Rezepte Torten & Kuchen

Vom Spaß an der Unvernunft. Und: Ein vollends unvernünftiges Espresso-Törtchen mit Erdnussbutter, salzigem Karamell und Schoko-Fudge

26. August 2013

 

Ich würde mal behaupten, ich bin zu 80% ein wahnsinnig vernünftiger Mensch. Ich neige dazu, nachzudenken, bevor ich handle. Ziehe keine Seidenblüschen an, wenn ich Spaghetti Bolgnese esse. Parke nicht auf Behinderten-Parkplätzen. Springe nicht von Klippen ins Meer. Trinke nicht mehr Hendrick´s & Tonic, als ich vertrage. Gehe regelmäßig joggen und noch regelmäßiger zum Yoga. Esse abends keine Kohlenhydrate. Mache mich nicht in Karaokebars zum Affen. Und benehme mich überhaupt in der Regel so, wie es sich eben gehört. Das hat weniger mit allgemeiner Spießigkeit zu tun, find ich, als vielmehr mit Respekt gegenüber sich selbst und seinen Mitmenschen.

 

 

 

Und doch. Was wäre das Leben ohne eine gute Portion Unvernunft? Einfach mal über die Stränge schlagen, wenn einem danach ist. Einfach mal nicht das tun, was andere von einem erwarten. Nicht das, was sich gehört. Sondern das, was Spaß macht (<- gut, das eine muss das andere nicht zwangsläufig ausschließen.) Ich gestehe, ohne eine ordentliche Portion Unvernunft würde mir das Leben nicht schmecken. Und ich finde: Unvernünftig sein tut der Seele gut.

 

 

Meine Mutter fand es wahnsinnig unvernünftig von mir, mit 18 den Motorradführerschein zu machen und sich dann mit einer lilafarbenen Suzuki GS 500 E in den Berliner (<- da hab ich studiert) Verkehr zu stürzen. Unvernünftig ist, Kirschen zu futtern, bis man Bauchweh hat. Unvernünftig ist, ein Vermögen für Schuhe auszugeben (<- die mit der roten Sohle), in denen man noch nicht mal ohne Schmerzen sitzen kann. Unvernünftig ist, kurz vor dem Kundenmeeting in Anzug und Krawatte mit einem dreijährigen auf einem Klettergerüst herum zu turnen. Unvernünftig ist, mit Carving Ski in eine Halfpipe zu brettern (<- nein, wir jeden jetzt nicht darüber, was danach geschah). Unvernünftig ist, in wahnsinnig netter Gesellschaft die Nacht zum Tag zu machen, einen Gin Basil Smash nach dem anderen zu trinken und zu wissen, dass man am nächsten Tag zwei Präsentationen hat. Aber. Es wäre am aller unvernünftigsten, immer nur vernünftig zu sein.

 

 

Und in diesem Sinne hab ich heut den wohl unvernünftigsten Kuchen ever aus dem Ofen geholt. Der Teig: Abwechselnd Schokolade und Espresso sowie Kalhua und Espresso. Die Füllung: Karamell, Erdnussbutter und Sahne. Das Frosting: Schokoladen-Fudge. Dieser Kuchen ist quasi eine Homage an die Unvernunft. Für all die wunderbar unvernünftigen Menschen da draußen. Und für alle, die gerade einen kleinen Seelenschmeichler brauchen.

 

 

Homage an die Unvernunft

Oder: Schokoladen-Espresso-Torte mit Erdnussbutter-Creme, salzigem Karamell und Schoko-Fudge
Für den dunklen Teig
270g Mehl
250g Zucker
90g Kakaopulver
1/2 Teelöffel Natron
1/2 Teelöffel Backpulver
200ml Buttermilch
200ml Espresso
110ml Sonnenblumenöl
3 Eier
Das Mark einer Vanilleschote
Eine gute Prise Fleur de SelAlle trockenen Zutaten mischen, dann nach und nach die nassen Zutaten dazu geben und solange mit dem Handrührer oder der Küchenmaschine verrühren, bis ein homogener, relativ flüssiger Teig entstanden ist.Auf zwei 15-er Springformen verteilen und bei 175° Umluft eine halbe Stunde backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!

