Rezepte Salate & Suppen Vegetarisch

{Wildkräutersalat mit gegrilltem Ricotta und Blaubeer-Dressing}. Und ein Plädoyer für den Genuss.

5. Juli 2015

Wildkraeutersalat-Ricotta-Blaubeerdressing
Ich hasse Menschen, die ständig sagen „Früher war alles besser“. Stattdessen sage ich heute mal „Früher war vieles einfacher.“

Wenn ich früher Samstag Abend Menschen zum Essen eingeladen habe, konnte ich ungestraft einen Topf Spaghetti Bolognese in die Tischmitte stellen – und alle waren happy. Damit jetzt keine Missverständnisse aufkommen: Die Bolo war selbst gekocht. Der Parmesan unter Einsatz des halben Zeigefingers auf der IKEA Vierkantreibe selbst gerieben. Und die Spaghetti waren aus italienischem Hartweizengries. Natürlich al dente.

Stellt man heute ungefragt einen Topf Spaghetti Bolognese auf den Tisch, könnte man auch gleich eine hübsche Landmine auf den Tisch stellen. Denn der Inhalt ist explosiv. Fleisch! Gluten! Kohlenhydrate! Fett! Histamin! Gottseidank ist im Hartkäse wenigstens keine Laktose drin.

Also frage ich lieber erstmal nach: Vegetarisch? Vegan? Paleo? Low Carb? Glutenunverträglichkeit? Histaminintoleranz? Clean Eating? Laktoseunverträglichkeit? Ketogene Ernährung? Glyx? Zuckerfrei?  

Wildkraeutersalat-Ricotta-Blaubeerdressing

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Essen ist zur Religion geworden, sagte neulich eine gute Freundin. Sie hat recht. Und ich gehe noch einen Schritt weiter (embracing the shitstorm to come): Ernährungsstile sind das ADHS der Erwachsenen. (Ich nehme mich da übrigens gar nicht aus, nur dass wir uns da nicht falsch verstehen)


Wildkraeutersalat-Ricotta-Blaubeerdressing
Übernahm früher noch good ole Zigarette die Ausweisfunktion in der Peergroup frei nach dem Motto „Zeig mir deine Marke und ich sag dir, wer du bist“ („Keine roten Gauloises? Näää, Marlboro rauch ich nich.“), so übernimmt das heute der individuelle Ernährungsstil. Er ist ein Weg, um sich abzusetzen von der Masse. Schau mich an, ich bin ja so besonders.
Wildkraeutersalat-Ricotta-Blaubeerdressing
Absurditäten inklusive. So hatte neulich ein Freund einen Freund mit Glutenunverträglichkeit zum Abendessen geladen. Der Gastgeber backte eigens glutenfreies Brot, es gab glutenfreie Pasta und zum Nachtisch ein schönes Sorbet. Soweit, so gut. Doch als der Gastgeber zum Espresso eine Schachtel Rafaello auf den Tisch stellte – wer griff da als erster zu? Richtig. Der Herr mit der Glutenunverträglichkeit. Joa. Merkste selbst, gell?

Wildkraeutersalat-Ricotta-Blaubeerdressing

Versteht mich nicht falsch: Unser Patenkind hat Zöliakie – und ich weiß durchaus, dass das eine ernsthafte chronische Krankheit ist, bei der eine strikt glutenfreie Ernährung die einzige Form der Behandlung darstellt. Ich finde es toll, dass die Food-Landschaft so diversifiziert ist, dass jeder nach seiner Facon glücklich werden kann.

 

Wildkraeutersalat-Ricotta-Blaubeerdressing
Wildkraeutersalat-Ricotta-Blaubeerdressing
Was mir furchtbar auf die Nerven geht, sind die quasi-religiösen Eiferer, die ihre Ernährungsweise für den heiligen Gral halten. Was mir furchtbar auf die Nerven geht, sind die täglich neuen Säue, die durchs globale Ernährungsdorf gejagt werden. Was gestern noch gut war, ist heute schon der Teufel himself. Was mir furchtbar auf die Nerven geht ist die Scheinheiligkeit und Widersprüchlichkeit der selbst ernannten Ernährungspäpste.Wat is´n nu gut für mich? Viel Fleisch oder gar keins? Glutenfrei oder Seitan? Dinkelspaghetti oder gar keine Nudeln? Chia-Samen sind toll – aber bloß nicht mehr als 2 Esslöffel pro Tag? Clean Eating oder eine hoch verarbeitete vegetarische Wurst? Ist Cashewmilch wirklich ethisch vertretbarer als Kuhmilch?

