Rezepte Salate & Suppen Vegetarisch

Ein Rezept für sommerlichen Quinoa Salat mit allerköstlichstem Tahini Dressing. Und die Geschichte vom Humpelstilzchen.

9. August 2014

Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Humpelstilzchen heiß. Na gut, jetzt wisst ihr´s doch. Humpelstilzchen hat mich der Gatte getauft. Nachdem ich mich letzte Woche hochgradig elegant auf die Nase gelegt hatte. Hinfallen wie früher. Mit aufgeschürftem Knie und kaputter Hose – und einem bänderangerissenen Fuß. Autsch. Und nicht, dass jetzt einer denkt, Madame war bestimmt wieder in bändervernichtenden High Heels unterwegs. Weit gefehlt. Madame war in Birkenstock unterwegs. Modell Gizeh. In silber. Fußverletzung in Hipster-Schlappen. Herrlich. Verdammte es mich doch zu zwei Tagen extrem-couching. Aufstehen nahezu unmöglich. 

Nun könnte man ja denken, das sei wahnsinnig erholsam. Ist es aber nicht. Es ist vor allem eins: laaaaangweilig. Gut, ich hab endlich „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ (Leseempfehlung Nummer 1) gelesen, und das an nur einem halben Vormittag. Das Nachmittagsprogramm war dann aber auf allen vierhundert Sendern gleichermaßen un*er*träglich (wo sind eigentlich Hase Cesar &  Zini & Ein Colt für alle Fälle geblieben?). Und so brauchte ich eine Beschäftigung. Irgendwas Meditatives. Dicke Bohnen! 

Dicke Bohnen sind so ziemlich das umständlichste und zeitaufwändigste Gemüse, das ich kenne. Man muss sie erst palen, also von der Schote befreien. Dann blanchieren. Und dann noch aus den glitschigen Häutchen drücken, die sie umgeben. Aber weil frische dicke Bohnen (auch Saubohnen, Favabohnen, breite Bohnen, Ackerbohnen oder Puffbohnen genannt) auch ganz schön lecker sind, lohnt sich der Aufwand. Wer keine frischen dicken Bohnen bekommt, nimmt entweder tiefgekühlte, getrocknete oder macht ein Glas auf.

Meine dicken Bohnen wandern zusammen mit ebenfalls frisch gepalten grünen Erbsen, Frühlingszwiebeln und Quinoa (was Quinoa so wertvoll macht, könnt ihr zum Beispiel bei Veronika nachlesen. Überhaupt ist ihr Blog „Carrots for Claire“ ganz famos. Leseempfehlung Nummer Zwei!) in eine Salatschüssel. Dann nehmen sie ein Bad im allerleckersten Dressing, das ich seit langem gegessen habe. Kein Witz. Auch wenn ihr Bohnen oder Erbsen oder Quinoa doof findet – probiert unbedingt dieses Dressing aus! Das nussige Aroma der Sesampaste, die Frische der Petersilie, die Säure der Zitrone und die karamellige Süße des Ahornsirups – das ist ganz großes Dressingkino. Ich stelle es mir auch großartig zu grünem Salat mit Ziegenkäse oder einem Salat aus ofengeröstetem Gemüse vor. Jetzt aber Schluss mit der Schwärmerei – hier kommt das Rezept für euch.

Quinoa Salat mit grünen Erbsen, dicken Bohnen und Tahini-Dressing
(Eine große Schüssel für Vier)


Für den Salat:
1,5 kg dicke Bohnenschoten (oder 300g gepalte)
1kg grüne Erbsenschoten (oder 300g gepalte)
3 Frühlingszwiebeln
100g Quinoa

Für das Dressing:
2 Zitronen
1 Esslöffel Tahini (Sesampaste)
1 Esslöffel bestes Olivenöl
1 Bund Petersilie
3 Esslöffel Wasser
1 Esslöffel Ahornsirup
1 Teelöffel Meersalz, z. B. Maldon Flakes oder Fleur de Sel
Frisch gemahlener Pfeffer
Bohnen und Erbsen palen, also aus den Schoten befreien. Einen großen Topf Wasser zum Kochen bringen. Die Erbsen darin zwei Minuten lang blanchieren. Dann herausfischen und in Eiswasser abschrecken – das erhält die schöne grüne Farbe. Als Nächstes die Bohnenkerne ins kochende Wasser werfen und ebenfalls blanchieren, knappe vier Minuten lang. Abgießen, in Eiswasser abschrecken und anschließend die Bohnenkerne aus den Häutchen drücken. Am besten ritzt man dazu das Äußere mit einem scharfen Messer etwas an.

