Island Reisen

{Amazing Iceland} Up North

13. Oktober 2016

Huch, beinahe hätten wir sie überfahren, die erste rote Ampel nach über einer Woche mitten in der Natur. Dabei macht Ampelstehen in Akureyri, der größten Stadt des Nordens, fast schon Spaß. Das rote Licht hat da nämlich Herzform.

Island Reisebericht | seelenschmeichelei.de

Eine hübsche Fußgängerzone, eine sehenswerte Kirche, das Haus von Nonni-Autor Jón Sveinsson – Akureyri kann man gut in einem halben Tag erkunden. Einen Abstecher wert ist der Museumshof von Laufás – hier sieht man eindrucksvoll, wie spartanisch das Leben im Land von Feuer und Eis früher war.

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Kulinarisches in und um Akureyri

Auf der Suche nach Sonne erkunden wir durch das Hinterland von Akureyri – und stoppen an einem vielversprechenden Schild: Homemade Farmhouse Icecream. Ein Eis bei 8°C und Nieselregen? Her damit! Wir schlecken Blaubeer-Skyr-Eiscreme, spielen mit der Katze mit dem vielsagenden Namen „Monster“ – und kommen mit Isgerd, dem Farmer ins Gespräch. Als ich ihm freudig erzähle, wie viel besser mir der isländische Skyr schmeckt, schnaubt er nur unwillig. Weil: Supermarkt-Skyr hat nichts, aber auch gar nichts mit dem hausgemachtem Skyr zu tun, wie er ihn noch herstellt. Ob wir probieren wollen? Das lassen wir uns nicht zweimal sagen. Und lässt uns Isgerd einen Blick in seine kleine Produktion werfen – und seinen Skyr probieren. Was soll ich sagen? Das ist eine ganz andere Liga, als der Supermarkt-Skyr. Viel reichhaltiger, sahniger, vielschichtiger im Geschmack. Das liegt auch daran, dass jede neue Charge Skyr immer mit etwas Alt-Skyr vom selben Hof „geimpft“ wird. Deshalb spiegelt Skyr immer auch den Charakter des örtlichen Klimas und der Farm wieder, auf der er entsteht.

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Wer in Akureyri richtig, richtig, richtig gut Essen gehen will, der muss ins Strikid. Traditionelle isländische Zutaten wie Lamm, Rentier – oder auch Papageientaucher werden hier modern und kreativ neu interpretiert. Wir nehmen das Signature Menü – und sind begeistert.

Zurück im Hotel treffen wir später auf eine Gruppe ziemlich angeheiterter Isländerinnen, die uns mit auffordert, unbedingt jetzt in den Botanischen Garten zu gehen. Ehem, wie bitte? Es ist 22 Uhr und es regnet. Ich habe die netten Mädels erst im Verdacht, uns ordentlich auf den Arm zu nehmen – dann siegt aber doch die Neugier. Zum Glück! Denn wir geraten mitten rein ins Akureyri Town Festival. Der Botanische Garten ist romantisch illuminiert, Bands spielen, Chöre singen isländische Volkslieder – und über allem liegt ein ganz besonderer Zauber. Erst als wir bis auf die Knochen nass sind, laufen wir zurück ins Hotel.

Siglufjörður – die nördlichste Stadt Islands

Es regnet immer noch, als wir Akureyri am nächsten Tag verlassen. Ziel ist Siglufjörður, die nördlichste Stadt Städtchen Islands. Und auch eines der schönsten. Der Weg dorthin führt uns durch einen einspurigen Tunnel – beim ersten Mal fühlt es sich einigermaßen seltsam an, den zu durchfahren. Absolutes Must See in Siglufjörður ist das Herings-Museum. Es zeugt vom kometenhaften Aufstieg Siglufjörðurs während der Boomjahre der Heringsfischerei – und von seinem tiefen Fall, als der Hering plötzlich ausblieb, Fabriken geschlossen werden mussten und der Ort in einen regelrechten Dornröschenschlaf fiel. Heute hat Siglufjörður einen ganz eigenen Charme. Wenn die Uhren in ganz Island langsamer ticken – hier scheinen sie geradezu still zu stehen. In Siglufjörður übernachtet man am allerbesten im Siglunes Guesthouse, einem wahnsinnig charmanten kleinen Hotel mit sehr designig und individuell eingerichteten Zimmern und einer ziemlich coolen Bar.

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Museumshof Glaumbær: Leben wie im 19. Jahrhundert

Noch ein sehenswerter Museumshof, den du auf gar keinen Fall verpassen solltest: Glaumbær, ein wohlhabender Pfarr- und Kirch-Hof mit 13 Räumen, die sich auf 6 miteinander verbundene Torfhäuser verteilen. Ein Abstecher führt uns zur Víðimýrarkirkja, einer von nur noch sechs erhaltenen Torkirchen Islands.

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Hofsós: Infinity Pool über den Klippen

Die Isländer haben ja ziemlich viele ziemlich schöne Hot Pots und Schwimmbäder. Das von Hofsós zählt vielleicht zu den schönsten des Landes: Eine Art Infinity-Pool mit Blick auf den Fjord. Da macht es gar nichts, dass die Luft gerade mal 9°C hat. Eine gute Stunde lang lassen wir uns im heißen Wasser aufweichen, bevor wir uns auf den Weg zurück nach Siglufjörður machen.

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Morgen verabschieden wir uns dann vom Norden – und machen uns auf in den Westen Islands, auf die Halbinsel Snæfellsness.

Sjáumst!

Conny

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2 Kommentare

  • Antworten Jill 13. Oktober 2016 at 22:07

    Hallo Conny,

    was für ein schöner Beitrag! Island steht schon lange auf meiner Must-See Liste. Die Bilder sind wunderschön, genau wie dein Video 🙂 Jetzt bekomme ich wieder Reisefieber…

    Liebe Grüße
    Jill

    • Antworten Seelenschmeichelei 14. Oktober 2016 at 10:09

      Liebe Jill,
      da gibt´s wohl nur ein einziges Heilmittel für dein Reisefieber: Hin da! Ich muss dich allerdings warnen – es kann gut sein, dass der Island-Virus dann vollends zuschlägt und du immer wieder da hin willst. 😀
      Schönes Wochenende
      Conny

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