Ich verstehe nicht, was einem industriell hoch verarbeiteten Entenersatz aus Weizengluten und ordentlich Aromen drin besser sein soll als an einem ehrlichen Stück Käse. Oder – ja! – an einem guten Steak. Medium-rare, bitte. Neulich entdeckte ich ein Rezept für veganes Mett. Das bestand aus zerkrümelten Reiswaffeln und Essiggurkenwasser. Really!?
Wildkraeutersalat-Ricotta-Blaubeerdressing
Genuss bedeutet für mich: Ich schau genau hin, was ich esse. Es ist für mich eben kein Genuss, zerkrümelte Reiswaffeln mit Essiggurkenwasser zu essen. Es ist kein Genuss, ein mit Zucker und Hefeextrakten vollgestopftes Päckchen aufzureißen. Es ist kein Genuss, Grillfackeln aus Billigstdiscounterbauchfleisch zu essen. Es ist auch kein Genuss, tot gekochtes Labbergemüse aus der Dose/der Aluschale zu essen. Es ist kein Genuss, Eiscreme zu essen, die selbst bei 28° ihre Form behält. Es ist aber auch kein Genuss, hochgradig industriell hergestellte Fleischersatzprodukte zu essen, deren Zutatenliste ich noch nicht mal aussprechen, geschweige denn verstehen kann.

 

Wildkraeutersalat-Ricotta-Blaubeerdressing

Was mir übrigens auch furchtbar auf die Nerven geht, sind Menschen, die denken, ein Tier bestünde nur aus Filet. Tut es nicht, liebe Filetfresser. Und es ist einfach unanständig, dass Geflügel auf ein möglichst großes Brust-Gewicht gezüchtet wird, unter dessen Last es ständig nach vorn umfällt. Deshalb finde ich es hochgradig angemessen, so viel wie möglich vom Tier zu verwerten. From Nose to Tail. Innereien inklusive. Die ich übrigens nicht halb so eklig finde wie das oben erwähnte Gurkenwasserreiswaffelmettgematsche.

 

Wildkraeutersalat-Ricotta-Blaubeerdressing
Wie wäre es denn einfach, wenn wir weniger verbissen und mehr mit Genuss essen? Schluss machen mit den Drölfzig Ernährungsvorschriften pro Mahlzeit. Es uns statt dessen ganz einfach machen: Frisch einkaufen – am besten saisonal und regional. Frisch kochen. Und mit Freude genießen. Denn Essen, das man mit Freude genießt, das macht glücklich. Ob´s ein grüner Weizengras-Smoothie, ´ne schöne Bolo oder dieser sensationell leckere Wildkräutersalat mit gegrilltem Ricotta und Blaubeerdressing ist. Für den gibt´s jetzt hier das Rezept:
Wildkraeutersalat-Ricotta-Blaubeerdressing

Wildkräutersalat mit gegrilltem Ricotta und Blaubeer-Dressing (2 Portionen)

4 Handvoll Wildkräuter 
6 Scheiben Ricotta Marzotica (fester, gealterter Schafsmilch-Ricotta). Alternativ Halloumi
1 Esslöffel Honig
1 Teelöffel Olivenöl
2 Handvoll Blaubeeren, am besten die kleinen Waldblaubeeren

Für das Dressing

2 Handvoll Blaubeeren
Der Saft einer Zitrone
2 Esslöffel bestes Olivenöl
1 Esslöffel Ahornsirup
3 Esslöffel Wasser
Fleur de Sel und frisch gemahlener Pfeffer

Die Wildkräuter waschen, trockenschleudern und auf 2 Tellern anrichten. Die Blaubeeren darauf verteilen.


Alle Zutaten für das Dressing in einem Mixer geben oder mit dem Pürierstab zu einer cremigen Emulsion aufschlagen. Über den Salat träufeln.


Das Olivenöl in einer Grillpfanne erhitzen und den Ricotta goldbraun grillen. Mit frisch gemahlenem Pfeffer würzen und mit Honig beträufeln. Auf dem Salat anrichten und sofort servieren.


Wildkraeutersalat-Ricotta-Blaubeerdressing


So. Genug in Rage geschrieben. Ich bin neugierig. Wie seht ihr das? Mit dem Essen als Religion. Und dem Genuss?

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42 Kommentare

  • Antworten 4 more 5. Juli 2015 at 9:00

    So grossartig geschrieben! Ich sehe das alles ganz genauso, habe auch schon darüber geschrieben und hoffe sehr dass sich ganz viele (deiner Leser) deine Worte zu Herzen nehmen!

    Ich muss mich zwar auch an der eigenen Nase packen und beschäftige mich selbst sehr gerne mit gesunder Ernährung, aber ich bin extrem genervt von all dem Dogmatismus und den immer neuen Ernährungsempfehlungen und -verteufelungen, bei denen schön langsam gar nichts mehr bleibt was man wirklich unbedenklich essen "darf" und wenn ich in den Kochbuchabteilungen der Buchläden mittlerweile mehr Diätbücher, als Koch- und Backbücher finde, in denen es darum geht Genuss zu zelebrieren, dann läuft in meinen Augen etwas grundsätzlich schief!