Die Frühlingszwiebeln waschen und in feine Ringe schneiden.

Nochmal einen Topf mit Wasser aufsetzen, diesmal mit einer guten Prise Salz drin. Den Quinoa gründlich waschen (das entfernt die Bitterstoffe) und dann fünfzehn Minuten lang kochen. Anschließend abgießen und abkühlen lassen.

Alle Zutaten für das Dressing in einen Mixer geben und eine Minute lang pürieren. 

Jetzt Erbsen, Bohnen, Frühlingszwiebeln, Quinoa und das Dressing in einer Salatschüssel mischen und ein Stündchen durchziehen lassen.
Genießt den Tag. Und passt gut auf euch auf!
Conny

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11 Kommentare

  • Antworten Ti saluto Ticino 9. August 2014 at 19:39

    Für frische Fave und Erbsen ist es leider schon zu spät, doch das Dressing liest sich sehr interessant, das merke ich mir auf alle Fälle. Gute Besserung für dich!

  • Antworten Jessi 9. August 2014 at 19:58

    Ja mensch, wenn ich doch mit meinem verletzten zeh nur auf so eine grandiose Idee gekommen wäre wie du *g*
    Ich finde gemüse schnibbeln hat eh so was meditatives, und Bohnen pulen.. und dann so was tolles zaubern!!! Danke für die tollen Bilder und deinem Fuß gute Besserung!

    LG von Humpelstilzchen die 2.

  • Antworten Madline 9. August 2014 at 20:47

    Wow, die Fotos sind richtig klasse geworden!

  • Antworten Ein Dekoherzal in den Bergen 9. August 2014 at 21:24

    mei bisch du ah sooo ah PATSCHERTS HENDL wia i…
    bin vor drei WOCHA in da BADWANN ausgrutscht::
    OLLAAAALAAAAA de BLAUE
    ham guat ausgschaut,,aber deine BOHNAL
    de schaun oberguat aus,,,,
    HOBS no fein
    bussal bis bald de BIRGIT

  • Antworten _our food stories_ 9. August 2014 at 23:04

    oh jeh, hoffen dir gehts ganz schnell wieder besser!! der salt sieht jedenfalls köstlich aus, quinoa lieben wir auch sehr <3 und wunderschöne photos!!
    x
    laura&nora

  • Antworten Denise 9. August 2014 at 23:08

    Mit einem ganz ähnlichen Dressing mariniere ich gerne Tofu. Und dieser Salat würde mir ganz hervorragend schmecken 🙂

  • Antworten Lea 10. August 2014 at 8:34

    Das klingt echt super! Also das Rezept, nicht die Fußverletzung in Hipster-Schlappen (ganz grandiose Bezeichnung übrigens!) 😀 Ich hoffe deinem Fuß gehts besser und durch dich habe ich glaube ich die beste Beschäftigung entdeckt die man machen kann wenn man mal Fuß/Beinprobleme hat (ich hatte vor 2 Jahren einen Muskelfaserriss und das war auch laaaangweilig, man glaubt es kaum.). Sehr gut! 🙂

  • Antworten Mags Frisch 10. August 2014 at 13:19

    Das sieht ja wirklich oberlecker aus! Und obendrauf noch wunderbar in Szene gesetzt, Kompliment!
    Herzlicher Gruss aus Zürich

  • Antworten Theresa 11. August 2014 at 13:14

    liebe Conny, ok, Dressing-Rezept ist notiert – da gibt's ja kein Drumherumkommen, oder? 😉 Aber das hört sich so lecker an, da komme ich deiner Bitte gerne nach! Ganz liebe Grüße und gute Besserung zu dir! Theresa

  • Antworten Tammy 11. August 2014 at 14:18

    Ach herrje, hoffe Du und Knie und Bein sind wieder wohlauf!
    Das man Bohnen so hübsch in Szene setzen kann – einfach klasse.

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