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{Chasing the Northern Lights} Nordlichter in Island

21. Oktober 2017

Nordlichter in Island | Aurora Borealis | Northern Lights | seelenschmeichelei.de

Es war einer dieser ganz großen Träume. Tanzende Nordlichter. So, so sehr hab ich mir gewünscht, dieses Himmelsspektakel einmal zu sehen. Am liebsten in Island. Deshalb sind wir dieses Jahr im Oktober hin. Dann, wenn die Nächte wieder dunkel und die Chance auf Aurora Borealis, so der wissenschaftliche Name der Polarlichter größer ist.

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Am vorletzten Tag, nach einer Woche mit viel Regen, viel Sturm und vielen Wolken, war er dann endlich da: Der Abend, an dem ein wolkenloser Himmel in Auto-Reichweite war. Und die Vorhersage gut, dass Sonnenwinde die Erde treffen. Wir haben also Kamera, Stativ, Handschuhe, Mütze und was Warmes zu trinken eingepackt – und sind bei Sonnenuntergang einfach losgefahren. Raus aus Reykjavik, dorthin, wo es klar ist. 

Das Tageslicht ist noch nicht ganz verschwunden, da nehmen wir das erste Mal einen grau-grünen Schimmer wahr. Sind das Nordlichter? Das sind Nordlichter! Ganz schwach, ganz diffus, aber unzweifelhaft vorhanden.

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Mein Herz tanzt jetzt schon so wie die Lichter erst in ein paar Stunden. Dem ersten Foto folgen drölfzigtausend weitere. Und als wir denken, die Show wäre vorbei und schon bis obenhin voll sind mit Staunen und Glück, da legt die Aurora nochmal richtig los.

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Und diesmal tanzen sie dann auch, die Nordlichter. Sogar mit bloßem Auge ist das zu sehen. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus, ich befürchte, mir ist nicht nur einmal ein höchst prolliges „ALDDDA!“ rausgerutscht. Nach weiteren 20 Minuten werden die Lichter schwächer, das Tanzen verschwindet. Komplett durchgefroren aber sehr glücklich steigen wir wieder ins Auto und fahren zurück nach Reykjavik.

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Was sind Nordlichter überhaupt?

Kurz gesagt: Die Sonne schleudert regelmäßig Sonnenwinde, also elektrisch geladenes Plasma aus. Treffen diese Sonnenwinde nun auf die Erde, werden sie dort durch unser Magnetfeld in Richtung der beiden Pole abgelenkt. Dort stoßen sie mit Sauerstoffteilchen (seltener auch mit Stickstoffteilchen) in unserer Atmosphäre zusammen und bringen diese Teilchen zum Leuchten. Sauerstoffteilchen leuchten grün (die häufigste Aurora Farbe), seltener auch rot. Stickstoffteilchen – und das ist noch seltener – leuchten violett.

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5 Fakten über Nordlichter

1. Die beste Reisezeit für Nordlichter in Island: Mitte September bis Ende März.

Nordlichter sind prinzipiell ganzjährig vorhanden. Sehen kannst du sie aber nur, wenn es dunkel genug ist. Das heißt für Island: Etwa zwischen Mitte September und Ende März. Wann die Polarlicht Show am Himmel genau startet und wann sie wieder endet, lässt sich nicht pauschal vorhersagen. Man sagt, dass zwischen 20 Uhr und 4 Uhr morgens die Chance auf Aktivität am höchsten ist.

2. Nordlichter siehst du nur, wenn es draußen dunkel und der Himmel wolkenlos ist.

Also: Raus aus besiedelten Gebieten mit viel Lichtverschmutzung! Je dunkler die Umgebung ist, desto besser kannst du das Schauspiel der tanzenden Lichter am Himmel beobachten. Ebenfalls entscheidend: Wenig bis gar keine Wolken.

3. Du musst keine „Nordlicht-Tour“ Tour buchen, um Nordlichter zu sehen.

Du hast ein Auto? Pack Handschuhe und Mütze ein, etwas Warmes zu trinken – und fahr einfach raus. Dorthin, wo es möglichst dunkel ist. Und möglichst wolkenlos. Eine organisierte Tour zu buchen, ist in meinen Augen Geldverschwendung. Denn die macht nichts anderes: Dich dorthin fahren, wo der Himmel klar und die Umgebung dunkel ist. Eine freie Sicht Richtung Norden schadet auch nicht. Übrigens war es mir für meine erste Nordlicht völlig egal, ob die Landschaft unterm Nordlicht auch noch spektakulär aussieht. Klar wären Nordlichter über der Gletscherlagune Jökulsarlon das Tüpfelchen auf dem i gewesen – aber ich finde, die Lichter sehen auch so schon atemberaubend genug aus.