    Danke Dir für diesen tollen Post und liebe Grüße,
    Kristin

    • Antworten Seelenschmeichelei 6. Juli 2015 at 14:21

      So ist es, liebe Kristin. Dogmatismus nervt. Überall im Leben. Auch beim Essen.
      Viele Grüße
      Conny

  • Antworten Barbara 5. Juli 2015 at 9:05

    Amen.

  • Antworten Tulpentag 5. Juli 2015 at 12:34

    Super Text! Ich stimme dir voll und ganz zu! Diese Trends sind Fluch und Segen. Toll, dass es für Allergiker so viele Alternativen gibt und ich bin auch jemand, der gerne mal vegan backt oder ein Paleo-Eis kreiert. Aber warum? Weil ichs cool finde, mal "anders" zu kochen, statt mit Mehl mal mit Mandeln zu backen, statt Milch Kokosmilch zu verwerten. Man wird kreativ und kombiniert mal die wildesten Dinge. Von irgendwelchen Ersatzprodukten halte ich aber gar nichts. Reiswaffel mit Essiggurkenwasser??! What the… Dann doch lieber ein schönes Steak.
    Hoch lebe der (bewusste) Genuss.

    Lieben Gruß,
    Jenny, die deinen Salat demnächst testen wird 🙂

    • Antworten Seelenschmeichelei 6. Juli 2015 at 14:22

      Bewusster Genuss ist das Stichwort.
      Ich denke, vielen fällt Maß halten und bewusst genießen wirklich schwer. Wie viel Zucker ist zu viel? Da fällt es dann fast leichter, das vermeintliche Teufelsgut ganz zu eliminieren.

  • Antworten Astrid Monaqo 5. Juli 2015 at 13:26

    Liebe Conny, ein großartiger Post. Vielleicht sollten wir uns alle ab und an mal genau diese Rage aus dem Herzen schreiben. Und abends dann einen riesigen Topf Bolo auf den Tisch stellen, die Saucenrest mit Brot auftunken und einen ehrlichen Wein dazu trinken. Als Vorspeise wäre Dein Salat perfekt ;o)
    Viele Grüße, Astrid

  • Antworten Karin 5. Juli 2015 at 16:26

    Super Post liebe Conny, der spricht mir aus der Seele. Gurkenwasser mit Reiswaffel – ekelhaft! Ein Hoch auf den echten Genuß ! 🙂 LG, Karin

  • Antworten Frau Mustermann 6. Juli 2015 at 9:32

    Moin Conny,

    dein Post spricht mir so aus der Seele. Wenn es um die Ernährungsweise geht, bricht mittlerweile ein Glaubenskrieg aus und das nervt! Neulich wurde ich von eine belehrt, dass ich quasi in die Hölle komme, da ich Fleisch esse. Ja, ich esse Fleisch und das sehr gerne ABER bei mir kommt nur selten Fleisch auf den Tisch, da ich nur welches aus artgerechter Haltung esse. Und mal ehrlich, ich esse lieber echte Lebensmittel anstatt ein Imitat, das aus ominösen Dingen hergestellt wurde. Bei der Gurkenwasser und Reiswaffel Sache ist mir ein bisschen schlecht geworden. Wer isst denn bitte sowas?

    Viele Grüße
    Jenny

    • Antworten Seelenschmeichelei 6. Juli 2015 at 14:23

      Selten – dafür ordentlich. Das finde ich eine ziemlich gute Vorgehensweise beim Fleischgenuss.

  • Antworten Die Gute Güte 6. Juli 2015 at 13:47

    Ein Artikel, den ich nicht selber schreiben muss. Danke.

  • Antworten Ariane 6. Juli 2015 at 13:58

    Auf den Punkt gebracht! Klasse!
    Saluti
    Ariane

  • Antworten Sibel Arend 6. Juli 2015 at 14:06

    Ich hätte es nicht besser schreiben können! Spricht mir aus der Seele!
    Danke!

    Viele Grüße,
    Sibel

  • Antworten Steffi 6. Juli 2015 at 14:16

    Super Artikel 🙂 Da möchte ich auch mal meinen Senf dazu geben.

