Omas Klassiker Rezepte Torten & Kuchen

Confessions of a Blogger. Und: Ein fluffiges Osterbrot.

24. März 2013

Jetzt ist´s passiert. Ich, Mrs. Clean Chic, Grautaupegreige-Liebhaberin, Zeitschriftenrecht-winkligauslegerin, Bauhaus-Verehrerin und Schörkel-Verweigerin, hab mich unsterblich in das verliebt, was für erfahrene Bloggermädchen wahrscheinlich Schnee vom vorletzten Jahr ist. IB Laursen. Mynte, genauer gesagt. Und so ziert seit einer Woche eine unglaublich schnörkelige Kuchenplatte in Dusty Violet unsere Wohnung. Dusty Violet. Das ist alt-flieder! Dabei besitze ich noch nicht mal Handtücher in anderen Farben als grau oder weiß.  

Von den anderen Utensilien ganz zu schweigen, die ich seit Wochen mehr oder weniger unauffällig in die Bude schleppe, weil man als Foodblogger ja un*be*dingt haufenweise Schüsselchen, Tellerchen, Milchfläschchen, Schiefertäfelchen, Weckgläschen, Paperstraws, Cupcakeförmchen (dabei hab ich noch überhaupt nie Cupcakes gebacken!), Tortenspitze, Kraftpapier, Masking Tapes, Kreisstanzer, Bordürenstanzer, schwedische Spitzentöpfchen undundund braucht. Puh. Bloggen macht mich fertig. Dabei mag ich es so überhaupt nicht, zu viel Zeugs in der Wohnung rumstehen zu haben. Als wir letztes Jahr unseren Balkon neu gemacht haben, ist statt locker-flockig-charmanten Shabby Chic irgendwie noch ganz automatisch wieder der kubisch-streng-cleane Stil rausgekommen. Ich befürchte, dieses Jahr könnte das ganz anders aussehen…

So. Genug gewundert über die wundersamen Veränderungen, die das Blogger-Dasein so mit sich bringt. Und Bühne frei für Mynte, die heute gemeinsam mit einem frisch gebackenen Osterbrot im Rampenlicht steht. In den Nebenrollen: Meine frisch geschossene Leinenserviettenbeute, ein Weckgläschen mit selbst gemachter Heidelbeermarmelade und ein Messer vom wunderschönen Silberbesteck, das ich von meiner Oma geerbt hab. 

Osterbrot

250g Weizenmehl
250g Dinkelmehl
200ml Milch
70g geschmolzene Butter
4 Esslöffel Zucker 
2 Eier
Ein Würfel Hefe
Eine Prise Salz
Für die Glasur
Ein Esslöffel Butter
Ein Esslöffel Zucker
Ein Esslöffel Milch
Zum Formen
Weizenpuder
Gebt beide Mehlsorten in eine Schüssel und macht eine Mulde ins Mehl. Erwärmt die Milch und löst Zucker und Hefe darin auf. Obacht, die Milch darf nur lauwarm sein, damit sie die Hefe aktiviert. Ist sie richtig heiß, tötet sie die Hefekulturen ab, der Teig geht dann nicht auf. Gießt die Hefemilch in die Mulde, deckt die Schüssel mit einem sauberen Geschirrtuch ab und lasst diesen Vorteig ein Viertelstündchen an einem warmen Ort gehen.
Anschließend kommen die restlichen Zutaten dazu. Mit der Küchenmaschine oder den Knethaken des Handrührers gute fünf Minuten verkneten. Hefeteig mit Dinkelmehl neigt dazu, reichlich klebrig zu werden. Nicht wundern – das ist normal. Den fertigen Teig wieder mit einem Geschirrtuch bedecken – und 45 Minuten dort gehen lassen, wo´s schön warm ist. An der Heizung zum Beispiel. 
Jetzt den Teig nochmal ordentlich mit den Händen kneten. Wenn es zu sehr klebt, einfach Hände und Arbeitsfläche mit Weizenpuder (Mehl geht auch) bestäuben. Dann drittelt ihr den Teig. Rollt jedes Drittel zu einer etwa 50 cm langen Wurst aus. Aus diesen drei Würsten formt ihr nun einen Zopf und schließt die beiden Enden, so dass ein Zopfkreis entsteht. Der wandert nun aufs Backblech. Dinkelteig klebt nicht nur stärker, er hat auch die Eigenschaft, beim Backen etwas davon zu laufen. Daher hab ich einen Tortenring um den Zopf gelegt, um das Osterbrot in die Höhe wachsen zu lassen. Macht ihr den Hefeteig nur mit Weizenmehl, ist das nicht nötig.
Backt das Osterbrot bei 175° Umluft für etwa 45 Minuten. Nach etwa 15 Minuten bepinselt ihr das Ganze noch mit der Glasur, für die ihr Butter und Milch erwärmt und dann den Zucker darin auflöst. Das gibt dem Osterbrot eine wunderbar karamellig-buttrige Kruste.

Ich liebe das Brot lauwarm, mit etwas Butter und Heidelbeermarmelade. Aber auch etwas Honig ist köstlich dazu. Oder Clotted Cream und Erdbeerkonfitüre. Oder Mamas Quittengelee.

Und das Tollste: Es versöhnt auch den Lieblings-Ehemann mit der alt-flieder-farbenen Tortenplatte. 

Genießt den Tag!

