Reisen Vietnam

{Travelguide Vietnam} Auf einer Dschunke durch die Halong Bay

20. März 2015

Als ich am vierten Morgen in Hanoi verschlafen nach draußen gucke, fühle ich mich vollends wie zu Hause: 15° und Nieselregen. Wohoo. Dabei fahren wir doch heute in die Halong Bay. Seit 1994 ist die „Bucht der herabsteigenden Drachen“ UNSECO World Heritage Site. 

Eine Mini-Cruise durch die Bucht ist ein Must-Visit für so ziemlich jeden Vietnam-Reisenden. Will sagen: Trips zur Halong Bay sind eine durchweg bestens durchorganisierte Sache. Anbieter gibt es wie Sand am Meer und ehrlich gesagt: Unter den Hunderten Veranstaltern, Travel Agencies & Booten den Überblick zu behalten, ist ein ziemlich hoffnungsloses Unterfangen. 

Am Ende des Tages laufen alle Trips in die Halong Bay nach einem ähnlichen Muster ab: Du wirst früh morgens in deinem Hotel in Hanoi abgeholt, im Minibus (=die luxuriöse Variante) oder im Reisebus (= die Budget-Variante) etwa vier Stunden lang nach in die Halong Bay gefahren, stoppst dabei einmal an einem der überteuerten Souvenir-Läden, die die Straße säumen – und gehst dann gegen Mittag aufs Boot. 

Buchen kann man Tagesausflüge (<- nicht empfehlenswert, weil du schon mindestens 8 Stunden für Hin- und Rückweg einplanen kannst), 2-Tages-Ausflüge (<- haben wir gemacht, würd ich wieder so machen) und 3-Tages-Ausflüge (<- wär mir zu viel, ist aber eine gute Alternative für alle, die mehr von der Bucht sehen wollen).

Was uns bei der Auswahl unserer Dschunke wichtig war: Ein eher kleines Schiff, kein Party-Boot, ein einigermaßen gehobener Standard und eine Tour etwas abseits der anderen 200 Boote, die in der Bay unterwegs sind. Ernsthaft, wenn man den Hafen von Halong City verlässt, fühlt man sich wie zur Rushhour vorm Elbtunnel. 

Bei schönem Wetter ist es bestimmt ein Traum, an Deck zu sitzen und die pittoreske Landschaft an sich vorbei ziehen zu lassen. Bei 15° und Nieselregen ist das Vergnügen nicht ganz so groß. Aber pittoresk und im Nebel auch ein bisschen magisch ist die Landschaft trotzdem.

Wir haben uns für Aphrodite Cruises entschieden und der Einfachheit halber übers Hotel gebucht. Das Schiff war kein ausgesprochenes Highlight aber völlig okay und oberflächlich betrachtet auch durchaus sauber. Karaoke-Anlage und ausreichend Alkohol sind ebenfalls an Bord. 

Auf Tripadvisor wurde das Essen in allerhöchsten Tönen gelobt und auch der Tourguide an Bord pries den Schiffskoch als besten in der ganzen Halong Bay an. Well… wenn das so ist… dann möchte ich lieber nicht beim zweitbesten Schiffskoch zu Gast sein. Denn das Essen war allerhöchstens durchschnittlich – wenn auch immer sehr hübsch angerichtet. Der hübscheste Teller nützt aber nix, wenn sich die mit der Pipette malerisch neben der (zähen) Ente verteilten Tropfen als schnöder Ketchup entpuppen. Schauen wir also lieber wieder raus aus aus den großen Panoramafenstern. 

Fast zweitausend Kalksteinfelsen liegen in der Bucht verstreut. Manche kahl und grau, manche mit üppig grünem Dschungel bewachsen. Und viele beherbergen Tropfsteinhöhlen. Irgendeine dieser Höhlen wird von jeder Cruise angefahren, wir besuchten Me Cung Grotto, eine eher unspektakuläre, kleinere Höhle. Umso spektakulärer war dann der Blick vom Aussichtspunkt, der über der Höhle auf dem Felsen gelegen war.

Neben dem Höhlenbesuch steht bei den meisten Cruises noch ein Besuch eines Floating Villages auf dem Programm. Wir wurden in Bambusbooten, den so genannten Sampans an ein paar Hausbooten vorbei geschippert – alles in allem nichts, was wirklich in Erinnerung bleibt. Wäre es wärmer gewesen, hätten wir auch kajaken können. Aber wir erinnern uns… 15° und Nieselregen. 

Nachdem wir uns in Nord-Vietnam den Allerwertesten abgefroren haben (<- ich finde, dafür sieht mein Lachen noch einigermaßen echt aus), geht es nun weiter nach Zentralvietnam. Zu den Grabmälern und der Zitadelle der alten Kaiserstadt Hue, über den Wokenpass ins malerische Hoi An – und in die Wärme!

Habt es schön
Conny

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4 Kommentare

  • Antworten gutesfuerleibundseele 21. März 2015 at 13:17

    Hallo Conny!
    Habe deinen Bericht mit Schmunzeln gelesen. Das kam mir alles so bekannt vor 😀 !
    Leider ist die Halong Bay nur halb so romantisch, wie sie auf zahlreichen Werbe-Bildern dargestellt wird. Wettermäßig hatten wir offenbar mehr Glück 😉
    Hoi An hat uns total gut gefallen. So richtig gefroren haben wir in Sapa- Dezember ist halt nicht wirklich die richtige Reisezeit für den Norden.
    Liebe Grüße, Renate

    • Antworten Seelenschmeichelei 22. März 2015 at 9:03

      Hihi, ja, sooooo one-of-a-kind wie überall behauptet war´s nicht gerade. Was aber vielleicht auch daran liegt, dass ich die Phang Nga Bay in Thailand mindestens genau so schön fand. Auch liebe Grüße, Conny

  • Antworten Sabrina 23. März 2015 at 9:26

    Huhu Conny, schade, daß Du schon zu Hause bist. Wir sind jetzt zweimal mit Ethnic Travel gereist und waren jedes Mal begeistert. Wir waren damals in der "Nachbarbucht" Bai Tu Long. Sieht sehr ähnlich aus und war wirklich leer. Unser Bootskoch hat uns 5en eigentlich immer ein Lächeln aufs Gesicht zaubern können. Wir waren 3 Tage unterwegs, sind noch auf 2 Inseln gewesen, wo wir Rad gefahren sind etc.
    Ich bin gespannt, was Du über Hoi An und Hue schreibst 🙂

    • Antworten Seelenschmeichelei 25. März 2015 at 10:31

      Liebe Sabrina, das klingt toll – vielleicht gibt´s ja doch ein zweites Mal bei uns. 🙂
      Viele Grüße, Conny

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