Rezepte Torten & Kuchen

Ein oh-so-yummy Blaubeerkuchen ohne Zucker & ohne Gluten & ohne Laktose. Dafür mit ganz viel Liebe.

13. August 2014

Mal unter uns Kuchenbäckerinnen: aus einem Berg Zucker, guter Butter, glücklichen Eiern und schneeweißem Weizenmehl einen köstlichen Kuchen zu zaubern, ist jetzt nicht gerade die ultimative Küchenherausforderung. Schwerer wird es da schon, wenn es ein Kuchen ohne all die bösen Tierchen sein soll, die dir nachts heimlich die Klamotten enger nähen. Und zwar nicht einer, von dem man sich halt ein Stück nimmt, weil einem der Kopp sagt, dass es gesünder ist. Sondern einer, der rundum lecker ist. Der gut für den Körper und für die Seele ist. 

Ein Seelenschmeichler ganz ohne zugesetzten Zucker und ohne Gluten und ohne Laktose also. Einer, von dem man sich noch ein zweites Stück nehmen mag. Und das auch mit allerbestem Gewissen tun kann. Gibt´s nicht? Gibt´s doch. Tadaa, hier ist er. Mein Blaubeerkuchen. Für alle, die keinen Zucker dürfen oder wollen. Für alle, die kein Gluten dürfen oder wollen. Aber eigentlich in erster Linie für alle, die leckeren Kuchen lieben!

Der Teig ist übrigens so verwandlungsfähig ist wie Elton John in seinen besten Zeiten. Blaubeersaison vorbei? Nimm statt dessen einen klein geschnittenen Apfel. Oder eine Handvoll gehackte Pecan-Nüsse. (Notiz an mich: Zuckerfreie Apfel-Pecan-Cupcakes mit Frischkäse-Ahornsirup-Frosting ausprobieren!) Oder zwei Esslöffel Kakaopulver. Dann vielleicht mit Orangenabrieb statt Zitronenabrieb. Oder du ersetzt das Buchweizenmehl durch Teffmehl. Oder das Kokosmehl durch Mandelmehl (dann kommst du wahrscheinlich mit weniger Mandelmilch aus, weil das Kokosmehl extrem viel Flüssigkeit bindet). Apropos Mandelmilch. Die könnte man auch mit zwei Beuteln Chai-Tee aufkochen, eine Viertelstunde ziehen lassen und dann zum Teig geben – für einen Hauch Orient im Kuchen. 

Im normalen Gebäck sorgt der Weizenkleber (=Gluten) dafür, dass der Teig aufgehen kann, seine Form behält und schön elastisch wird. Deshalb sind glutenfreie Kuchen bröseliger, gehen weniger auf und haben überhaupt eine andere Konsistenz. In meinem Rezept sorgen die Bananen dafür, dass der Kuchen trotzdem schön saftig ist. Die Bananen schmeckt man auch deutlich. Ich mag das sehr gern. Wer keine Bananen mag, der findet zum Beispiel bei Carrots for Claire einen zuckerfreien Blaubeerkuchen mit Dinkelmehl. Und Foodtastic eine glutenfreie Variante davon. 

Gluten- und zuckerfreier Blaubeerkuchen (für eine 15cm Springform)

200g Blaubeeren
75g Kokosmehl
50g Buchweizenmehl
300g sehr reife Bananen 
70g Mandelmus
2 Eier
2 Esslöffel natives Kokosöl
7 Esslöffel Mandelmilch
2 Teelöffel Weinsteinbackpulver
1 Teelöffel Zimt
Abrieb einer halben Bio-Zitrone
Eine ordentliche Prise Salz


Bananen, Mandelmus, Eier, Kokosnussöl und Mandelmilch in eine Schüssel geben und entweder mit dem Handmixer oder mit der Küchenmaschine so lange durchquirlen, bis sich eine schlotzige Masse ergeben hat. Wenn noch ein paar kleine Bananenstückchen übrig sind, macht das gar nichts.


Kokos- und Buchweizenmehl, Backpulver, Zimt, Zitronenabrieb und Salz mischen, zu den flüssigen Zutaten geben und verquirlen, bis ein relativ fester Teig entstanden ist. Kommt er euch zu fest vor, gebt einfach esslöffelweise noch etwas Mandelmilch dazu.


Eine 15cm-Springform mit Backpapier auslegen. Das geht am besten, wenn man das Backpapier erst fest zerknüllt, dann glatt streicht und die Form damit auslegt.


Ein Drittel des Teigs in der Form verteilen, die Hälfte der Blaubeeren darauf geben. Weiter so verfahren, bis Teig und Blaubeeren aufgebraucht sind.


Ab in den Ofen, 50 Minuten bei 175° Umluft. Die Stäbchenprobe verrät, wenn der Kuchen fertig ist.

Wenn du kein Problem mit Laktose hast, spräche gar nichts gegen ein Quark-Frischkäse-Topping aus zwei Teilen Magerquark, einem Teil Frischkäse (am besten darauf achten, dass darin keine Zusatzstoffe und ähnlicher Quatsch enthalten sind, sondern nur Frischkäse und Salz) und einem Hauch Ahornsirup. 

Vegan ist der Kuchen übrigens nicht – ehrlich gesagt schmeckt er mir mit Eiern im Teig einfach besser. Aber es wäre durchaus denkbar, die Eier durch zwei „Chia-Eier“ zu setzen: dafür mischt man 2 Esslöffel Chia-Samen mit 6 Esslöffeln Wasser und lässt das eine Viertelstunde lang quellen. 

Wer es (wie viele meiner männlichen Testesser) doch etwas süßer mag, gibt zusätzlich zwei bis drei Esslöffel Kokosblütenzucker oder Ahornsirup zum Teig. 

