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Pumpkin Spice Latte? Ha! Hier kommt ein Pumpkin Spice Gugelhupf mit Äpfeln und brauner Butter

31. Oktober 2014

Es war letztes Jahr bei allerschönstem T-Shirt-Wetter in North Carolina, als mir meine amerikanische Freundin Aimee mit den Worten „Awesome! Pumpkin Spice Latte is back!“ einen riesigen Pappbecher unter die Nase hielt. Ich vermutete das Schlimmste. Kürbis? Im Kaffee? Oh my! Die Vorstellung fand ich weniger „Awesome!“ als „Awful!“.

Wie genau ich auf die Idee kam, dass in Pumpkin Spice Pumpkin drin ist, weiß ich heute auch nicht mehr so genau. In Gyros Gewürz ist ja auch kein Gyros drin.

Pumpkin Spice ist natürlich nicht Gewürz aus Kürbis, sondern Gewürz für Kürbis. Genauer gesagt: Für den traditionellen Pumpkin Pie. Es besteht aus Zimt, Muskat oder Muskatblüte (mal findet man Muskat, mal Macis in den Rezepten), Nelken, Ingwer und Piment. Und verträgt sich nicht nur ganz famos mit Kaffee und Kürbis, sondern auch mit diesem Gugelhupf.

 

Dieser Gugelhupf ist keiner von der trockenen Sorte. Ich hab nämlich ordentlich geriebene Äpfel in ihm versteckt. Die machen ihn supersaftig. Und passt ziemlich perfekt zum Pumkin Spice.

Die andere geheime Zutat ist braune Butter. Ich halte Butter (Wichtig: gute! Butter. Von Kühen aus Weidehaltung.) ja ohnehin für ein großartiges Lebensmittel. (Frisch gebackenes Bauernbrot mit Butter und Fleur de Sel könnte der Grund sein, warum ich auf gar keinen Fall vegan leben möchte.) Braune Butter setzt dem Ganzen dann nochmal das Krönchen auf. Sie schmeckt nussig-aromatisch und ist einfach umwerfend für Gebackenes (z. B. diesen Heidesand). Ganz toll machen sich ein paar Tröpfchen braune Butter aber auch auf gedünstetem Gemüse. Und braten kann man mit ihr auch. Weil sie – im Gegensatz zu Butter – kein Wasser mehr enthält, das in der Pfanne rumspritzen kann.

Braune Butter bekommt man ganz einfach, indem man Butter bei milder Hitze zum Kochen bringt. Dabei steigt das Eiweiß der Butter erst nach oben. Und sinkt dann auf den Topfboden ab, wo es anfängt zu bräunen und der Butter diesen nussig-karamellig-aromatischen Geschmack verleiht.

 

 

Es spräche natürlich auch gar nichts dagegen, den Gugelhupf mit einem Pumpkin Spice Guss aus Milch, ein paar Tröpfchen brauner Butter, Puderzucker und einer ordentlichen Prise Pumpkin Spice zu bepinseln. Das ist vor allem dann eine gute Idee, wenn man den Kuchen länger aufheben möchte, weil er dann noch saftiger bleibt. Andererseits ist „Aufheben“ bei diesem Gugelhupf eigentlich so gar keine Option…

 

 

 

Rezept für einen Pumpkin Spice Gugelhupf

 

400g helles Dinkelmehl
250g brauner Zucker, z. B. Muskovado
200g Butter
4 Eier
200ml Buttermilch
2 Äpfel
2 gestrichene Teelöffel Backpulver
1 gestrichener Teelöffel Natron
1 Prise Salz


Pumpkin Spice, bestehend aus:
2 Teelöffel gemahlener Zimt
1/2 Teelöffel gemahlener Piment
1/2 Teelöffel gemahlener Ingwer
1 Teelöffel gemahlene Muskatblüte (Macis)
1/4 Teelöffel gemahlene Nelken


Puderzucker zum Bestäuben


Die Butter in einem Topf erhitzen und auf kleiner Hitze köcheln lassen, bis sie braun wird und aromatisch-nussig duftet. Das dauert seine Zeit. Kommt aber bloß nicht auf die Idee, dabei den Topf aus den Augen zu lassen. Denn zwischen duftender brauner Butter und verbranntem Elend liegen nur wenige Sekunden. Lasst die braune Butter abkühlen, bis sie wieder anfängt, fest zu werden.