    Auf der einen Seite sind da die echten Allergiker und Leute mit Intoleranzen. Zu denen gehöre ich leider.
    Ich habe aber "zum Glück" lediglich eine Intoleranz gegen Weizen und Roggen bzw. reagiere ich mit heftigen Abwehrreaktionen auf ein Eiweiß darin das der Mensch zur Effizienzsteigerung hinein gezüchtet hat. Ein Glück hat es das in Dinkel nicht. Wenn ich davon etwas abbekomme, sind Übelkeit und Bauchschmerzen noch meine kleinsten Probleme. Früher als ich das nicht wusste, habe ich mich nach jedem Essen übergeben müssen und mir ging es echt dreckig. Das wurde immer schlimmer, bis ich im Irland-Urlaub (Hallo Land des Weizen in jedem Essen^^) nur noch lethargisch rum hing, kaum ansprechbar war und zusätzlich hinterher eine Migräneattacke der nächsten folgte. Wochenlang. Dann stellte der Arzt fest, woran es liegt und seit ich das weglasse geht es mir super. Ich habe nicht mal mehr Migräneattacken.
    Ich kenne auch mehrere Leute mit echter Laktoseintoleranz. Denen möchte ich nie nie nie was mit Laktose geben. Erst recht nicht, wenn ich nach ihnen die Toilette benutzen möchte *zwinker* Von den armen Schweinen die kein Histamin vertragen oder tatsächlich starke Abwehrreaktionen gegen Fleisch haben (gibt es auch, ich kannte eine… die tat mir richtig leid… vor allem weil sie immer mein Steak angeschmachtet hat) will ich jetzt gar nicht anfangen.

    Auf der anderen Seite sind da die, die Gluten und Laktose weglassen als hipp empfinden behaupten, sie haben eine Allergie dagegen. Diese Leute sorgen dafür, dass mir das Messer in der Tasche aufgeht. Weshalb?
    Wart ihr schon einmal unterwegs, habt in einem Restaurant etwas zu essen bestellt und musstet euch bei der Frage nach Glutenfreiem Essen naserümpfend vorwerfen lassen, ihr würdet euch eure Unverträglichkeit nur einbilden? Oder musstet euch schon so dämliche Sachen anhören wie "Wenn Sie auf bestimmte Sachen verzichten wollen, gehen Sie doch in Zukunft in ein veganes Restaurant!" (mal ganz davon abgesehen, dass veganes mit dem vielen Weizengluten eine tolle Idee für mich ist^^). Das sind echte Erlebnisse. Und das nur deshalb, weil dank der vielen Mode-Glutenfreien, etc… viele glauben, dass ALLE die so auf ihr essen achten simulieren. Schön wäre es…

    Das ganze gipfelte in einem Restaurantbesuch, bei dem der Koch mir trotz anders lautender Bestellung absichtlich Weizenprodukte unterjubelte um mir zu beweisen, dass ich mir das nur einbilden würde. Pustekuchen… nach dem Essen verschwand ich für ein Weilchen im Bad und kam blass und mit nun leerem Magen wieder heraus. Ich konnte mir nicht erklären, weshalb es mir so dreckig ging – bis mir einer steckte was passiert war…

    Ich bin der Meinung, diese ganzen Mode-Mitläufer sind eine echte Gefahr für Leute, die wirklich Probleme haben. Außerdem macht es absolut keinen Spaß mehr für jemanden zu kochen wenn der auf das verzichtet und der auf dies und so weiter und so fort. Klar, wenn ich weiß, jemand hat tatsächlich Probleme mit etwas, dann koche ich eben so das er/sie/es es auch verträgt. Aber bei allen anderen… sehe ich das um ehrlich zu sein nicht ein^^ Wo bleibt da der Genuß? Man sollte froh sein, wenn man auf etwas NICHT verzichten muss statt es dann weg zu lassen weil es gerade in ist 🙁

    • Antworten Seelenschmeichelei 6. Juli 2015 at 14:28

      Liebe Steffi,

      dickes Danke für diesen tollen Kommentar!

      Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen: Man sollte froh sein, wenn man nicht verzichten muss. Ich sehe es an meinem Patenkind, wie viele Einschränkungen eine – in ihrem Fall – Zöliakie, gepaart mit Diabetes mit sich bringt. Zum Glück zeigt sich hier auch die positive Seite der Trend-Medaille: Glutenfreie Nahrungsmittel sind viel, viel besser geworden als sie noch vor ein paar Jahren waren – und mittlerweile auch im Supermarkt zu bekommen.

      Herzliche Grüße
      Conny

  • Antworten schnitzeliebtcupcake 6. Juli 2015 at 14:23

    Hallo Conny,

    du hast mit vielem recht und das schön verpackt 🙂 Danke für diesen Eintrag.

