Malediven Reisen

{Malediven in der Regenzeit} 10 Fakten über das Wetter

9. Juli 2017

Malediven in der Regenzeit | seelenschmeichelei.de

Kaum eine Frage scheint die Reisegemüter von potenziellen Malediven Reisenden so sehr zu erhitzen wie diese: Wie wird das Wetter in der Regenzeit?

In diesem Fall holt man entweder seine Glaskugel hervor. Oder eine Schüssel Popcorn. Damit kann man sich dann zurück lehnen und genüsslich den Streit beobachten, der sich mit schöner Regelmäßigkeit in den einschlägigen Online-Portalen und Foren entfaltet.

Von „Ich war schon 2x im Juli da und hatte immer tolles Wetter!“ über „ist doch egal, lieber Regen auf den Malediven als Sonne zu Hause“ bis zu „du bist doch einfach bloß zu arm/geizig/schlechtverdienend, um dir die Hauptsaison leisten zu können“ ist dann alles dabei.

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Um Licht ins Wetter-Dunkel zu bringen, kommen hier:

10 Fakten über das Wetter auf den Malediven

1. Das Wetter auf den Malediven wird vom Monsun bestimmt.

Zwischen – grob gesagt –  Dezember/Januar und April herrscht der niederschlagsarme Nord-Ost-Monsun, von Mai bis in den November hinein bringt der Süd-West-Monsun verstärkt Regen und Wind. Soweit die Theorie.

2. Sicher ist: Das Wetter ist nicht mehr sicher

Der Klimawandel ist auch auf den Malediven zu spüren, die Wetterextreme nehmen zu. Konnte man vor 20 Jahren noch relativ sicher annehmen, dass das Wetter im Trockenzeitmonat März gut wird, so erlebt man Schlechtwetterperioden mittlerweile auch in scheinbar „trockenen“ Monaten wie Dezember oder März.

3. Eine Wetterstatistik ist keine Wettervorhersage!

Eigentlich ja ein Binsenweisheit: Statistiken bilden immer nur einen Mittelwert der Vergangenheit ab. Zur individuellen Wettervorhersage sind sie deshalb natürlich nicht geeignet. So kann es im Dezember trotz der durchschnittlichen vier Regentage lt. Statistik deutlich länger stürmen und regnen. Und umgekehrt haben wir schon viele Wochen im Mai erlebt, in denen wir durchgängig schönes Wetter hatten (die Statistik sagt: 15 Regentage). Es kann aber eben auch komplett umgekehrt sein. Dreckswetter im Mai – und fabelhaftes Sonnenwetter im März. Dennoch hilft die Statistik, um die grundsätzliche Verteilung von Trocken- und Regenzeit einschätzen zu können.

4. Trockenzeit heißt nicht: Es ist immer trocken.

Trockenzeit heißt nur: Die Wahrscheinlichkeit auf trockenes, sonniges Wetter ist höher als in der Regenzeit.

5. Ein Regentag ist ein Tag, an dem Regen fällt.

Äh, ja, logisch, gell? Was ich damit sagen will: Um in der Statistik als „Regentag“ erfasst zu werden, muss es nicht den ganzen Tag durchregnen. Regentag bedeutet: Es hat einmal am Tag geregnet. Da können aber trotzdem 90% des Tages sonnig gewesen sein.

6. Regenzeit heißt nicht: Es regnet immer & überall.

Die Malediven erstrecken sich über 750km Länge und 120km Breite. Da ist es eigentlich nur logisch, dass nicht auf kompletter Länge dasselbe Wetter herrscht. Du kannst auf deiner Insel im Nord-Male-Atoll im strömenden Regen sitzen – und ein Atoll weiter scheint die Sonne. Oder schon eine Insel weiter.

