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{Feines zum Advent} Mein allerliebster Lieblings-Stollen – fast so, wie ihn meine Oma gemacht hat.

30. November 2014

So ein Stollen ist ja quasi die Trödelliese unter den Backwaren. Er braucht wirklich ziemlich lange, bis er endlich fix und fertig zum Anschneiden ist. Und wie bei allen ordentlichen Trödelliesen macht es auch beim Stollen gar keinen Sinn, irgendetwas beschleunigen zu wollen. Das ergibt dann nämlich nur Murks. Es wird also höchste Zeit, mit der Stollenbackerei anzufangen, wenn er an Heilig Abend auf dem Plätzchenteller liegen soll. Und mal ganz im Ernst – was wäre Weihnachten ohne Christstollen?

 

Den Anfang nimmt der Stollen bereits am Tag vor dem Backtag. Da wandern Citronat, Orangeat und Rosinen nämlich ins Rum-Bad. Und dort bleiben sie auch erstmal. Am besten über Nacht. 

Am nächsten Tag darf der Teig dann inklusive „Teigerl“ (dem Vorteig) ganze vier Mal gehen, bevor er schließlich in den Ofen wandert. Ehrlich gesagt, diese vielen Ruhezeiten sind auch bitter nötig. Denn Rumfrüchte und viel gute Butter machen den Teig reichlich schwer.

 

Wenn sich dann beim Backen überall dieser köstliche Hefe-Butter-Zimt-Kardamom-Muskat-Duft verbreitet, möchte man am liebsten die Ofentür aufreißen und den Stollen noch warm vernaschen. Aber nix da. Jetzt möchte unser trödelliesiger Stollen erst mit ordentlich Butter eingepinselt und dann mit Kristallzucker bestreut werden.Und auch dann wandert er noch nicht auf unsere Hüften, sondern verschwindet erst mal unter einem Berg Alufolie. Fest darin eingeschlagen darf er jetzt an einem kühlen Ort durchziehen. Zwei Wochen wären ideal. Eine Woche muss es mindestens sein.

 

Ja, Stollen backen lehrt eben erstens Geduld und zweitens die hohe Kunst der Selbstbeherrschung. Extra für euch hab ich das gute Stück übrigens schon eine Nacht nach dem Backen angeschnitten. Der Anschnitt wird in zwei Wochen etwas kompakter sein, das Aroma noch intensiver.

 

Mein allerliebster Lieblingsstollen ist übrigens einer von der puristischen Sorte. Er kommt ganz ohne Mandeln, Marzipan oder Mohn aus. Dafür hab ich eine Viertelflasche Rum in ihm versenkt. Ups. Im Gegensatz zu Mama und Oma verwende ich auch für den Stollen wieder helles Dinkelmehl. Weizenmehl geht natürlich auch.

Rezept für meinen allerliebsten Stollen

500g Dinkelmehl plus etwas für die Arbeitsfläche
1 Würfel Hefe
1 Ei
125ml Milch plus 50ml lauwarme Milch
175g weiche Butter 
75g Zucker plus 1 Teelöffel
1/2 Teelöffel Zimt
1/2 Teelöffel Kardamom
1/4 Teelöffel Muskatnuss
1 große Prise Salz
50g Citronat
50g Orangeat
100g Rosinen
100ml Rum
 
Nach dem Backen:
25g Butter
25ml Rum
75g Zucker
Citronat, Orangeat und Rosinen vermischen und mit Rum übergießen. Mindestens 4 Stunden, am besten aber über Nacht durchziehen lassen.
 
Das Mehl in eine Rührschüssel geben und eine kleine Mulde in die Mitte drücken. Hefe und Zucker in der lauwarmen Milch auflösen und in die Mulde gießen. Mit einem Geschirrtuch abdecken und an einem warmen Ort (z. B. an der Heizung) eine halbe Stunde lang gehen lassen.
 
Jetzt alle anderen Zutaten (bis auf die Rosinen-Rum-Mischung) zum Vorteig geben und mit dem Knethaken des Handrührers oder der Küchenmaschine so lange verkneten, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist, der sich von der Küchenschüssel löst. Die Trockenfrüchte abseihen und zum Teig geben. Gut einarbeiten.
 
Wieder mit einem Geschirrtuch abdecken, eine Stunde gehen lassen.
 