    Die Rage kann ich gut nachvollziehen und es geht mir oft genau so, auch wenn ich solche Trends wie Paleo und Glutenverzicht nur aus dem Medium Internet kenne und nicht aus meinem Umfeld, aber von den Filet-Fressern gibt es einfach viel zu viele – selbst hier auf dem Land, wo die älteren Menschen noch anders aufgewachsen sind – und den Vegan-Trend kenne ich aus meiner Studentenstadt Tübingen sehr gut, wobei ich diesen prinzipiell auch gutheiße, natürlich nicht unter der Prämisse, dass man stattdessen hochverarbeitete Produkte isst. Dass Veganer den Fleischessern ihr kritisches Handeln aufzeigen, heiße ich ebenso gut, solange der Ton angemessen ist, denn letztendlich haben sie damit recht, dass Fleischessen moralisch nicht zu rechtfertigen ist. Ich selbst habe mich von dem Trend auch beeinflussen lassen, sodass ich heute auch zu den verantwortungsbewussten Fleischessern gehöre, aber der moralische Makel ist nicht wegzudiskutieren und wird mich vielleicht auch meine persönliche Schwäche einmal überwinden lassen.

    Das als kleinen Nachtrag; eine solche Selbstkritik macht eine Rage-Rede vielleicht sogar noch etwas glaubwürdiger.

    Gruß Chris

    • Antworten Seelenschmeichelei 6. Juli 2015 at 14:35

      Lieber Chris,

      danke für deine netten Worte.

      In einem Punkt bin ich allerdings anderer Meinung: Für mich ist Fleischverzehr nicht moralisch fragwürdig.

      Es grüßt ganz herzlich
      Conny

    • Antworten schnitzeliebtcupcake 6. Juli 2015 at 15:27

      Liebe Conny,

      ich finde es moralisch verwerflich, weil wir es nicht brauchen, um zu überleben, weil Lebewesen für uns sterben, die eigentlich nicht so früh hätten sterben müssen; egal wie gut ein Schwein auf seinem Biobauernhof lebt, würde es noch besser leben, wenn der Mensch nicht an seinem Fleisch interessiert wäre. Ich finde es moralisch verwerflich, weil für jedes Kilogramm Fleisch die vielfache Menge an pflanzlichen Rohstoffen und Wasser verbraucht wird, also für biologisches Leben notwendige Grundstoffe; durch den Verzicht könnten wir mehr Menschen ernähren oder länger überleben lassen, ohne uns wegen der zunehmenden Rohstoffknappheit zu bekriegen.

      Alle Aussagen betreffen nur das Fleischessen als solches, losgelöst von anderen Faktoren wie dem Verbrauch von anderen Energieressourcen wie Öl, der ungerechten Verteilung von Wohlstand in der Welt usw., was die Menschheit schon vorher zugrunde gehen lassen wird.

      Aber na ja, jetzt wird es dann schon fast zur Predigt 🙂 Ich selbst esse auch regelmäßig in Maßen Fleisch, aber man kann es eben moralisch nicht rechtfertigen, sondern tut es aus Egoismus oder persönlicher Schwäche, wofür ich wiederum niemand kritisieren will, sehr wohl aber sensibilisieren.

      Vielleicht hast du ja Zeit und Lust, mir (vielleicht besser in einer Mail) deine Meinung dazu darzulegen, denn es gibt schon Prämissen, unter denen meine Argumentation nicht stimmt, das ist mir bewusst, aber diese werden schnell als Beleidigung aufgefasst, auch wenn ich sie vielmehr als realisitische Einschätzungen meine, die ich nicht als verwerflich bezeichnen würde, weswegen ich das auf diesem Medium nicht diskutieren will.

      Gruß Chris

    • Antworten schnitzeliebtcupcake 6. Juli 2015 at 20:59

      Liebe Conny,

      ich finde es moralisch verwerflich, weil wir es nicht brauchen, um zu überleben, weil Lebewesen für uns sterben, die eigentlich nicht so früh hätten sterben müssen; egal wie gut ein Schwein auf seinem Biobauernhof lebt, würde es noch besser leben, wenn der Mensch nicht an seinem Fleisch interessiert wäre. Ich finde es moralisch verwerflich, weil für jedes Kilogramm Fleisch die vielfache Menge an pflanzlichen Rohstoffen und Wasser verbraucht wird, also für biologisches Leben notwendige Grundstoffe; durch den Verzicht könnten wir mehr Menschen ernähren oder länger überleben lassen, ohne uns wegen der zunehmenden Rohstoffknappheit zu bekriegen.

      Alle Aussagen betreffen nur das Fleischessen als solches, losgelöst von anderen Faktoren wie dem Verbrauch von anderen Energieressourcen wie Öl, der ungerechten Verteilung von Wohlstand in der Welt usw., was die Menschheit schon vorher zugrunde gehen lassen wird.

      Aber na ja, jetzt wird es dann schon fast zur Predigt 🙂 Ich selbst esse auch regelmäßig in Maßen Fleisch, aber man kann es eben moralisch nicht rechtfertigen, sondern tut es aus Egoismus oder persönlicher Schwäche, wofür ich wiederum niemand kritisieren will, sehr wohl aber sensibilisieren.