Genießt das süße Leben – ob mit oder ohne Zucker!

Conny

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19 Kommentare

  • Antworten felix-traumland.eu 13. August 2014 at 7:18

    so ein kuchen hätte ich gerne probiert – da ich nur welche mit zucker, eier usw. kenne
    hört sich aber sehr interessant an
    liebe grüße
    regina

  • Antworten Lecker muss es sein 13. August 2014 at 7:40

    Sieht sehr lecker aus und ohne Lactose! Genau das richtige für meine Mitesserin. Kommt auf meine bzw. ihre Nachbackliste.

    VG

    Sascha

  • Antworten Tammy 13. August 2014 at 7:52

    Das ist natürlich eine toll gelöste Variante! Sieht wie immer super aus.

  • Antworten Anonym 13. August 2014 at 9:09

    Sieht sehr lecker aus! Besonders gefällt mir, dass du den Zucker nicht durch Süßstoffe und das Mehl nicht durch eine glutenfreie Fertigmischung mit künstlichen Zusätzen ersetzt hast, wie es bei solchen Rezepten leider oft gemacht wird. Die gewohnten Standard-Backzutaten wegzulassen ist nicht einfach, nicht auf künstliche Ersatzstoffe zurückzugreifen um so schwieriger – wenn es dann auch och schmeckt, tolle Leistung! wird auf jeden Fall nachgebacken 🙂
    LG lizzy

    • Antworten Seelenschmeichelei 13. August 2014 at 9:29

      Yep. Den einen Mist durch anderen Mist zu ersetzen, kann nicht Sinn der Sache sein. Erzähl unbedingt, ob dir der Kuchen geschmeckt hat!

  • Antworten Petra Klein 13. August 2014 at 9:12

    Ein tolles Rezept und so wandlungsfähig 🙂 Perfekt für mich ("Seit-drei-Wochen- ohne-Zucker- Esserin"). danke fürs Posten!
    Liebe Grüße, Petra

    • Antworten Seelenschmeichelei 13. August 2014 at 9:27

      Viel Freude beim zuckerfreien Leben – wenn du magst, erzähl doch mal, wie du dich damit fühlst.

  • Antworten Svenja von Mahltiet 13. August 2014 at 10:04

    Tolle Alternative zu den üblichen süßen Sünden, liebe Conny! Ich habe es selber noch nicht ausprobiert, werde es jetzt aber sicherlich einmal tun.

    Schöne Grüße,
    Svenja

  • Antworten _our food stories_ 13. August 2014 at 10:04

    mhmmm sieht das wieder mal köstlich aus!! und wenns glutenfrei ist, hast du uns ja sowieso sofort auf deiner seite <3
    liebe grüße
    laura&nora

  • Antworten Sugarbaby 13. August 2014 at 11:48

    Der Kuchen und alle deine Fotos sehen richtig super aus!
    Und bei so einem gesunden Rezept kann man ja mal wirklich wieder ans Kuchen backen denken! 🙂

    Liebe Grüße
    Sugarbaby

  • Antworten Veronika von Carrots for Claire 13. August 2014 at 21:19

    Liebe Conny,
    WOW! Deine Fotos sind ja der WAHNSINN!!! Und ein sehr, sehr feines Rezept hast du da. Du weißt ja vielleicht, dass ich jedes der einzelnen Zutaten liebe! Ich dank dir, dass du meinen Blaubeerkuchen so lieb erwähnst, deiner wird bestimmt nachgebacken!
    Alles Liebe
    Veronika

  • Antworten Krisi 16. August 2014 at 17:11

    Sehr lecker und wunderschöne Bilder. Ich habe ein sehr ähnliches Rezept auch auf meinen Blog, ebenfalls inspiriert von dem wunderbaren Blog von Claire=)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

  • Antworten Andrea Pircher 23. August 2014 at 8:31

    Boa! Das klingt genial. Ich freue mich immer so über vegane Rezepte, da madame zuckersüß vegan essen muss. Und auch noch Zucker frei! Jetzt weiß ich gar nicht was ich zuerst machen soll, das Eis oder den Kuchen…… Bei diesem Wetter wird wohl der Kuchen das Rennen machen.
    Könntest du mir bitte sagen durch was ich
    Kokosmehl und Kokosöl ersetzten kann und wie ich dann die Mengenangaben anpasse.
    Lieben Dank
    Liebst Andrea

  • Antworten Seelenschmeichelei 23. August 2014 at 12:51

    Wobei lauwarmer Kuchen UND Eis bestimmt auch ganz hervorragend zusammen passen… 😀
    Das Kokosöl kannst du durch jedes andere, möglichst neutral schmeckende pflanzliche Fett ersetzen, z. B. Rapsöl.
    Das Kokosmehl kannst du durch Dinkelmehl ersetzen, wenn du Gluten verträgst. Andernfalls könntest du Teffmehl nehmen. Oder einfach mehr Buchweizenmehl. In jedem Fall brauchst du dann etwas weniger Mandelmilch, ich würde es mit der Hälfte versuchen.

    Viel Freude beim Backen!
    Conny

  • Antworten Mira 14. Januar 2017 at 6:40

    Klingt super lecker! Meinst du ich kann den Teig auch auf Gläser verteilen und darin backen?
    Liebe Grüße Mira

    • Antworten Seelenschmeichelei 16. Januar 2017 at 16:37

      Liebe Mira,
      das hab ich noch nicht probiert, müsste aber klappen. Ich würd die Backzeit dann – je nach Größe der Gläser – reduzieren.
      Viele Grüße
      Conny

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