Jetzt ist Handarbeit gefragt: Knetet den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche gut durch. Etwa fünf Minuten lang – was by the way ein ziemlich gutes Oberarm-Workout ist.
 
Wieder ab in die Schüssel, wieder mit einem Geschirrtuch abdecken, wieder eine Stunde gehen lassen.
 
Fast geschafft. Knetet den Teig nochmal kurz durch und formt dann einen etwa 30x40cm großes Rechteck. Klappt die Längsseite zu etwa zwei Dritteln um, so dass die typische Stollenform entsteht.
 
Ich backe meine Stollen im Stollenring. Der verhindert, dass der Stollen zu sehr in die Breite geht.
 
Legt ein Backblech mit Backpapier aus und platziert den Stollen vorsichtig darauf. Jetzt von außen vorsichtig den Stollenring darum schließen.
 
Bei 50° im Ofen nochmal 20 Minuten gehen lassen. Dann den Ofen auf 160° Umluft hochdrehen und den Stollen weitere 45 Minuten backen.
 
Den Stollen noch warm mit einer Mischung als flüssiger Butter und Rum bepinseln und dick mit Zucker bestreuen. Abkühlen lassen und dann in Alufolie einschlagen. Am besten noch einmal 1-2 Wochen an einem kühlen Ort ruhen lassen – erst dann entfaltet der Stollen sein ganzes Aroma.

 

 

 

Genießt den ersten Advent!
Conny

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8 Kommentare

  • Antworten Mit Liebe zum Detail 30. November 2014 at 9:24

    Hallo Conny,der Stollen sieht wirklich wunderbar aus.ich finde auch das so ein Backwerk immer besser wird mit der Zeit.
    Die Bilder sind wunderschön weihnachtlich.
    Ich wünsche dir einen schönen besinnlichen Advent.
    L.G.Edith.

  • Antworten Gabriele 30. November 2014 at 9:26

    Hmmm…..der sieht soooo lecker aus.
    Rezept ist abgespeichert.
    Vielen Dank und einen schönen 1.Advent wünscht…Gabriele

  • Antworten HIMMELSSTÜCK 30. November 2014 at 9:27

    OMG – mir läuft schon wieder das Wasser im Mund zusammen.Ich bewundere den Aufwand, deine Geduld und vor allem die zauberhafte Präsentation.
    Liebe Adventsgrüße, Rahel

  • Antworten Die-Augustins 30. November 2014 at 12:12

    Lecker Conny sieht das aus! Was nehme ich denn statt Rum damit das Kind nicht unterm Weihnachtsbaum lallt! Oder schmeckt das dann gar nicht und ich versteck den lieber…

    • Antworten Seelenschmeichelei 30. November 2014 at 12:24

      Öhm, doch, den schmeckt man in den Früchten schon. Du könntest die Früchte in Orangensaft oder Apfelsaft einlegen. Oder du nimmst statt Rosinen (oder zusätzlich) Cranberries und legst dann alles in Cranberrysaft ein. Nach dem Backen einfach mit Butter bestreichen und den Rum weglassen. Wird trotzdem saftig. 🙂

  • Antworten Juliane Haller 30. November 2014 at 17:15

    Oh ja… der sieht gut aus! Ich liebe Christstollen. Und den allerbesten hat (natürlich!) meine Omi gebacken. Ich versuche mich auch jedes Jahr dran und bekomme mittlerweile auch schon einen ganz guten Stollen hin, aber so ganz wie bei meiner Oma schmeckt es immer noch nicht. Dieses Jahr gibt´s einen neuen Versuch 🙂
    Liebe Grüße!

  • Antworten Tonkabohne Sabine 2. Dezember 2014 at 20:25

    Liebe Conny,
    Traumhaft schöne Bilder und ein sehr leckeres Stollenrezept 🙂
    Die Verpackung gefälltvmir sehr.
    Herzliche Grüße,
    Sabine

  • Antworten Anonym 3. Dezember 2014 at 11:38

    Uiii, nur vom Lesen und Bilder anschauen ist mir gerade das Wasser im Mund zusammen gelaufen und ich kann den Stollen gerade richtig riechen. Wie gerne würde ich jetzt eine dicke Scheibe verspeisen. Zu schade, dass der Stollen definitiv nichts ist, was man mal eben nachbacken und dann direkt auffuttern kann. Da muss ich mir wohl kurzfristig eine Alternative überlegen 😉
    Liebe Grüße, Eileen

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