      Vielleicht hast du ja Zeit und Lust, mir (vielleicht besser in einer Mail) deine Meinung dazu darzulegen, denn es gibt schon Prämissen, unter denen meine Argumentation nicht stimmt, das ist mir bewusst, aber diese werden schnell als Beleidigung aufgefasst, auch wenn ich sie vielmehr als realisitische Einschätzungen meine, die ich nicht als verwerflich bezeichnen würde, weswegen ich das auf diesem Medium nicht diskutieren will.

      Gruß Chris

  • Antworten Gourmande 6. Juli 2015 at 14:26

    Auch wenn du sicher nicht Unrecht hast, finde ich es immer ein bisschen schade, wenn Vegetarismus/Veganismus mit den anderen von dir genannten Ernährungsstilen- oder gar „Religionen“ gleichgesetzt wird. Die Entscheidung, sich vegetarisch/vegan zu ernähren, wird aus vielfältigen Gründen getroffen und daraus nur einen "Ernährungsstil" zu machen, finde ich nicht so gut. Sehr viele Leute ernähren sich nicht (oder zumindest nicht hauptsächlich, es gibt sicherlich Ausnahmefälle) aus Prestige- oder aufmerksamkeitssuchenden Gründen vegetarisch/vegan. Da spielen ethische, ökologische und moralische Aspekte eine Rolle.

    Was das vegane Mett angeht, das hab ich selbst noch nie gegessen. Aber ich liebe meine vegane "Leberwurst" aus Kidneybohnen und Tofu. Um dieses Phänomen zu verstehen, muss man vielleicht wissen, dass viele Vegetarier/Veganer sich nicht aus Geschmacksgründen von Fleisch/Wurst abwenden. Das Zeug schmeckt einfach gut! Und weil ich aber nicht will, dass für mich ein Schwein geschlachtet wird, bau ich mir das einfach nach, mit den richtigen Gewürzen geht das ganz einfach. Es klingt jetzt wahnsinnig provokativ, aber ich entscheide mich lieber für die Kidneybohnen-Tofu-Pampe als für die Leberwurst im eigenen Darm. Weil letztere für mich einfach nur zynisch ist. Da wird man geschlachtet, verwurstet und als Krönung des Ganzen in seinen eigenen Darm gestopft. Ne, da ess ich lieber den "verarbeiteten" Tofupamps. Für mich ist das dann Genuss, diese vegane Alternative zu essen! Und so lange der Veganer neben dir nicht anfängt zu grunzen und dich beleidigt, während du in dein Mettbrötchen beißt, frag ich mich, wieso er nicht einfach in aller Ruhe in sein Reispampen"mettstyle"brötchen essen darf.
    Für mich ist Vegetarismus nicht verbissen. Ich kann es nun mal mehr genießen, wenn ich weiß, für mich musste kein Tier sterben. Und ich versteh es nicht, wieso sich andere so daran stören, wenn ich Fleischimitat esse. Was ich übrigens auch wahnsinnig selten tue! Sonst ist meine Küche wie deine: frisch, regional, saisonal. Ohne Zwänge. Weil ich es lecker finde.

    Ich hoffe, mein Post kommt jetzt nicht zickig bei dir rüber. Das soll er gar nicht. Ich möchte nur erklären, dass Vegetarismus/Veganismus mehr Aspekte hat als nur „ADHS“ und einfach schlecht verglichen werden kann mit dem sich glutenfrei Ernährenden, der dann zum Raffaello griff.

    Und im Grunde genommen sind wir uns ja einig: Genuss ist das wichtige. Frische, größtenteils unverarbeitete Nahrungsmittel sind einfach am leckersten. Wir sind beide Genusssuchende. 😉 Und deinen Salat würd ich übrigens sehr gerne genießen!

    Liebe Grüße
    Melissa

    • Antworten Seelenschmeichelei 6. Juli 2015 at 14:34

      Liebe Melissa,

      danke für deine offenen Worte. Zickig kommen sie gar nicht rüber – im Gegenteil.

      Ich hab ja ganz bewusst polarisiert. 🙂

      Es stört mich übrigens gar nicht, wenn jemand anders ein Fleischimitat isst, ganz im Gegenteil. Ich habe mich nur (ganz ohne polarisieren zu sollen) gefragt, warum man, wenn man sich für einen natürlichen und bewussten Nahrungsstil entscheidet (und das ist Vegetarismus/Veganismus in meinen Augen), dann ganz bewusst wieder auf hochverarbeitete Produkte wie eben Fleischimitat setzt. Hefe-Extrakte, Zusatzstoffe und Päckchenküche meiden aber Fleischimitat essen, das passte in meiner Welt einfach nicht zusammen.

