Asiatisch Rezepte

{Pho-ntastic!} Pho Bo. The most amazing vietnamesische Nudelsuppe. Aus´m good ol´ deutschen Schnellkochtopf.

30. April 2015

Bei so viel Vietnam-Fotoguckerei hab ich glatt wieder Lust auf vietnamesisches Essen bekommen. Und deshalb gibt´s für euch hier heute den vietnamesischen Streetfood Klassiker schlechthin: Pho.

In der Version mit Hühnchen heißt sie Pho Ga, bereitet man sie mit Rindfleisch zu, dann ist es eine Pho Bo.

Rezepte für Pho Bo gibt es wahrscheinlich so viele wie Mopeds auf den Straßen Hanois. Ursprünglich stammt die Suppe wohl aus dem Norden – und hier wird die Brühe auch heute noch dezenter gewürzt. Im Süden ist kräftiger, süßer und schärfer. Hier wandern auch gern noch ein Schweineknochen mit in die Brühe sowie Hoisin- und Sriracha-Sauce in die Suppenschüssel.

Ich hab mir aus den zwoundvierzigtausend Rezepten, die man so in diesem Internetz findet ganz einfach mein eigenes Pho Bo Rezept gebastelt.

Das Aufwändigste daran ist normalerweise die Herstellung der Brühe. Denn gut Brühe will Weile haben. Im normalen Kochtopf braucht die schlappe 3 Stunden, bis sie fertig ist. Viel schneller geht das – wer hätte das gedacht – im guten, alten Schnellkochtopf.

In meinem Fall: Im Fissler Vitafit. Ja. Schnellkochtopf. Das zischende Ungetüm mit ehemals latenter Explosionsgefahr, das lange Zeit aus hippen Foodbloggerküchen (<- in Mamas Küche kommt der Schnellkochtopf dagegen mindestens einmal pro Woche zum Einsatz) verschwunden schien. Warum eigentlich?

Durch das Garen unter Druck verkürzt sich die Garzeit um bis zu 70%. Besonders praktisch bei Gerichten, die sonst ellenlang dauern. Rouladen zum Beispiel (<- okay, irrelevant für mich. Ich habe original noch nie Rouladen zubereitet – und habe es auch nicht vor.). Höchst relevant wird´s aber bei Getreide, Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Suppen und Brühen. Erwähnte ich eigentlich, dass Bone Broths the latest hot shit aus NYC sind? Also foodtrendwise ist der Schnellkochtopf schon mal höchst relevant.

Linsensuppe in gerade mal 10 Minuten? Kartoffeln in 5? Joa. Passt. Außerdem überleben Vitamine und Mineralstoffe das Druckgaren besser als das im konventionellen Kochtopp. Ich bilde mir auch ein, dass sich der Eigengeschmack von Fleisch und Gemüse im Schnellkochtopf besser entfalten kann. Die Brühe schmeckt aus dem Vitafit auf jeden Fall viel intensiver als meine konventionell gekochte.

Und trotzdem gab´s einen Grund, warum mein 10 Jahre alter Schnellkochtopf jahrelang im Keller verstaubte – und nur gelegentlich vorgeräumt wurde, weil sich darin die Osterdeko versteckte. Nein, ich hatte keine Angst davor, dass mir der Dampftopf explodiert – es war viel unspektakulärer: Ich hab das Drecksding den guten Topf einfach nicht zubekommen. Ganz ehrlich: Der Deckelverschluss war eine Katastrophe. Umso überraschter war ich, wie einfach und unkompliziert mein neuer Fissler Vitavit im Handling ist. Sogar für Schnellkochtopfverschlussdeppen wie mich. Und deshalb wird er jetzt auch nicht mehr im Keller als Osterdekoversteck dienen, sondern darf in der Küche wohnen. Und bestimmt noch die ein oder andere Suppe – Verzeihung – Broth! ratzfatz auf den Tisch bringen.

Pho Bo (für vier bis sechs Personen)

Für die Brühe

750g Rinderknochen, bevorzugt Markknochen
750g Suppenfleisch, z. B. Brustkern oder Querrippe
2 Zwiebeln
6cm Ingwer
5 Sternanis
6 Nelken
2 Zimtstangen
1 Esslöffel Pfefferkörner
1 Teelöffel Koriandersamen
2 Kapseln schwarzer Kardamom
1 Esslöffel Salz
4 Esslöffel Fischsauce, bevorzugt vietnamesische Nuoc Mam
1 Esslöffel Zucker, bevorzugt Palmzucker oder brauner Zucker
2,5 bis 3 Liter Wasser – je nach Fassungsvermögen des Topfes

Rinderknochen und Suppenfleisch waschen.

 Die Zwiebeln halbieren (nicht schälen!). Den Ingwer in Scheiben schneiden.
Den Schnellkochtopf auf großer Flamme erhitzen und Zwiebeln und Ingwer darin ohne Fett anrösten, bis sie Farbe nehmen. Dann alle Gewürze dazu geben und mitrösten, bis sie duften.

