Asiatisch Quick Weekday Dinner Rezepte Vegetarisch

{DALicious} Ein mächtig köstliches Dal aus roten Linsen. Mit ordentlich Wumms, wenn du magst.

8. Januar 2014

Es ist bestimmt zwanzig Jahre her, dass ich das erste Mal in Asien war. Ausgestattet mit Rucksack, haufenweise Micropur zur Trinkwasserentkeimung, dem unvermeidlichen Loneley Planet Reiseführer und der untrüglichen Gewissheit, bestens auf alles, aber auch wirklich alles vorbereitet zu sein.

Ich kann mich nur zu gut an den ersten Abend auf Koh Samui erinnern. Ein kleines Restaurant, irgendwo am Strand von Bophut. Plastikstühle im Sand. Ein kühles Singha in der Hand. Wagemutig nicke ich, als der Kellner lächelnd fragt „Päd mai?“. Päd mai heißt scharf. Kurze Zeit später stellte ich fest, wie scharf scharf ist. Verdammt nicht-von-diesem-Planeten-scharf nämlich. Zum Davonlaufen-heulen-und-schreien-scharf. Seit diesem Erlebnis hab ich mich in Sachen Schärfe nie wieder so weit aus dem Fenster gelehnt. Und würde nirgendwo in Asien mehr „scharf“ bestellen.

Was ich dagegen liebend gern mal im Original essen würde, ist Dal. Dal ist ein indisches Gericht aus Hülsenfrüchten, wie z. B. Linsen, Kichererbsen oder Bohnen. Und so eine Art Grundnahrungsmittel der indischen Küche. Völlig zu Recht, wie ich finde. Denn Dal ist exorbitant lecker und ratzfatz zubereitet. Mein Dal heute besteht hauptsächlich aus roten Linsen, Kokosmilch, Tomaten und Gewürzen. Man könnte noch ein paar Kichererbsen hineinwerfen. Oder Curryblätter. Oder Koriander. Oder Gemüsestückchen. Oderoderoder.

In Indien isst man Dal sowohl als Beilage als auch als eigenständiges Gericht. Ich brauch zum Dal eigentlich gar nix (und schon gar kein Fleisch) – außer einem Töpfchen Joghurt zum Kühlen. Falls ich mit den Chilis wieder mal etwas zu verschwenderisch war. Was aber wirklich wunderbar dazu schmeckt, sind Auberginen Pickles, eine Art Chutney aus Auberginen, Tamarinde und Gewürzen. Und ein frisch (auf)gebackenes Naan, ein typisch indisches Brot.

Rote Linsen Dal

(als Hauptspeise für Zwei bis Drei, als Beilage für Vier bis Sechs)
 
250g rote Linsen
200ml Kokosmilch
Eine kleine Dose Tomaten in Stücken
150ml Wasser
Ein Esslöffel Kreuzkümmel
Ein Teelöffel Kurkuma
Ein Esslöffel Garam Massala
Zwei gewürfelte Zwiebeln
Zwei gewürfelte Knoblauchzehen
Ein Stück Ingwer, etwa einen Zentimeter lang, fein gewürfelt
Zwei bis sechs getrocknete Vogelaugenchilis – je nach Schärfeempfinden
Ein Teelöffel Salz
Ein Teelöffel brauner Zucker
Der Saft einer Limette
Ein Esslöffel Ghee (Butterschmalz oder Butter geht aber auch)
 
Zum Servieren ganz nach Wunsch:
Auberginen oder Lime Pickles, Joghurt, Naan-Brot und Petersilie
 
Ghee in einem großen Topf erhitzen, Knoblauch, Zwiebeln, Ingwer und alle Gewürze bis auf Salz und Zucker darin anschwitzen. Unter ständigem Rühren die Linsen dazu geben und kurz mitschwitzen. Dann mit Kokosmilch und Tomaten ablöschen.
Fünfzehn bis zwanzig Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis die Linsen schön weich sind. Bei Bedarf schlückchenweise Wasser dazu geben. Das Dal soll schön schlotzig werden. Erst am Ende der Kochzeit mit Salz würzen – sonst werden die Linsen nicht so schnell gar. Mit Limettensaft und braunem Zucker abschmecken.
 
Mit einem Klecks Joghurt, etwas frisch gehackter Petersilie, frisch aufgebackenem Naan und Pickles servieren.

Mögt ihr scharfes Essen? Oder darf´s lieber eine Spur milder sein?

Mit Schärfe-Tränchen im Auge und laufender Nase grüßt asienurlaubsvorfreudig
Conny

Das könnte dir auch gefallen

16 Kommentare

  • Antworten Liv 8. Januar 2014 at 9:10

    Das sieht einfach wunderbar aus!
    Für mich darf es gerne scharf sein, gerne auch oh-mein-Gott-wieso-habe-ich-das-so-scharf-gemacht-scharf!
    Ich werde dein Rezept auf jeden Fall auf meine Nachkochliste setzen, da läuft mir jetzt schon das Wasser im Mund zusammen!

    Liebe Grüße
    Liv
    Thank you for eating.