      Viele Grüße
      Conny

  • Antworten Nadine 6. Juli 2015 at 14:29

    Liebe Conny,

    dein Text ist wirklich sehr gelungen und trifft, meiner Meinung nach, den Nagel auf den Kopf.
    Ich persönlich verzichte seit neun Jahren auf Fleisch und lebe mit dieser "Einschränlung" sehr gut und konnte auch früher schon überall essen gehen ohne einer Einschränlung zu unterliegen. Durch den ganzen Hype der vegetarischen und veganen Ernährung, fällt es natürlich noch leichter und ist erheblich entspannter geworden.
    Doch dann ist da die Kehrseite der ganzen Geschichte mit den Allergien und Unverträglichkeiten was Steffi im Kommentar vor mir ganz hervorragend zusammen gefasst hat.

    Ich bin immer der Meinung, man sollte auf seinen Körper hören und nicht darauf was irgendein "Guru" zu empfehlen hat. Mir ist es wichtig, dass es schmeckt, dass das Essen spaß macht und mir Freude bereitet. Das kann man bei so viel Verzicht, meiner Meinung nach, kaum… Ich bin dankbar dafür, fast alles essen zu können und dankbar dafür selbst entscheiden zu können was ich davon essen möchte.

    Liebe Grüße,
    Nadine

  • Antworten Petra aka Cascabel 6. Juli 2015 at 14:33

    *unterschreib*

  • Antworten ChelySparkles 6. Juli 2015 at 16:40

    Ich bin eben auf deinen Blog gekommen und laß dieses Manifest nun. BRAVO!
    Du schaust tief in meine Seele, in mein Gedankendebakel welches oft gerade oben genannten Ritter der Tafelrunde schwer erklärbar scheint.
    Ich finde diesen Eintrag so genial und vorallem so hervorragend back to simplicity, dass ich diesem unters Volk haue!
    Danke dafür ich geh jetzt erstmal Salat schnibbeln 😉
    LG

  • Antworten Anonym 6. Juli 2015 at 19:05

    Tja Conny, ich kann deine Rage gut nachvollziehen.
    Ebenso kenne ich Allergiker und Menschen mit Unverträglichleit für bestimmte Lebensmittel, resp. von deren einzelnen Bestandteilen. Aber eines zur Klarstellung eine Allergie endet tödlich wenn keine unmittelbare Behandlung erfolgt. Eine Intoleranz verursacht Schmerzen, Übelkeit etc. ist aber nicht lebensbedrohlich (auch wenn der Betroffene es in diesem Moment vielleicht so empfindet). Da ich niemandem Schmerzen wünsche oder gar ihm zufügen möchte, nehme ich beim Kochen für darauf Rücksicht. Was mich aber zur Weißglut treibt ist diese verdammte Moralkeule bezüglich der Frage Fleisch ja/nein.
    Pflanzen sind ebenso Lebewesen, sie kommunizieren wie Tiere (den Mensch zähl ich dazu) über chemische Botenstoffe und haben Sinnesempfindungen. Das mit der Seele tja ??? keine Ahnung.
    Da ich durchaus für das Töten von Tieren und Pflanzen zur Nahrungsaufnahme bin, tu ich mich leicht, jeden nach seiner Fasson, glücklich werden zu lassen.

    Sicherlich erinnern sich viele, als vor ein paar Jahren, die Presse über die Gastronomie und den Pizza/Analogkäse hergefallen sind. Was war passiert, ein paar Chemiker haben einen Käseersatzstoff unter den geriebenen echten Käse gemischt und die Verbraucher getäuscht. Der Käse wurde als minderwertig klassifiziert, der Gastronom der Profitgier bezichtigt (etliche wußten es selber nicht, da es ja als Käse deklariert war) schließlich war der Käse ja soviel billiger.Der Aufschrei wegen der Täuschung war und ist Korrekt, und alle fragten sich, wie kann man den Verbrauchern so ein Lebensmittel zumuten. Und heute wird der gleiche Analogkäse bestehend aus Pflanzenfett, Palmöl, Mono-Estersäuren, Mono- und Diglyceride, Stärken (Reis, Weizen, Mais….) Salz, Aromastoffe und zuguter letzt jeder Menge E-Stoffe (zwischen 7-12 Stück) ach ja und Wasser hergestellt und für richtig teueres Geld verkauft und keiner sagt mehr iiihhhhh sonder ist ißt ja so bewußt.

    Fast jeder kann selbst bestimmen was er ißt, (Allergiker und Menschen mit Unverträglichkeit etwas weniger) nur eine Bitte : wenn man etwas nicht mag, dann sagt man es eben dem Gastgeber/in oder Koch/Köchin und schiebt keine Pseudo-Krankheiten/Einschränkungen vor, denn das ist total egozentrisch und den Betroffenen gegenüber nur unfair.

    P.s. ich liebe Bolognese mit Hackfleisch, kann aber auch der Variante mit Linsen etwas abgewinnen.

