Rezepte

Thailights: Fischküchlein, Pomelosalat, Grünes Curry mit Huhn

2. Februar 2013

Ich kann mich noch genau daran erinnern, was mich am meisten in seinen Bann gezogen hat, als ich vor vielen Jahren – mit Rucksack und Lonely Planet Reiseführer bestens ausgestattet – das erste Mal in Bangkok war. Es waren nicht die bunten Tempelanlagen, die knatternden Longtail-Boote, das Gewimmel auf den Straßen, der Fake-Glitzer auf den Nightmarkets oder die beindruckend hohen Wolkenkratzer. Nein. Am meisten beeindruckt und in ihren Bann gezogen haben mich Bangkoks Gerüche. Diese ganz und gar einzigartige Mischung aus verführerischen Garküchendüften, Knatterdiesel, Kräutern, Lotus, schwüler Hitze, Asphalt, Räucherstäbchen, Durian und einer Trilliarde anderer Duftnoten, die meine Nase Samba tanzen lassen.

Ein Art von Duft ist in Thailand immer und überall zu erschnuppern. Egal, ob um 7 Uhr morgens oder um 3 Uhr nachts. Der nach Essen. Thais lieben es zu essen. Nie allein, immer mit Freunden oder Familie. Sie würden nie auf die Idee kommen, hastig, nebenbei, womöglich noch im Gehen etwas in sich hinein zu schlingen wie Farangs, die westlichen Langnasen. Essen ist Sanuk. Und Sanuk ist das thailändische Wort für Lebensfreude. Sehr weise Menschen, diese Thais! 

Wahrscheinlich gibt es in Bangkok so viele Garküchen wie Einwohner. Ein Gaskocher, ein paar Plastikstühle und -tische – und eine Köchin, die aus vielen frischen Kräutern, Chili, Gemüse, Glasnudeln, Reis und vielleicht etwas Hühnchen oder Tofu köstliche Gerichte zaubert. Pad Thai zum Beispiel, Reisbandnudeln mit Ei, Tamarinde, Fischsauce, Knoblauch, Soja-Sprossen, getrockneten Garnelen und zerstoßenen Erdnüssen. Oder Yam Wun Sen, Glasnudelsalat mit Chili, gehacktem Hühnchen, roten Zwiebeln, Tomaten, Koriander, Minze und einem süß-sauren Dressing aus braunem Zucker, Limettensaft und Fischsauce. Oder Som Tam, ein höllisch scharfer Papaya-Salat aus grünen, unreifen Papayas, die mit Chilis, Knoblauch und getrockneten Garnelen zerstoßen werden, mit Fischsauce und Limettensaft gewürzt und mit zerstoßenen Erdnüssen und Koriander bestreut.

Mit haufenweise Koriander, Zitronengras, Galgant, Thai-Basilikum, Minze und Kaffir-Limettenblättern hol ich mir heute ein bisschen Garküchen-Atmosphäre in meine Küche.

Auf der Tageskarte stehen: 

Los geht´s mit dem Pomelosalat. Dafür braucht ihr:

Eine große Pomelo
100g Krabbenfleisch
Fünf Thai Schalotten
Zwei Frühlingszwiebeln
Zwei Knoblauchzehen
Ein Esslöffel gehackter Koriander
Zwei Esslöffel gehackte Minze
Eine Thai Chili
Zwei Esslöffel Erdnüsse
Ein Esslöffel getrocknete Garnelen 
Etwas Ingwer
Etwas Sesamöl
3 Esslöffel Limettensaft
2 Esslöffel Fischsauce
1,5 Eslöffel braunen Zucker
Zuerst nehmt ihr Euch die Pomelo vor. Schneidet oben und unten einen „Deckel“ ab und halbiert die Frucht. Dann brecht ihr die Hälften in Stücke und pult das Fruchtfleisch heraus. Das ist mitunter eine ganz schöne Fummelei – aber es lohnt sich. Word! Zerpflückt das Fruchtfleisch in feine Stückchen, so dass es am Ende etwa so aussieht:

Jetzt die Erdnüssen grob im Mörser zerstößen. Dabei kommt es nicht auf Genauigkeit an – es darf ruhig ein bunter Mix aus größeren und kleineren Stückchen sein.
Schneidet die Thai Schalotten und die Frühlingszwiebeln in dünne Ringe, hackt Knoblauch, Chili, Ingwer, Koriander und Minze. Jetzt etwas Sesamöl in einer Pfanne erhitzen und Schalotten, Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Krabben kurz andünsten. Abkühlen lassen.
Aus Limettensaft, Fischsauce und braunem Zucker rührt ihr das Dressing für den Pomelosalat an.
Zu guter Letzt gebt die Krabbeln-Zwiebelmischung, die Minze, den Koriander, die Chili und die getrockneten Krabben zur zerpflückten Pomelo. Das Dressing darüber geben und vorsichtig durchmischen. Mit den zerstoßenen Erdnüssen bestreuen. 
Eine halbe Stunde durchziehen lassen. Fertig!
Zum Anrichten hab ich um ein ganz normales Wasserglas ein Stück Bananenblatt gelegt und mit einer Sisalkordel einfach festgebunden. Für ein bisschen Thai-Feeling auf dem Tisch.
Wie man Fischküchlein richtig schön fluffig werden lässt, warum ein thailändischer Gurkensalat einem die Tränen in die Augen treiben kann und was alles in mein grünes Hühnchencurry hüpft, das lest ihr morgen.
Genießt den Abend!

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1 Kommentar

  • Antworten Anonym 2. Februar 2013 at 23:31

    Yummy, jetzt hab ich Hunger….

    Grüße von Tanja

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