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{Fast so schön wie ein Wanderwochenende in den Bergen} Lauwarmer Apfelstrudel mit Vanillesauce

14. Oktober 2013

Jetzt im Herbst, wenn das Laub erst rot-gelb-orange an den Bäumen leuchtet und dann unter den Füßen raschelt; wenn die Luft morgens neblig ist und nachmittags die Sonne nicht mehr ganz so hoch am Himmel steht; wenn die Schwüle des Sommers einer kühlen Klarheit gewichen ist und man sich am frühen Abend mit der Lieblingsdecke und einer Tasse Tee auf die Couch kuschelt, dann hab ich akute Sehnsucht nach den Bergen.

Wie gern würd ich jetzt morgens ein ordentliches Käsebrot essen, um dann gut gestärkt auf eine Alm zu wandern. Die Wiesen feucht vom Morgentau, die Luft klar und rein. Kühe, die die letzten Tage in Freiheit genießen, bevor es wieder almabwärts in die Ställe geht. Ich würde Pilze sammeln und das Laub knacken hören und Ziegen über die Steine springen sehen und eiskaltes Wasser aus einem Bach trinken und den ersten Schnee auf den Berggipfeln bewundern und mittags eine Jause in einer urigen Hütte machen. Mit frisch gemolkener Milch einem frisch gebackenen Apfelstrudel.

 

Weil die Berge für eine kleine Sonntagswanderung schlappe tausend Kilometer zu weit weg sind, hol ich mir wenigstens das Jausen-Gefühl ins heimische Flachland. Mit einem nach Zucker und Zimt duftendem und nach Herbstäpfeln und Rumrosinen schmeckenden Strudel. Keiner von diesen schnell-schnell-Strudeln mit Blätterteig. Sondern ein richtiger, mit selbst ausgezogenem Strudelteig.
Ganz schön aufwändig und gar nicht so einfach, denkst du jetzt? Denkste! Strudelteig ist ratzfatz gemacht. Ein klitzekleines bisschen Fingerfertigkeit braucht´s nur für das Ausziehen. Aber pssst… mein Strudelteig ist auch nicht an allen Stellen so dünn geworden, dass man eine Zeitung hindurch lesen konnte (und das war laut meiner Lieblingsoma immer die Grundvoraussetzung für einen gelungenen Strudel) – und geschmeckt hat er trotzdem ganz famos. Ich glaub, ich nehm mir noch ein Stückchen und träum noch ein bisschen von einem Tag in den Bergen. Und für Euch kommt hier das Rezept.

 

Apfelstrudel (für vier)

250g Mehl
1/8 Liter lauwarmes Wasser
1 Ei
20g zerlassene Butter
Ein Teelöffel Zucker
Eine Prise Salz
5 Äpfel, z. B. Boskop oder Elstar
1 Zitrone
3 Esslöffel Zucker
1 Teelöffel Zimt
Wer mag: Eine Handvoll Rosinen, in etwas Rum eingelegt
Zum Backen: Ein verquirltes Ei und ein viertel Liter Milch
Aus Mehl, Wasser, Ei, Butter, Zucker und Salz einen elastischen Teig kneten. Das dauert gute 10 Minuten. Dann den Teig eine Stunde ruhen lassen.
Währenddessen die Äpfel schälen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen und in Scheiben schneiden. Mit dem Saft der Zitrone beträufeln, damit sie nicht braun werden.
Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit dem Nudelholz ausrollen. Dann ist Handarbeit gefragt: Legt euch den Teig über die Handrücken und zieht ihn durch sanfte Bewegungen immer dünner aus. Meine Oma sagte immer: Strudelteig muss so dünn sein, dass man die Zeitung durch ihn hindurch lesen kann. Wenn der Teig an der ein oder anderen Stelle reißt – keine Panik, die Löcher kann man einfach mit feuchten Fingern wieder zudrücken.
Ist der Teig schön dünn, legt ihr ihn vor euch auf die bemehlte Arbeitsfläche, die breitere Seite sollte zu euch zeigen. Jetzt verteilt ihr die Äpfel auf zwei Dritteln des Strudelteigs. Wer mag, gibt nun die Rosinen drauf. Zu guter Letzt alles mit Zimt und Zucker bestreuen. Jetzt wird der Strudel vorsichtig aufgerollt und in eine Reine oder Auflaufform bugsiert. Mit Alufolie abdecken und für eine halbe Stunde bei 150° Umluft backen. Dann die Alufolie entfernen, die Milch angießen und den Strudel mit dem verquirlten Ei bestreichen. Eine weitere dreieviertel Stunde backen, bis der Strudel schön goldbraun ist.
Am allerbesten schmeckt der Strudel lauwarm, mit etwas Puderzucker bestäubt und in einem Bad aus Vanillesauce. Achja. Eine Kugel Vanille oder Walnuss-Eis würde sich auch ganz famos mit dem Strudel vertragen.