4. Nutze Forecast Tools!

Die Vorhersage der Aurora App (für IPhone und Android verfügbar) war bei uns ziemlich zuverlässig. Auf vedur.is kannst du die Wolkenabdeckung sehen, einen stündlichen Aurora Forecast gibt´s auch.

5. Wenn du nur auf Nordlichter aus bist: Fahr nach Tromsö oder Abisko!

Die Winter auf Island sind feucht und der Himmel oft wolkenverhangen. Keine idealen klimatischen Bedingungen für die Nordlicht-Jagd – vor allem, wenn man nur ein paar Tage dort ist. Wenn du quasi eine Garantie auf Nordlichter haben willst, dann fahr nach Norwegen, nach Tromsö oder Abisko. Beides sind Orte mit wenig Feuchtigkeit und wenig Wolkenbildung – und du weißt ja: klarer Himmel = höhere Chance auf Nordlichter.

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Übrigens: Nicht jedes menschliche Auge nimmt Nordlichter gleich wahr. Weil wir Farben in der Dunkelheit nur begrenzt wahrnehmen, ist die Farbwahrnehmung von Polarlichtern oft individuell unterschiedlich. Während manche Menschen schon einen grünen Schimmer wahrnehmen, sehen andere nur ödes grau. Viel besser als das menschliche Auge kann übrigens ein Kamerasensor das Nordlicht wahrnehmen, auch dann, wenn es nur schwach leuchtet. Wenn du dir also nicht sicher bist: Ist das schon ein Nordlicht? Oder sind das nur Wolken? Dann mach am besten ein Probefoto.

Wie man Aurora Borealis nun am besten fotografiert, das zeig ich euch dann demnächst!

Genießt den Tag

Conny

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8 Kommentare

  • Antworten Andrea Wagner 21. Oktober 2017 at 16:35

    Ein wunderbarer Bericht über die Nordlichter, ich bin ganz begeistert!
    LG Andrea

    • Antworten Seelenschmeichelei 21. Oktober 2017 at 19:24

      Vielen Dank, liebe Andrea!

  • Antworten Bianca 21. Oktober 2017 at 19:02

    Hallo Conny,
    das ist ein so wundervolles Erlebnis. Ich hatte es Ende Februar und Anfang März diesen Jahres. Auch Duft Island. Und ich schaue schon wieder nach günstigen Flügen. Das Nordlicht macht Dichtigkeit. Übrigens hatten wir, bis auf den letzten Tag, eine ganze Woche trockenes Wetter, Schnee und Sonnenschein.
    Lieben Gruß
    Bianca

  • Antworten Bianca 21. Oktober 2017 at 19:03

    Oh nein….Ich habe leider nicht darauf geachtet was mein Handy geschrieben hat…

    • Antworten Seelenschmeichelei 21. Oktober 2017 at 19:25

      Gnihihihihi, dein Handy hat quasi sehr literarisch geschrieben.
      Wir planen auch schon die nächste Island-Reise… ein echtes Herzensland.

  • Antworten Katrin / soulsister meets friends 23. Oktober 2017 at 0:15

    liebe Conny,
    oder soll ich sagen „Aaaldaaa!“ … was sind das für Hammer-Fotos. Ich beneide dich und freu‘ mich, dass du uns an diesem Wahnsinns-Erlebnis teilhaben lässt. Die Nordlichter stehen ganz oben auf meiner bucketlist. Nach‘ deinen wunderschönen Fotos mache ich jetzt Feierabend … vielleicht träume ich ja vom Nordlicht?
    herzlichst Katrin / soulsister meets friends

    • Antworten Seelenschmeichelei 23. Oktober 2017 at 10:18

      Liebe Katrin,
      dann ab nach Island! Oder Norwegen! Das ist ein Spektakel, das einen sprachlos macht. Und ziemlich glücklich.
      Schöne Woche!
      Conny

  • Antworten Getting around 23. Oktober 2017 at 9:00

    Es sieht so schön aus. Danke

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