Island Reisen

{Amazing Iceland} Von Akureyri nach Snaefellsnes

26. November 2017

Island Reisebericht 2017 | seelenschmeichelei.de

Heute ist Fahrtag. Fast 400 Kilometer liegen vor uns. Das klingt vielleicht nicht viel, wenn man an einen Roadtrip durch die USA denkt. Für Island ist das eine ellenlange Strecke. Schon allein deshalb, weil man hinter jeder Kurve anhalten will, um ein Foto zu machen. Von den ganzen Highlights, die links und rechts der Ringstraße warten, mal ganz zu schweigen. Und dennoch: Auch das Fahren ist in Island ein Erlebnis. Weil die Landschaft ständig wechselt. Weil du nie weißt, wann wieder mal Ziegen, Schafen oder Pferde auf der Straße stehen. Und weil die Straßen – zumindest hier im Norden – wunderbar leer sind.

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Akureyri verabschiedet uns mit Regen. Und mit Herz. Ich mein, wie toll sind denn bitteschön diese Ampeln? Ich glaub, das ist der einzige Ort auf der Welt, an dem ich sehnsüchtig darauf gewartet habe, dass es endlich Rot wird. 

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Unser erster Stopp liegt auf der Halbinsel Vatnsnes: Der Basaltfelsen Hvítserkur ragt ziemlich dekorativ in den grauen Himmel. Sein Name bedeutet „weißes Nachthemd“ – und kommt vom vielen weißen Vogelkot Sprenkeln, die den Felsen bedecken.

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Als Nächstes geht´s zum Kolugljúfur, einem fotogenen und wenig besuchten Wasserfall, der über eine gut zu fahrende Gravel Road erreichbar ist. Langzeitbelichtungen kann ich hier vergessen, es regnet zu stark. Wieder einmal bin ich ziemlich froh über meine Regenhose.

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Je weiter wir nach Westen kommen, desto schwächer wird der Regen. Bevor wir die Ringstraße Richtung Snaefellsnes verlassen, machen wir noch einen Abstecher zum Glanni Wasserfall. Es mag spektakulärere Wasserfälle geben, aber einen kurzen Besuch ist der Glanni auf jeden Fall wert.

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Nur ein Stück die Straße runter entdecken wir dann – wieder einmal – das typische Straßensymbol, das auf eine Sehenswürdigkeit hinweist. Kurz Herrn Google befragt: Es ist der Grábrók. Ein Vulkansystem aus drei Kratern, das vor etwa 3.600 Jahren entstanden ist. Eine kurze Wanderung führt durch eine wunderschöne Vegetation zum Kraterrand empor. Mose, Flechten und Heide wachsen auf der schwarzen Lava. Kein Wunder, dass das Grábrókarhraun schon seit 1962 unter Naturschutz steht.

Unser Auto sieht mittlerweile aus, als wären wir nicht über, sondern direkt durch den Schlamm gefahren. Mich beschleicht der Gedanke, dass Hertz die merkwürdig goldene Schlammfarbe des Kia nicht umsonst ausgewählt hat… Gottseidank haben die meisten Tankstellen Wasserschläuche, mit denen man den ganzen Dreck ratzfatz wieder vom Auto spülen kann.

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Es geht ein kleines Stück zurück auf der Ringstraße, dann fahren wir über die 60 zur 54. Diese nördliche Route auf die Snaefellsnes Halbinsel ist landschaftlich in meinen Augen viel, viel schöner als die etwas langweilige Südroute, auch wenn sie zum großen Teil aus einer Schotterpiste mit vielen Einbreid Brus, den tpyisch isländischen einspurigen Brücken besteht. Vorfahrt hat übrigens immer der, der die Brücke zuerst erreicht.

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Ein paar Kilometer später dann: Ein Regenbogen. Und davor: Pfeeeerde. Islandpferde. Don´t call them ponys. Es sind nämlich keine. Irgendwo im Nirgendwo stehen zwei sehr zutrauliche – und sehr nasse – Exemplare ihrer Art. Zum Dank für Pferde-Selfies (<- ja, auch ich hab Pferde-Selfies gemacht. Aber das verratet ihr keinem, okay?) verfüttern wir ihnen unser morgiges Frühstück, eine Packung Knäckebrot. Dafür leckt uns die dunkelbraune Stute dann auch die Scheibe sauber, ähm, dreckig.

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Wir verplempern ordentlich Zeit – und so ist es schon dunkel, als wir endlich Snaefellsnes erreichen. Bevor wir im Fosshotel Hellnar einchecken, geht´s zum Essen nach Grundarfjördur. Im Bjargarsteinn Mathús gibt´s ganz, ganz wunderbare isländische Hausmannskost. Die Karte ist liebevoll per Hand gezeichnet, der Service umwerfend – und das Essen auch. Definitiv ein Lieblingsrestaurant.

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Nachdem es uns letztes Jahr im Hotel Budir nur so halbgut gefallen hat, übernachten wir dieses Jahr im Fosshotel Hellnar. Unbedingt die bessere Zimmerkategorie buchen, die paar Euro Aufpreis sind gut investiert. Unser Zimmer war riesig, stylish, gemütlich – wunderbar. Genauso wie das Frühstück am nächsten Morgen.

Sjáumst!

Conny

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2 Kommentare

  • Antworten Fee ist mein Name 26. November 2017 at 16:27

    Deine Fotos sind wie immer der Hammer! Schleppst du eigentlich überall dein Stativ hin? Meine Landshaftsaufnahmen haben nämlich nicht mal annähernd diese Qualität. Und was für ein Stativ hast du eigentlich?

    • Antworten Seelenschmeichelei 28. November 2017 at 11:14

      Daaaaankeschön, stimmt aber nich. Ich liebe deine Fotos. ALLE.
      Gnihihihi, nein, ICH schleppe mein Stativ nicht überall mit hin. Das macht der Gatte. Der trägt geduldig Stativ und ND-Filter und Objektive und erträgt meine dauernde Fotografiererei mit einer Engelsgeduld. Ich hab n Manfrotto BeFree Carbon, das ist schön leicht. Für sehr windige Tage ist es allerdings nicht zu empfehlen, da wackelt es ganz schön.

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