Mögt ihr die Berge? Verratet ihr mir eure Lieblingsorte dort?

Genießt den Tag!

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8 Kommentare

  • Antworten heimundherd 14. Oktober 2013 at 10:26

    Wunderbar geschrieben und der Apfelstrudel sieht köstlich aus! Ich fahre sehr gern an den Weissensee in Kärnten. Ich liebe die Kombination See und Berge :)!
    Herzliche Grüße,
    Nadine

  • Antworten Dania 14. Oktober 2013 at 11:27

    ich liebe apfelstrudel. leider bekommt man bei uns fast nirgendwo mehr säuerliche äpfel im handel. ans ausziehen des teiges hab ich mich selbst noch nie herangewagt, aber vielleicht sollte ich mich einfach einmal trauen…
    berge ohja, allerdings war schon almabtrieb und daher haben auch die meisten almhütten schon zu. für länger fahre ich gern nach salzburg und weil ich's gern familiär und beschaulich mag, nach werfenweng, das sowohl zum wandern im frühling, sommer und herbst als auch zu skifahren im winter herrlich ist. auch rauris mag ich sehr zum wandern. und natürlich den bregenzerwald, da komm ich ja ursprünglich her…
    lieben gruß und danke fürs strudelrezept
    dania

  • Antworten Schwarzwaldmaidli 14. Oktober 2013 at 17:26

    Oh, du weckst die Sehnsucht nach den Bergen in mir. Ich liebe die Berge und so einen leckeren Apfelstrudel natürlich auch. Danke für die tollen Bilder und das Rezept 🙂
    Liebe Grüße

  • Antworten CocoJana 15. Oktober 2013 at 15:39

    Mhmm.. sieht das lecker aus. Deine Bilder sind super schön 🙂

    Viele liebe Grüße
    Tanja

  • Antworten Anonym 16. Oktober 2013 at 10:04

    Dein Blog ist wirklich toll und ein absoluter Seelenschmeichler:)
    Kann man diesen Strudel auch in einem normalen Ofen backen? Ich habe nämlich keinen Umluft Ofen.
    Viele Grüße,
    Pinar

    • Antworten Seelenschmeichelei 16. Oktober 2013 at 10:39

      Klar, normaler Ofen mit Ober-/Unterhitze geht auch. Dann einfach die Temperatur einen Ticken höher stellen, 160° müssten reichen.
      Liebe Grüße
      Conny

  • Antworten Teresa 22. Oktober 2013 at 13:04

    Wow, sind das schöne Bilder!! Apfelstrudel macht einfach glücklich! Ich liebe zwei Orte in den Bergen: Lenzerheide in der Schweiz (Kindheitsurlaube) und Admont in der Steiermark (die Heimat meiner Großmutter, die übrigens einen hervorragenden Topfenstrudel macht!!).

    Süße Grüße,
    Teresa

    • Antworten Seelenschmeichelei 23. Oktober 2013 at 7:56

      Was würd ich jetzt für einen lauwarmen Topfenstrudel geben!
      In der Steiermark waren wir letztes Jahr – allerdings in Altaussee. Überhaupt find ich die Steiermark ein ganz wunderbares Fleckchen.

      Einen schönen Tag wünscht
      Conny

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