros, einer unserer Lieblingsinseln, sind wir hingegen immer mit Übernachtung/Frühstück am besten gefahren. Weil wir uns eben nicht gern an All Inclusive Listen halten, sondern gern das bestellen, worauf wir gerade Lust haben.

Neben ÜF und AI ist Halbpension natürlich eine beliebte Verpflegungsform, manche Inseln bieten auch HP+ an, bei der die Getränke zum Essen dann bereits enthalten sind. Wenn der Hauswein allerdings so ungenießbar ist wie auf Vakarufalhi, dann braucht man das „+“ auch nicht wirklich. Gerade wenn es nur ein Restaurant gibt, ist Halbpension keine schlechte Wahl. Hat die Insel mehrere Restaurants, unbedingt drauf achten, ob die auch alle in der Halbpension enthalten sind.

Für welche Verpflegung du dich auch entscheidest – am Ende des Tages ist es nur wichtig, die Nebenkosten bei der Budgetplanung nicht zu vergessen.

7. Wasservilla oder Strandvilla?

Das ist – wie so vieles! – reine Geschmackssache.

Wer gerne mit den Zehen im Sand bohrt, der bucht am besten eine Strandvilla. Die sind meist nur ein paar Meter vom Meer entfernt. Zu jeder Strandvilla gehören Liegen am Strand, so dass man da auch nie früh morgens schon ein Handtuch drauf werfen muss.

Achte darauf, keine „Garden Villa“ zu buchen, das sind meist die Hütten in zweiter Reihe und ohne direkten Strandzugang.

Wer keinen Sand unter den Füßen mag, dafür (noch) mehr Privatsphäre und außerdem einen eigenen Zugang ins Meer, der bucht besser eine Wasservilla. Wasservillen sind auf fast allen Inseln teurer (Ausnahme: Milaidhoo) als Strandvillen. Achte unbedingt darauf, dass du einen direkten Wasserzugang von deiner Villa aus hast. Nichts ist nerviger, als erst die Hütte verlassen zu müssen, um ins Wasser zu kommen.

Good to know für Angsthasen: Wenn es richtig stürmt, kann es in Wasservillen noch ein gutes Stück ungemütlicher werden als in Strandvillen.

Mehr über Reisen auf die Malediven findest du bei mir im Blog:

Reisebericht Kandolhu über Wasser

Reisebericht Kandolhu unter Wasser 

Reisebericht Milaidhoo 

Reisebericht Baros

Malediven in der Regenzeit –ja oder nein?

Tauch Video über die Unterwasserwelt im Nord Ari und im Baa Atoll

Tauchen auf den Malediven: Meine Top 5 Tauchspots im Nord Ari Atoll

Hast du deine Malediven Trauminsel schon gefunden? Dann verrat mir in den Kommentaren, welche es ist.

Schöne Ferien im Paradies.

Conny

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