Eine Gugelhupfform ausbuttern und mit etwas Mehl bepudern. 


Mehl, Pumpkin Spice, Salz, Backpulver und Natron in einer Schüssel mischen.

 

Die Äpfel schälen, vom Kerngehäuse befreien und fein raspeln.


Zucker und abgekühlte Butter mit dem Handmixer oder der Küchenmaschine aufschlagen. Dann die Eier nacheinander in die Schüssel geben. Jedes Ei sollte sich gut mit der Masse verbunden haben, bevor ihr das Nächste dazu gebt.


Gebt nun die Buttermilch, die Mehlmischung und die Apfelraspel zum Teig und vermengt alles.


Den Teig in die Form geben und ab damit in den Ofen. 170° Umluft, etwa eine Stunde. Die Stäbchenprobe verrät, ob der Kuchen fertig ist.


Auf ein Kuchengitter stürzen und abkühlen lassen. Mit Puderzucker bestäuben – und nix wie ran an die Kuchengabeln.

 

 

 

Dieses Jahr gibt´s bei uns übrigens keine Poshy Pumpkins. Ich wollte nämlich un*be*dingt diese niedlichen weißen Baby Boo Kürbisse haben. War ja irgendwie klar, dass ich über ein halbes Dutzend Gemüsestände latsche und nur einen einzigen Baby Boo auftreiben kann. Also wurde kurzerhand ein halbes Dutzend ordinärer orangefarbener Zierkürbisse eingesackt. Und (gemeinsam mit dem Balkonboden) einfach weiß angesprüht. Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt…. ihr wisst schon.

Genießt den Tag – ich stell dann gleich mal die Klingel ab und hoffe auf einen ruhigen Abend ohne Halloween-Gebimmel.

Conny

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6 Kommentare

  • Antworten HIMMELSSTÜCK 31. Oktober 2014 at 17:37

    Haha – lustige Story mit dem Gewürz! Ich habe im ersten Moment genau das Gleiche gedacht, wie du. Der Kuchen sieht super lecker aus, da läuft mir direkt das Wasser im Mund zusammen. Ich wünsche dir einen Bimmel-freien Abend und ein tolles Wochenende. Übrigens: Bei mir auf dem Block gibt es eine Woche lang ein tolles Give Away. Vielleicht magst du mitmachen? Liebe Grüße, Rahel

  • Antworten Andrea Pircher 31. Oktober 2014 at 21:18

    Mhhhh, sieht der kecker aus!
    Und deine bilder wieder ganz wunderbar!
    alles liebe
    andrea

  • Antworten Anonym 31. Oktober 2014 at 22:34

    Also, ich bereite meinen eigenen Pumpkin Spice Sirup tatsächlich auch mit ein wenig püriertem Kürbis zu. War ein Rezept, das ich letztes Jahr mal gefunden hatte. Von den Gewürzen ist es aber genau wie bei deiner Mischung für den Kuchen.
    Also werd ich den mal dringend austesten.

    Viele Grüße
    Christina

  • Antworten Tammy 2. November 2014 at 18:58

    Mhh, das klingt himmlisch. Übrigens liebe ich gute Butter genauso wie Du!!

  • Antworten Tonkabohne Sabine 3. November 2014 at 21:20

    Liebe Conny,
    Ein klasse Rezept : -)
    Bin schon sehr gespannt darauf.
    Herzliche Grüße,
    Sabine

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