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14 Kommentare

  • Antworten Schwarzwald Maidli 24. März 2013 at 8:52

    mmhh es sieht so lecker aus und das Rezept habe ich mir gleich abgespeichert! Am liebsten esse ich es mit Kirschmarmelade oder mit Honig. Lecker….
    Liebe Grüße
    s´Schwarzwald Maidli

  • Antworten feel wunderbar 24. März 2013 at 9:30

    Oh, dein Brot sieht so unglaublich lecker aus!
    Das werde ich unbedingt kommende Woche mal nachbacken 🙂
    Bei mir ist es wohntechnisch übrigens genau umgekehrt – erst shabby-lover und jetzt verbanne ich alles, was keinen Grafik-Print hat oder grau, weiß oder schwarz ist. (Bis auf ein paar Farbtupfer :))
    Hab einen schönen Sonntag!
    Allerliebste Grüße
    Vivienne

  • Antworten Anonym 24. März 2013 at 10:59

    Ein Königreich für ein Butterbrot.

  • Antworten Montag ist Backtag 24. März 2013 at 11:29

    Mjami! Das erinnert mich sofort an meine Kindertage, Ostern bei meiner Oma 😀

    • Antworten Seelenschmeichelei 25. März 2013 at 9:30

      Ja, mich auch. Oma knetete den Teig immer mit so viel Inbrunst, dass man das Gefühl hatte, das Haus stürzt gleich ein.

  • Antworten Anonym 24. März 2013 at 12:34

    Ich weiß immer gar nicht was mir besser gefällt, die leckeren Rezepte, die tollen Fotos oder die amüsanten Texte. 🙂 Gestern Abend hab ich übrigens dein Tuna Sashimi gemacht. Großartig!!
    Liebste Grüße,
    Catrin

  • Antworten Vera 24. März 2013 at 13:11

    Mwahaha, willkommen im Club! Ich musste sooo lachen, genau so ging es mir auch… in meiner alten Wohnung war alles schwarz-weiß, form follows function, Hochglanzpianolack und Stahl. Dann kam die Shabby-Phase… Weiß, Blümchen, Mynte. Wobei ich mich davon nun auch schon wieder ein wenig verabschiede, merklich angefixt von Eames Chairs und Schwarzweißgrau mit ein paar ALTFLIEDER-farbenen Akzenten – das kann man nämlich durchaus perfekt kombinieren!
    Tja, und die Haufen an Shootingrequisiten sind mir ebenso ein Dorn im Auge. Wo doch sonst Wegschmeißen und Geraderücken meine liebsten Hobbies sind. Aber schön, wenn das schnörkelige Familiensilber wieder zu Ehren kommt.
    Und was die Männer dazu sagen, darüber müssen wir uns glaub ich gar nicht erst unterhalten. Meiner lässt mich mittlerweile milde lächelnd gewähren, nur bei der holzwurmstichigen Palette, die unser Couchtisch werden sollte, da hat er gestreikt. Wie ich im Nachhinein einsehe, zu Recht.

    Jedenfalls – sorry für das viele Gelaber von mir, ich hab mich nur gerade so verstanden von dir gefühlt – das sieht nach dem leckersten Osterbrot überhaupt aus, so richtig fluffig und saftig, hefig-warm-weich, köstlich. Stilecht serviert mit Weckglas, ich sehe schon ;)) Und wie Catrin schon sagt, bei dir stimmt echt immer alles: Themen, Fotos, Texte. Hach, scheeee 🙂

    • Antworten Seelenschmeichelei 25. März 2013 at 9:35

      Eames Chairs! <3
      Ich träum ja immer noch von zwei Barcelona Chairs, die ich dann mit einem Knoll-Sofa, einem Lederflickenteppich und einem Wurzelholztisch im nicht vorhandenen Kaminzimmer arrangieren würde. *hust*

  • Antworten Karin 25. März 2013 at 9:30

    Das Brot sieht unglaublich lecker aus, ich glaube das probier ich dieses Woche noch aus! Hab ich gerade total Lust drauf. Ich bin ja sonst nicht so ein Heisshungermensch, zumindest war ich es nicht bevor ich schwanger wurde. Nun ist meine Kleine 1 Jahr alt und man sollte meinen der Heisshunger wäre schon lang wieder passé. Von wegen!

    Ich musste auch gerade lächeln bei deinem Post über das BLoggertum. Wie Recht du hast! Wobei ich sagen muss, ich versuch' mich da extrem zurückzuhalten. Ich würde auch am liebsten die ganze Zeit irgendwelchen Dekokrams kaufen, aber ich habe einfach keinen Platz dafür und nunja, es hat auch finanzielle Gründe. Ich investier meistens eher in süsse Kinderklamotten *hust*

    Liebe Grüsse und einen schönen Wochenstart!

  • Antworten Denise 8. März 2014 at 18:24

    Dieses Osterbrot sieht wirklich superlecker und fluffig aus.
    Es erinnert mich irgendwie an Brioche. Ist der Teig deines Osterbrotes dem des Brioches ähnlich?
    Dieses Rezept werde ich zu Ostern ausprobieren. Dazu mache ich Heidelbeermarmelade ♡

    Viele Grüße,
    Denise

    • Antworten Seelenschmeichelei 10. März 2014 at 19:51

      Liebe Denise,
      eine Brioche wär noch reichhaltiger, würde also mehr Eier und mehr Butter enthalten. Aber vom Prinzip her sind die Teige ähnlich.
      Viel Spaß beim Nachbacken!
      Conny

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