Für den hellen Teig

190g Mehl
175g Zucker
1/2 Teelöffel Natron
1/2 Teelöffel Backpulver
100ml Kalhua
30ml Buttermilch
140ml Espresso
75ml Sonnenblumenöl
2 Eier
Das Mark einer Vanilleschote
Eine gute Prise Fleur de Sel

Alle trockenen Zutaten mischen, dann nach und nach die nassen Zutaten dazu geben und solange mit dem Handrührer oder der Küchenmaschine verrühren, bis ein homogener, relativ flüssiger Teig entstanden ist.

In eine 15-er Springform geben und bei 175° Umluft eine halbe Stunde backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!

Für die Füllung
Ein halbes Glas crunchy Erdnussbutter
Ein Becher Sahne
Ein Päckchen Sahnesteif
Ein Schuss Milch
Die Erdnussbutter mit etwas Milch glatt rühren.
Die Sahne mit Sahnesteif aufschlagen, dann die Erdnussbutter-Milch-Mischung unterheben.Und außerdem: 
Vier Esslöffel Karamell-Creme (z. B. von Bonne Mamam), mit einem halben Teelöffel Fleur de Sel verfeinert
Vier Esslöffel Quittengelee
Für den Schoko-Fudge
50g Kakaopulver
90ml kochendes Wasser
220g Butter
30g Puderzucker
300g dunkle Schokolade, geschmolzen und abgekühlt
Eine gute Prise Fleur de Sel
Kakaopulver und Wasser verrühren.
Butter, Zucker und Salz mit der Küchenmaschine oder dem Mixer etwa 5 Minuten lang aufschlagen, bis die Masse hell und fluffig ist.
Die geschmolzene Schokolade dazu geben und gut vermischen. Zu guter Letzt die Kakaopulver-Wasser-Mischung dazu geben.So setzt ihr die Torte zusammenAlle Kuchenböden begradigen. Den hellen Boden halbieren.

Beginnt mit einem dunklen Boden. Darauf verteilt ihr die Hälfte der Karamellcreme. Streicht die Hälfte des Quittengelees auf die Karamellcreme.

Setzt den ersten hellen Boden darauf. Bestreicht ihn mit der Erdnussbutter-Sahne.

Jetzt wieder einen dunklen Boden darauf legen. Und mit der zweiten Hälfte Karamellcreme sowie der zweiten Hälfte Quittengelee bestreichen.

Den zweiten hellen Boden darauf setzen. Und die Torte ein Stündchen im Kühlschrank durchkühlen lassen. Wer es eilig hat, stellt sie für 20 Minuten in den Froster.

Dann geht´s mit dem Crumbcoat weiter: Spachtelt die Torte mit einer dünnen Schicht Fudge ein, so dass alle Krümel versiegelt werden. Nochmal durchkühlen lassen, entweder im Kühlschrank oder im Froster.

Dann geht´s ans Finish: Verteilt den restlichen Fudge auf der Torte. Ich nehme dazu eine Palette. Dann nur noch mit ein paar Fleur de Sel Kristallen bestreuen. Und schon mal einen Vertrag im Fitness-Studio abschließen. Denn diese Torte ist mächtig mächtig.

 

 

 

Genießt den Tag. Mit ganzem Herzen.

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15 Kommentare

  • Antworten Lisbeth`s 26. August 2013 at 7:12

    so ein schöner anschnitt!! lasst uns alle unvernünftig vernünftig sein und diese Torte backen!! 🙂
    hab eine schöne schokoladige Woche

    liebe Grüße

    karin

  • Antworten Ein Dekoherzal in den Bergen 26. August 2013 at 7:20

    MAHHHHH kumm her und las di abschlappern…. knutsch… du hosch a sooooo recht,,, wenn ma allerweil lei VERNÜNFTIG warn,,, wo dat der SPAß BLEIBN oder die ERFAHRUNG… de ERINNERUNG ,,, wo ma nit sooo vernünftig worn… mhhhh.. sooo schennn
    UND die KUCHA… is a TRAUM von UNVERNÜNTIGER Kalorien…. mei is doch WURSCHT… haun ma EINI… des GUATE kuchal… morgn SAN ma wieda VERNÜNFTIG… und essn a GMIAS… (GEMÜÜÜSEEEE)… Birgit AUS tirol

  • Antworten Ariana Röthlisberger 26. August 2013 at 8:08

    Oh ja – je öfter man vernünftig ist, umso mehr Spass macht es auch, ab und zu wieder richtig herrlich unvernünftig zu sein. Und wer könnte bei diesem Kuchen schon widerstehen?

