Fisch & Fleisch Rezepte

{Moules Frites auf meine Art} Muscheln in Weißwein und Pommes aus dem Backofen

15. November 2015

Moules Frites | seelenschmeichelei.de

Liegt es an den Temperaturen, dass mir der Sinn gerade eher nach Seafood als nach Schmorgerichten steht? Ochsenbacken, Wildschweingulasch und Hirschkeule müssen sich noch etwas gedulden – heute gibt´s Miesmuscheln. Die sind in meinen Augen total unterschätzt und kommen viel zu selten auf den Tisch. Und außerdem bin ich ihnen seit Jahren etwas schuldig. Hüstel. Ich entschuldige mich hiermit aufrichtig bei der dänischen Miesmuschel-Population. 

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Vor vielen Jahren haben ich in der Ostsee, an den Ufern des idyllischen nicht weiter erwähnenswerten Örtchens Gammle Albø mein Advanced Open Water Brevet erworben. Um diesen Tauchschein zu bekommen, muss man unter anderem seine Fähigkeiten in Unterwasser-Navigation unter Beweis stellen und mit Kompass-Hilfe ein Quadrat navigieren. Also da wieder hochkommen, wo man abgetaucht ist. Joa. Für eine, die sich schon mal im Berliner Grunewald verlaufen hat, ist das eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Vor allem, weil die Sichtweite in der dänischen Ostsee damals bei schlappen 2 Metern lag. Schummeln unmöglich. Und das Ende vom Lied? Beim ersten Navigationsversuch vertauchte ich mich geringfügig und landete nicht am Steg – sondern in der einige Hundert Meter entfernt wachsenden Miesmuschelkolonie. Und es könnte durchaus sein, dass ich beim Versuch, wieder an Land zu gelangen, ein, zweihundert Miesmuscheln versehentlich zerquetschte. Was so ziemlich das allerschlimmste ist, was du als Taucher machen kannst. Lautet doch das oberste Gebot „Nix anfassen“ (das schließt dann auch „Nix töten“ mit ein). Also. Liebe dänische Miesmuschel-Population. Ich hoffe, ihr habt euch von mir erholt. Und ich verspreche euch, dass ich nie, nie wieder in der Ostsee besuchen komme. Doppelschwör. Das Wasser war mir nämlich zum Tauchen viel zu kalt.

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Miesmuscheln in Weißwein-Sahne (für Zwei)

1 – 1,5 kg Miesmuscheln

1/2 Liter Sauvignon Blanc

1 guter Schuss Noilly Prat

150ml Sahne

20g Butter

1 Stange Lauch

3 Zehen Knoblauch

1 Bund Petersilie

2 Teelöffel Pfeilwurzelmehl (oder ein anderes Bindemittel)

Meersalz und frisch gemahlener Pfeffer

Die Muscheln gründlich waschen. Falls nötig, Pocken und Bärte mit einem scharfen kleinen Messer entfernen. Offene Muscheln, die sich nicht schließen, wenn man sie mit Schwung auf ein Brett klopft, wegwerfen.

Den Knoblauch fein hacken, den Lauch waschen und in Ringe schneiden. Die Petersilienblätter fein hacken, die Stängel aber nicht wegwerfen.

In einem großen Topf die Butter zerlassen, Knoblauch, Lauch und Petersilienstängel darin weich dünsten. Mit Noilly Prat und Weißwein ablöschen, mit Salz und Pfeffer würzen und aufkochen. Die Muscheln in den Topf geben und mit geschlossenem Deckel etwa fünf Minuten kochen lassen.

Die Muscheln mit einem Schaumlöffel aus dem Sud nehmen. Die Sahne zum Sud geben und alles bei großer Hitze auf etwa die Hälfte einkochen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Das Peilwurzelmehl in etwas Weißwein oder Wasser anrühren und die Sauce damit binden. Die Muscheln zurück zur Sauce geben und nochmals kurz erwärmen. Vor dem Servieren die Petersilie unterrühren.

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Pommes aus dem Backofen

4 große, festkochende Kartoffeln, z. B. Linda

4 Esslöffel hochwertiges Pflanzenöl

Meersalz

Die Kartoffeln schälen, waschen und in Pommes-Form schneiden. In eine Schüssel mit Wasser geben und etwa eine Viertelstunde stehen lassen. Das entzieht den Kartoffeln einen Teil der Stärke.

Den Ofen auf 180° Umluft vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen.

Die Kartoffeln gut trocken tupfen. Mit Öl und Meersalz in einen Gefrierbeutel geben, verschließen und gut schütteln, bis die Pommes gleichmäßig von einem Ölfilm überzogen sind. Nebeneinander aufs Backblech geben und etwa 50 Minuten lang backen, bis sie goldbraun und knusprig sind.

