Reisen Südafrika

Autsch, ich hab Fernweh

26. Januar 2013

Damit wir uns nicht missverstehen. Ich mag den Winter. Wirklich. Knirschender Schnee, klirrende Kälte, Eisschollen, die auf der Elbe lang treiben, Frostwölkchen beim Ausatmen draußen, muckelige Stimmung drinnen, Kuscheldecke, heißer Ingwertee mit Ahornsirup, alles wunderbar. Aber ab und zu erwischt es mich. Meine Winterkrankheit heißt nicht Grippe, sondern Fernweh. Und die fang ich mir so regelmäßig ein, wie manch anderer einen Schnupfen. Wobei Fernweh natürlich das viel angenehmere Zipperlein ist. Man kann es sich nämlich ganz wunderbar mit einer Tasse heißem Ingwertee unter der Lieblingskuscheldecke gemütlich machen und ein bisschen in Urlaubserinnerungen stöbern.

Heute geht´s nach Afrika. Nach Südafrika, um genau zu sein. Wart ihr schon mal dort? Ich glaube, Südafrika ist eines der schönsten Länder, das ich je bereist habe. Was für Landschaften! Was für eine Tierwelt! Was für Weine! Was für zauberhafte Guesthouses mit noch zauberhafteren Gastgebern! 


Unsere Route:
Safari im Greater Kruger National Park – Gardenroute – Winelands – Cape Town

Starten wir in Cape Town. Gewohnt haben wir im zauberhaften Nine Flowers Guesthouse, mitten in der City Bowl. Wenn man wie wir zum allerersten Mal in Cape Town ist, ist das ein perfekter Ausgangspunkt für alle Erkundungen. 

Meine ganz persönlichen Cape Town Highlights:
Ein ausgedehnter Spaziergang durch die Kirstenbosch Botanical Gardens, die sind malerisch am Fuß des Tafelbergs gelegen. Was für eine Blumenpracht! 

De Waterkant. Eines DER In-Viertel, ist ein Paradies für alle, die´s hübsch mögen. Interior-Design Läden, Modeboutiquen, zauberhafte kleine Cafés, Delikatessenläden und dann diese Häuser! Hach. Ich bin immer noch verliebt.

Bo Kaap. Das malaiische Viertel liegt oberhalb der Citybowl und bezaubert ebenfalls mit einer ganz eigenen Atmosphäre und fröhlich-bunten Häusern. Nach Einbruch der Dunkelheit sollte man sich dort nicht mehr unbedingt aufhalten – aber tagsüber ist das kein Problem.

Hoch auf den Tafelberg! Das klingt jetzt einfacher, als es in Wirklichkeit ist. Denn die meisten Tage des Jahres ist der Table Mountain mit der charakteristischen Wolkendecke, dem „Tischtuch“ bedeckt. Daher lautet der Tipp der Capetownians: Sobald man den Tafelberg ohne Wolken sieht: Rauf! Egal, was man sonst für diesen Tag geplant hatte. Und am dritten Tag in Cape Town hatten wir dann auch endlich Glück. Strahlender Sonnenschein. Kein Wölkchen. Und natürlich Tausende anderer Touristen in der Warteschlange der Bergbahn. Daher unbedingt die Tickets für die Cable Car vorab online buchen, dann schlendert man ganz entspannt an hunderten Metern Warteschlange vorbei und ist binnen einer halben Stunde oben. 

Früh aufstehen und die klassische Kaprunde machen, als die gesamte Kap-Halbinsel erkunden. Man verlässt die Stadt Richtung Muizenberg / Kalk Bay mit seinen berühmten bunten Umkleidehäuschen am Strand.

Weiter geht´s nach Boulder´s Beach in Simons Town, wo Südafrikas einzige Pinguin-Kolonie lebt. Lustige kleine watschelnde Brillenpinguine, die man von hölzernen Walkways aus wunderbar beobachten kann.

Über die malerische Küstenstraße geht´s weiter zum Cape of Good Hope National Park. Vom Cape Point, einem Kliff am Südende der Kap-Halbinsel hat man während einer kurzen Wanderung überwältigende Ausblicke auf das Cape of Good Hope und den restlichen National Park. Dass dort atlantischer und indischer Ozean zusammen fließen, stimmt zwar nicht so ganz (wenn man´s ganz genau nimmt, passiert das bei Cape Agulhas, dem südlichsten Punkt Afrikas), das tut dem Erlebnis Cape Point aber keinen Abbruch.

Das Spektakulärste am Cape of Good Hope, dem südwestlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents, ist dagegen eindeutig seine Geschichte. 
Im weichen Nachmittagslicht geht es über den wildromantischen Chapman´s Peak Drive, angeblich eine der gefährlichsten Küstenstraßen der Welt zurück Richtung Cape Town. 

Wer nicht nur dem Auge, sondern auch dem Gaumen eine Freude machen will, der besucht am besten zuerst das Weingut Vergelegen in Sommerset West. Wunderhübsche Häuser im kapholländischen Stil, erstklassige Weine – hinfahren und genießen! 

Krönender Abschluss unseres Cape Town Aufenthalts war ein Abendessen im La Colombe, malerisch auf dem stadtnahen Weingut Constantia gelegen. Das Tolle bei südafrikanischen Gourmet-Restaurants: Die Küche ist zwar gehoben – die Atmosphäre jedoch wunderbar locker, relaxed und ohne den Stock im Allerwertesten, der einem in europäischen Restaurants manchmal begegnet. Wer gerne genießt, wird das La Colombe lieben. Hingehen und glücklich werden!

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4 Kommentare

  • Antworten curvyglam 17. Februar 2013 at 16:40

    Hi..wir waren auch schon in Südafrika; im November 2011 und ich zehre jetzt noch davon! Das war so ein unglaublich toller Urlaub… das Land ist ganz zauberhaft, genau wie seine Einwohner, Tiere, Landschaften…einfach alles!! Bei den Bildern krieg ich sofort wieder Fernweh!!!
    Viele Grüße aus Hamburg, Astrid

  • Antworten HaseundFlo 6. April 2013 at 19:14

    Ein wunderschöner Bericht über Südafrika, ich habe jetzt alle Posts dazu gelesen. Meine Sehnsucht wächst ins Unermessliche, wir waren vor 2 Jahren dort und ich habe mich sofort in dieses Land verliebt. Wir sind damals in Kapstadt gestartet und sind mit dem Auto über die Winelands, Kleine Karoo, Garden Route bis nach Port Elizabeth gefahren. Höhepunkt am Ende der Addo Elephant Park. Eine traumhafte Reise, die ich nie vergessen werde und die wir, wenn alles klappt nächstes Jahr wiederholen möchten.

    LG Verena

  • Antworten like a piece of New York Cheesecake 17. November 2013 at 13:13

    Wir starten nächste Woche nach Kapstadt – hui, bin ich aufgeregt! Und wenn ich deine Berichte so lese, glaube ich, das könnte ganz gut werden 🙂

    Viele Grüße
    Carina

  • Antworten Naschkatze 25. Dezember 2013 at 9:45

    Was für herrliche Bilder! Ich war schon zwei Mal in Kapstadt, aber wenn ich deinen Artikel lese, merke ich, wie wenig ich bisher von diesem traumhaften Land gesehen habe und wie viel ich dort noch gerne sehen würde! Danke für die dicke Portion Fernweh, so was braucht man einfach in unserem grauen trostlosen Winter hier! =)
    liebe Grüße
    Judith

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