  • Antworten Raspberrysue 8. Januar 2014 at 9:15

    Ich habe längere Zeit in Thailand gelebt und finde, man gewöhnt sich tatsächlich an die Schärfe, am Ende fand ich es unverzichtbar! Aber am Anfang kann es einen umhauen, besonders bei den Temperaturen. Und: Ich liebe Singha! Lg Carina

    • Antworten Seelenschmeichelei 10. Januar 2014 at 9:32

      Ohwietoll. Wo hast du denn gelebt? Wir fliegen im Februar endlich mal wieder hin. Wenn auch nur kurz. Deswegen gibt´s auch keinen Strandausflug, sondern ne kleine Bangkok-Chiang Mai-Chiang Rai Runde. Hach, ich freu mich schon so. Auch aufs Singha.
      Liebe Grüße
      Conny

  • Antworten Die Glücklichmacherei 8. Januar 2014 at 9:35

    lecker! dal gabs bei mir grad vorgestern 😉 mit selbstgebackenem naan (geht übrigens schnell und ganz leicht). mein dal kocht mein mann. und die urlaubsvorfreude teile ich! ich hoffe auf asiensommerurlaub/honeymoon. wobei Asien ist nie Urlaub, sondern immer eine reise – finde ich…
    alles liebe
    nadin
    p.s. die bilder sind wie immer genial…

  • Antworten Ela 8. Januar 2014 at 10:25

    Mjam, Dal gibts bei mir auch öfter – allerdings nie mit Kokosmilch gekocht.. Vielleicht probier ich das mal aus 🙂 Es darf auch gern scharf sein, aber wenns einem die Tränen in die Augen treibt und man nix mehr schmeckt, war es zu viel *g*
    LG
    Ela

  • Antworten diefahrradfrau 8. Januar 2014 at 10:36

    Mmmhhh, das sieht so lecker aus!
    Ja, so ein Scharf-ist-nicht-gleich-scharf-Erlebnis hatte ich auch mal – mit Tränen und Naselaufen… – unvergesslich!
    Dalicious – tolles Wort!
    Liebe Grüße
    Christiane

  • Antworten Jessi 8. Januar 2014 at 15:30

    Eins meiner absoluten Lieblingsgerichte!!!!
    Du hast tolle Fotos dazu gemacht!

    Grüßle, Jessi

  • Antworten buntezeiten.blogspot.com 8. Januar 2014 at 20:00

    Ich mag es gerne scharf, zu scharf darf es aber auch nicht sein. Linsen habe ich ja noch, Kokosmilch aus. Vielleicht sollte ich gleich mal in die Küche gehen. Danke für die Inspiration und die schönen Fotos.

    Besten Gruß von neon_schwarz

  • Antworten Geschwister Gezwitscher 8. Januar 2014 at 22:52

    Wow, sieht köstlich aus. Und vor allem so wahnsinnig toll und kreativ fotografiert!
    Liebste Grüße, Eva

  • Antworten bigapple-girl 10. Januar 2014 at 7:03

    eines meiner absoluten Lieblingsessen, aber ans selber machen hab ich mich jetzt noch nicht getraut – wäre nach deinem heutigen Post aber einen Versuch wert.

    LG
    Steffi

  • Antworten martina 10. Januar 2014 at 19:17

    Oh das klingt ja wunderbar! Ich liebe scharfes Essen. Nicht so scharf, dass man nichts mehr schmeckt, aber so richtig scharf eben 😉
    Sag mal hast Du ein gutes Rezept für Naan-Brot, ich such da immer noch nach. Es ist so schwer immer welches zubekommen, wenn man es braucht!
    Liebe Grüße
    Martina.

  • Antworten Villa Lieblich 11. Januar 2014 at 17:58

    ♥♥♥

  • Antworten Anonym 8. April 2015 at 11:03

    Schönes Rezept! Allerdings ist Kokosmilch im Dal nicht authentisch. Das ist eine Abwandlung aus den südlichen Gefilden Indiens. Aber Dal kommt nicht aus dem Süden Indiens! Somit gibt es die (westliche) Unart bei uns nicht, in alles Kokosmilch zu kippen und dann ist es asiatischoder gar indisch! Kokosmilch ist eine vorwiegend thailändische Domäne.

    Trotzdem ein gutes Grundrezept, das ja auch nach eigenem Gusto abgewandelt werden kann.

    Liebe Grüße
    Alex
    P.S: Ich habe zehn Jahre in Indien gelebt und bin seit 8 Jahren mit einer Frau aus Indien verheiratet!

  • Antworten Caro 10. September 2016 at 16:41

    Das klingt total lecker <3 Scharfes Essen ist einfach nur toll 🙂 Meine Oma wohnt in Malaysia und wenn ich sie besuche dann wird immer die gesamte Bandbreite an Essen schnabuliert – natürlich scharf. Ich finde aber, man gewöhnt sich wirklich daran.

    Ich muss dein Rezept unbedingt nachkochen 🙂 Jetzt hatte ich mich nur gefragt, was ist denn eine kleine Dose Tomaten Stückig? Ich habe immer nur 400er Dosen gefunden – wäre das dann richtig? Ich dachte mir, bevor es zu flüssig wird, frage ich lieber mal nach 😛

    LG, Caro

    • Antworten Seelenschmeichelei 11. September 2016 at 12:09

      Liebe Caro,
      um die Oma in Malaysia beneide ich dich ein bisschen. 🙂 Und du hast recht – scharf essen kann man wirklich „trainieren“.
      Eine 400g Dose stückige Tomaten (z. B. von Oro di Parma: https://shop.rewe.de/PD5795680) ist genau richtig.
      Schönen Sonntag und schöne Grüße
      Conny

    Hinterlasse einen Kommentar

    dreizehn + fünf =