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Ein paar Tipps zum Muschelkochen:

Traditionell isst man Muscheln nur in den Monaten mit „r“. Das hat mehrere Gründe: Erstens war man früher schlichterdings nicht in der Lage, die Frische der Muscheln im warmen Sommer zu garantieren. Zweitens könnten Muscheln in den Sommermonaten während der Algenblüte durch Algentoxine belastet sein. Diese Gifte reichern sich besonders gut in den Muscheln an, da sie das Meerwasser filtrieren. Gekaufte Muscheln werden natürlich auf Toxine kontrolliert. Nur vom Verzehr selbst gesammelter Muscheln solltest du im Sommer die Finger lassen. Drittens laichen die Muscheln im Sommer und schmecken daher wohl einfach nicht so gut wie im Winter.

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Eigentlich bekommt man Muscheln beim Fischhändler fast immer küchenfertig. Das bedeutet: sie sind entbartet, gewaschen und (hoffentlich!) sandfrei. Findest du unter den ungekochten Muscheln allerdings geöffnete Exemplare, solltest du unbedingt testen, ob sie wirklich noch lebendig sind. Dazu klopfst du die Schale auf ein Brett. Schließt sich die Muschel, ist sie frisch und kann bedenkenlos verwendet werdet. Bleibt sie offen, wirfst du sie vorsichtshalber besser weg.

 

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Wer mag Muscheln genauso gern wie ich?

Habt es schön

Conny

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8 Kommentare

  • Antworten Annie 15. November 2015 at 14:48

    Wow das sieht unglaublich lecker aus!! Auch wenn ich mich immer sträube Fritten im Backofen zu machen. Hat mein Mann sich gestern aber gewünscht 😀
    Grüße
    Annie
    todayis.de

    • Antworten Conny 16. November 2015 at 10:44

      Ich mach ja vor allem deshalb Backofenfritten, weil ich keine Lust auf den Fettdunst und den Geruch von Fritierfett inner Bude hab. Schöne Grüße an den Mann – Backofenfritten rulez. 😀

  • Antworten Miriam 15. November 2015 at 20:26

    Ich stimm dir zu: Muscheln kommen viel zu selten auf den Tisch! Ich habe die ja erst letztes Jahr kennen- und liebengelernt, also muss ich dringend den Muschelkonsum erhöhen und die mal wieder selber machen. Liebe Grüße, Miriam

    • Antworten Conny 16. November 2015 at 10:45

      Ja, ne? Die vergisst man immer, die Muscheln. Wie machst du deine Muscheln am liebsten?

  • Antworten Tanja Foodistas 16. November 2015 at 11:25

    Liebe Conny,
    mir ist bei diesem Wetter und zu dieser Jahreszeit einfach auch oft nach einem Schmorgericht. DEINE Moule Frites sehen klasse aus und haben mich dazu verleitet auch endlich mal wieder Muscheln zu kochen.
    Viele liebe Grüße
    Tanja

  • Antworten Arthurs Tochter 19. November 2015 at 8:46

    Liebe Conny,
    danke, dass Du bei mir kommentiert hast, so habe ich Deinen wunderschönen Blog entdeckt! Diese Fotos! Ich bin ganz hin und weg!

    (Ich lasse das mal einfach unter den Muscheln stehen, weil’s der aktuellste Beitrag ist 😉 )

  • Antworten Jutta 20. Februar 2016 at 17:17

    Liebe Conny,
    Moules de Bouchot in Weißwein, Orangensaft und Ingwer, Kokosmilch und Currypaste, mit Zitronengras und Ingwer oder mit Sherry und rohem Schinken…….das sind alles meine Varianten. Miesmuscheln in Weißwein-Sahne wird als nächstes auf dem Tisch sein.
    Danke für das Rezept!

  • Antworten Moni 2. Dezember 2016 at 10:24

    Hallo Conny,
    witzige Geschichte! 😀 Die armen Muscheln. 😉 Dein Rezept klingt super, besonders mit den selbstgemachten „Frîtes“ dazu stelle ich mir das unheimlich lecker vor. Und ich freue mich sehr darüber, dass mal jemand im Rezept nicht nur „Weißwein“ schreibt, sondern eine spezielle Sorte vorschlägt – denn Weißweine können ja schließlich auch unterschiedlich schmecken. 😉 Ich orientiere mich, falls ich im Rezept keine Angabe dazu finde, übrigens an diesen Tipps: http://www.welcher-wein-zu.de/wein-zu-muscheln/ (auch zu Venus- und anderen Muscheln).

    LG Moni

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