Rinderknochen, Suppenfleisch, Fischsauce, Salz und Zucker in den Topf geben und alles mit Wasser bedecken. Den Deckel des Schnellkochtopfs aufsetzen, verschließen und bei großer Hitze (bei mir: Stufe 9 von 9) ankochen – bei meinem Topf gilt für Suppen: Garstufe 2. Wenn die Luft entwichen und der Deckel automatisch versiegelt ist, die Hitze zurück schalten (bei mir: auf Stufe 2 von 9) und die Brühe 45 Minuten lang kochen lassen. Ich lasse die Suppe anschließend im Topf erkalten, bis der Druck entwichen ist und sich der Deckel damit wieder öffnen lässt. Alternativ kannst du den Topf auch über die Kochkrone abdampfen und so öffnen.

Wer genug Zeit hat, stellt die Brühe über Nacht in den Kühlschrank und kann so am nächsten Tag ganz leicht das erstarrte Fett entfernen – das ist aber kein „Muss“.

Das Ganze funktioniert natürlich auch in einem normalen Kochtopf, dann lässt du die Brühe einfach gute 3 Stunden bei sanfter Hitze simmern, bis die Suppe aromatisch und das Fleisch weich ist.

Zum Fertigstellen der Pho Bo

250g Rumpsteak
200g flache Reisnudeln
150g Mungobohnensprossen
4 Frühlingszwiebeln
1 Bund Minze
1 Bund Koriander
2-3 rote Chilischoten, in dünne Ringe geschnitten
4 Limetten
Fischsauce, bevorzugt vietnamesische Nuoc Mam
Zucker und Salz
optional: Sägezahn-Koriander und Thai-Basilikum
optional: Hoisin- und Chili-Sauce

Die Brühe durch ein Sieb gießen, wieder erhitzen und mit dem Saft von 2 Limetten, Fischsauce und Zucker sehr würzig abschmecken – sie wird durch die restlichen Zutaten später wieder etwas weicher im Geschmack.

Das Suppenfleisch in dünne Scheiben schneiden. Ebenso das Rumpsteak – das geht übrigens besser, wenn du es für eine Viertelstunde ins Gefrierfach legst.

Die Reisnudeln nach Packungsanweisung zubereiten – meist werden sie einfach mit kochendem Wasser übergossen und sind dann auch schon gar.

Die restlichen Limetten achteln. Die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden. 

Sprossen, Kräuter, Chilischote und Limettenachtel auf einer Platte anrichten.

Pro Person eine Suppenschüssel vorbereiten: Erst kommt eine Handvoll Nudeln hinein. Darauf Sprossen und je ein paar Scheibchen rohes Rumpsteak und gekochtes Rindfleisch. Mit Frühlingszwiebeln bestreuen. Und mit der kochenden Brühne übergießen.

Heiß servieren und die Platte mit den restlichen Sprossen, Kräutern, Chilis und Limetten dazu reichen – davon verfeinert  jeder nach Geschmack seine Pho Bo.

Wer mag, träufelt sich zusätzlich noch etwas Hoisin- und Chilisauce in die Brühe. 

Tipp: Ich warte mit dem Zurückschalten der Hitze nicht, bis die Dampfkrone in den gelben Bereich kommt. Stattdessen drehe ich die Hitze sofort von 9 auf 2 zurück, sobald der Schnellkochtopf versiegelt hat – das hört ihr am Geräusch.

Unter dem Motto #Schnellkochtopfen sind übrigens auch Mel von GourmetGuerilla und Jens von Kochhelden.tv in Sachen Schnellkochtopf unterwegs. Habt ihr auch einen? Verratet ihr mir, was ihr damit so alles kocht?

Happy 1. Mai!
Conny

Werbung: Dieser Post ist in Kooperation mit Fissler entstanden. Konzept, Rezept, Fotos und Meinung sind wie immer von mir.

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4 Kommentare

  • Antworten Mel. 30. April 2015 at 11:19

    Yeeahh! Pho-Broth-Total-Alarm. Das sieht so lecker aus … ich glaube, morgen gibt´s mal wieder Brühe 😉

  • Antworten kochhelden .TV 30. April 2015 at 11:33

    carambaaaa…was für leckere Bilder. Die machen Lust zum Nachkochen. Danke für die Erwähnung 😉

  • Antworten Karin 30. April 2015 at 20:45

    Hallo Conny, das ist mal ein Gericht ganz nach meinem Geschmack! Wahrscheinlich werde ich hier bei uns nicht alle Zutaten so einfach bekommen, aber versuchen werde ich es auf jeden Fall. Übrigens hatte ich gerade eine echte Erleuchtung als ich den Schnellkopftoch von Fissler gesehen habe…seit Weihnachten habe ich einen Fisslergutschein in der Schublade liegen und weiß nicht was ich damit anstellen soll: Nun hab ich die Lösung – vielen Dank 😉 LG, Karin

  • Antworten gutesfuerleibundseele 1. Mai 2015 at 7:29

    Wunderschöne Fotos und tolles Rezept! Ich bekomm auch grad wieder Fernweh 🙁
    Liebe Grüße Renate

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