    Liebe Grüsse
    Ariana

  • Antworten feel wunderbar 26. August 2013 at 8:14

    Das hast du wirklich wunderschön geschrieben.
    Voll und ganz Recht hast du – ich habe mich in so vielem wiedererkannt – einfach herrlich!
    Und dein Törtchen sieht ja einfach klasse aus. Das hätte ich wirklich zu gerne probiert 🙂
    Wunderhübsche Fotos!
    Allerliebste Grüße
    Vivienne

  • Antworten Katja Scherle 26. August 2013 at 8:17

    Ich will, dass mir jemand für morgen so einen bäckt! 😀 Kannst du nicht einen per Post schicken?

    • Antworten Seelenschmeichelei 26. August 2013 at 8:27

      Gegenvorschlag: Setz dich in den Zug – bis 13:00 kann ich das Törtchen hier noch vor den hungrigen Mäulchen schützen. 😀

  • Antworten Venda 26. August 2013 at 9:57

    Das sieht so wahnsinnig verboten lecker aus! 🙂
    Und diese Kombination von Süßem und Salzigem sehe ich immer öfter – die muss ich wohl dringend auch mal ausprobieren.

    Ich wünsch dir eine wunderschöne Woche!

  • Antworten p-moments 26. August 2013 at 10:11

    Ich bin ein riesen Fan deiner Rezepte, Fotos und natürlich auch deiner Texte.
    Auch wenn ich eher der Typ Mensch bin der versucht sich korrekt zu verhalten, so finde ich sollte man ab un zu auch mal unvernünftig sein dürfen. Wie zum Beispiel in diesem Fall. OMG!!! Die Torte sieht einfach WOW aus… Auch wenn ich eher weniger auf Schoko Torten stehen, umso mehr aber auf Karamell und Erdnusbutter… Traumhaft tolle Fotos!

    LG,
    edina.

  • Antworten Liebling nicht jetzt 26. August 2013 at 13:32

    Wahnsinn!!! Was für ein Meisterwerk!

  • Antworten Sharon 26. August 2013 at 18:10

    Da nehm' ich ja schon von den Bildern zu! 😀 Aber die Bilder sind wirklich absolut wunderbar :)Und der Text ebenso, einfach sehr sehr schön 🙂
    Liebste Grüße, Sharon 🙂
    lieberliebe.blogspot.com

  • Antworten Karin 27. August 2013 at 11:02

    Wow, das nenn ich mal eine Meisterwerk der Versuchung.
    Ich würde ja zu gerne nachgeben, aber ich "muss" in 2 Wochen nochmal Strandurlaub machen. Da wäre das eher kontraproduktiv ;o)
    Das heißt aber nicht das ich jetzt nicht eine Runde lang deine Bilder ansabbere!

    Liebe Grüße, Karin

  • Antworten Tati Cupcake 27. August 2013 at 15:57

    Das sieht ja sooooooo gut aus! Ich liebe Erdnussbutter!

  • Antworten Inka Cee 27. August 2013 at 20:01

    Jetzt musste ich doch glatt mal schauen, welcher Blog hinter diesem Namen steckt. Und: Habe angefangen zu HEU-LEN! WAS für eine Torte, Kuchen oderwasauchimmer! Ich könnte schreien und wollte das Fenster gleich wieder zumachen, ich kann nämlich kein Mehl!! Und so viel Schoki und Erdnussbutter auch nicht! Das ist soo gemein, ich ertrinke im Selbstmitleid, und während ich da trinke und schluchzend runterscrolle sehe ich – ein lila Blumenkohlsüppchen! …
    Das Herz freut sich.
    Und ich bleibe dran. 😉
    Liebe Grüße /inka

    • Antworten Seelenschmeichelei 28. August 2013 at 8:58

      Ich gelobe Schokoladen-Erdnussbutter-Besserung.
      Und hoffe, dass du mich wieder besuchen kommst, liebe Inka.
      Hab einen schönen Tag
      Conny

  • Antworten nespresso bestellung 31. Januar 2014 at 16:09

    Super Kuchen. Aber besonders gefällt mir der Textabschnitt mit dem Unvernünftig sein.

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