    George

    • Antworten Seelenschmeichelei 7. Juli 2015 at 6:04

      Jaaa, was gestern noch der Teufel war, ist heute schon das genaue Gegenteil.
      An deinem Bolo-Beispiel sieht man, wie man diese Vielfalt in meinen Augen verstehen sollte: Als Ergänzung und Bereicherung.

      Sonnige Grüße
      Conny

  • Antworten heimatPOTTential 6. Juli 2015 at 19:23

    Früher war gar nicht alles besser! Damals gab es keine Autositzheizungen und keine Glätteisen 😉

    Aber mal im Ernst: "Ernährungsstile sind das ADHS der Erwachsenen" ist der beste Satz, den ich seit Langem gelesen habe <3 Könnte ich Dich für knutschen! Aber da ich Dich nicht knutschen kann, pinne ich Dein Rezept auf Pinterest…da hab ich nämlich zufällig vor ein paar Wochen ein Board für ausgefallene Blaubeerrezepte angelegt. Da kommt Dein Post wie gerufen und mir ner Käse-Frucht-Kombi kriegt man mich eh IMMER.

    Liebe POTTgrüße
    Juli

    • Antworten Seelenschmeichelei 7. Juli 2015 at 6:05

      Autositzheizungen! You name it! (By the way: Erwähnte ich, dass ich mein Auto deshalb ausgesucht habe, weil man für 120 Euro Aufpreis eine LENKRADHEIZUNG haben konnte?)

      Ich geh dich dann mal bei Pinterest stalken.

      Knutschgrüße
      Conny

  • Antworten Claudia Braunstein 6. Juli 2015 at 21:10

    Ich habe zwar eine ganz besondere Kostform, nämlich barrierefrei, weil ich nicht richtig kauen und schlucken kann, und schreibe darüber einen Blog, trotzdem bin ich inhaltlich ganz eng bei dir. Danke, liebe Grüße Claudia

  • Antworten der@wernerkochtwild.de 7. Juli 2015 at 6:43

    Du sprichst mir aus der Seele! Deshalb Deine Seite gleich mal auf meinen Blog gepackt: http://www.wernerkochtwild.de/in-den-medien/aus-dem-web/446410/ein-plaedoyer-fuer-den-genuss

  • Antworten danielas foodblog 10. Juli 2015 at 17:48

    Ein wirklich treffender Artikel, den du da geschrieben hast. Vieles davon kann ich unterschreiben, wobei es mir mit diagnostizierten Histamin-Intoleranz nur dann gut geht, wenn ich histaminarm esse. Sonst ist der Genuss dahin. Auf Grund der ganzen verschiedenen Allergien und Intoleranzen ist es mir aber immer sehr unangenehm, wenn jemand extra für mich Dinge zubereitet. Ich versorge mich meist selbst und picke mir die Sachen raus, die ich essen kann, wobei meine Freunde und Verwandte mittlerweile gut Bescheid wissen. Nichtsdestotrotz habe ich auch das Gefühl, dass es oftmals "schick" ist eine Intoleranz zu haben – für mich als Betroffene absolut unverständlich.

    Liebe Grüße,
    Daniela

  • Antworten Rebecca 12. Juli 2015 at 16:27

    Ein Post der mal zum nachdenken anregt. Danke dass du auch mal schwere Kost hier in der Bloggerwelt ansprichst, gepaart mit einem leichten Salat ist das ja dann auch wieder gut verträglich 😉 Ich sehe das komplett so wie du, was mich wirklich auf die Palme bringt sind auch vor allem die Menschen, die denken Glutenfreies Essen wäre eine Art Diät und total hipp. Das finde ich verächtlich denen gegenüber die tatsächlich keine Gluten vertragen, was in manchen Fällen eine wirklich starke Beeinträchtigung sein kann! Genauso verhält es sich übrigens auch mit allen anderen Trends in der Food Branche. Davon halte ich rein gar nichts, Stichwort Superfoods. Alles quatsch, gesunde ausgewogenen Ernährung mit frischem Gemüse und Obst, das ist doch das wichtigste! Zum Vegetarismus muss ich sagen, ich bin bereis seit 20 Jahren Vegetarierin, und erst seit ein paar Jahren als all diese Fleischersatz-Produkte auf dem Markt kamen habe ich damit angefangen. Für mich ist es kein Paradox, weil in diesen Produkten oft Eisen, Vitamin B12 etc enthalten ist und von einem sozialen Standpunkt betrachtet ist nun einmal oft einfacher auf Fleischersatz zu greifen wenn man zb mit Freunden grillen/essen will. Man fühlt sich weniger ausgeschlossen. Ist meine Meinung 😉 Ausserdem gibt es da ja auch die verschiedensten Produkte aus den unterschiedlichsten Quellen 😀
    Danke nochmal und ganz liebe Grüsse
    Rebecca

  • Antworten saudi 12. Oktober 2015 at 13:58

    thank you

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