7. Regenzeit heißt nicht: Es regnet nur nachts!

Gerne liest man, dass es in der Regenzeit nur kurze Schauer gäbe, die vor allem nachts fielen. Das ist – mit Verlaub gesagt – quatsch. Ja, es kann sein, dass es vor allem nachts regnet. Es kann sein, dass nach einem kurzen Schauer die Sonne schnell wieder rauskommt. Es kann aber auch sein, dass es ganze Tage durchregnet. So erlebt im Mai 2017. Das ist uns aber in 10 Malediven-Besuchen wirklich nur 2mal passiert. Einmal im Mai. Und einmal im November.

8. Regenzeit heißt aber auch: Nebensaison-Preise!

Man muss es so offen sagen: Eine Maledivenreise im Mai ist deutlich günstiger als eine im Januar. Für Kandolhu hätten wir im Januar deutlich über 50% mehr gezahlt als im Mai. Und ich persönlich seh´es so: Hätten wir nochmal zwei flotte Tausender für einen Urlaub in der Hauptsaison drauf gelegt und würden dann im Regen sitzen – dann würde ich mich mit Sicherheit sehr viel doller ärgern als über Regen zur Regenzeit.

9. Regenzeit für Taucher: Weniger Sicht & weniger Strömung

Wichtig für alle Taucher und Schnorchler: Die Sicht unter Wasser ist in der Regenzeit ein ganzes Stück schlechter als in der Trockenzeit. Traumhafte Sichtweiten und spiegelglatte See findest du eher im Januar als im Juni vor. Das Meer ist während des Süd-West-Monsuns deutlich welliger. Für Taucher mit sehr empfindlichen Mägen könnten Bootsausfahrten dann ungemütlich werden. Nice to know: In der Trockenzeit ist dafür die Strömung unter Wasser generell heftiger als in der Regenzeit. (<- dass die Strömung an einem Divespot auch noch von x anderen Faktoren abhängt, wie Tide, Mondphase, Lage des Tauchplatzes etc. ist klar, gell?)

10. Lieber Malediven im Regen als Sonne zu Hause?

Der erste Regentag oder gelegentliche Regenschauer auf einer winzigen Malediveninsel sind ziemlich gemütlich: Endlich kommt man mal zum lesen, muss nicht so schwitzen – und schnorcheln und baden im Regen können auch ziemlich lustig sein. Dauerregen nervt mich spätestens ab Tag 3. Das siebte Buch ist zu Ende gelesen, die Cocktailkarte rauf und runter getrunken, die Bikinis werden nicht mehr trocken, dafür nerven die Mücken. Schnorcheln im Regen ist auf Dauer auch nicht das Gelbe vom Ei – und Frostbeulen wie ich frieren dann auch schon mal. Trotz 27° Wassertemperatur.

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Dauerregen war in meinen 10 Maledivenbesuchen aber definitiv die Ausnahme. Und nicht die Regel. Deshalb fahren wir auch in Zukunft wieder im Mai. Nicht zuletzt deshalb, weil ich meinen Geburtstag am allerallerallerliebsten auf den Malediven feiere.

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Wann auch immer ihr auf die Malediven reist – genießt dieses unfassbar schöne Fleckchen Erde!

Conny

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2 Kommentare

  • Antworten FEL!X 9. Juli 2017 at 14:03

    Gut erläutert, danke Conny!
    Auch in Thailand machen sich klimatische Veränderungen bemerkbar: die Hochsaison im Süden des Landes von Oktober bis März ist längst keine regenfreie Zeit mehr – früher eben schon. Und: auch während des Südwest-Monsuns (ab Juni/Juli bis September) kann es schon mal ein paar Tage konstant durchregnen.
    Mit besten Grüssen aus Fernost,
    FEL!X

    • Antworten Seelenschmeichelei 12. Juli 2017 at 23:53

      Lieber Felix, vielen Dank! Ja, dass die Wetter-Regeln von früher nicht mehr gelten, das haben wir in Thailand auch schon schmerzlich feststellen müssen. Muss man halt mehr Singha trinken. 🙂
      Liebe Grüße in die Wärme
      Conny

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