Island Rezepte

{Amazing Iceland} Die Vulkanzone im Norden

8. Oktober 2016

Island Reisebericht | seelenschmeichelei.de

Nebel und Nieselregen begleiten uns auf dem Weg in die Ostfjorde. Heute ist Fahr-Tag. Die Panorama-Straße mit dem phänomenalen Ausblick erledigt sich wetterbedingt von selbst – und so fahren wir einfach die Fjorde entlang. Entdecken Schwäne im Álftafjördur. Wandern durch blühende Heidefelder zu einem kleinen Wasserfall. Und schließen eine so innige wie kurze Freundschaft mit einem Hund, der mehr Interesse an Streicheleinheiten als am Schafehüten hat. Apropos Schafe. Die gibt´s in Island an jeder Ecke. Und potenziell auch auf jeder Straße.

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Auf der Suche nach Sonne fahren wir zwei Fjorde weiter und finden sie in Seyðisfjörður. Was für ein unglaublich zauberhafter Ort ist das denn bitte? Zur bilderbuchhübschen Kirche führt doch tatsächlich ein Weg in Regenbogenfarben! Wir schlendern glücklich lächelnd durch den Ort mit seinen bunten Häuschen und essen den besten Kuchen des ganzen Trips bei Aldan.

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Im idyllischen Fosshotel Eastfjords im Franzosenfjord, dem Fáskrúðsfjörður, haben wir dann etwas später schlecht gegessen und gut geschlafen.

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Ab in die aktive Vulkanzone

Weil die Wettervorhersage für heute gut ist, fahren wir früh los und packen wir uns den Tag bis obenhin voll. Auf dem Weg zum Myvatn, dem Mückensee, lassen wir die asphaltierte Ringstraße ein Stück lang links rechts liegen und fahren die Möðrudalsleið, eine gut befahrbare Gravel Road. Spätestens jetzt versteht man, warum die NASA ihre Astronauten hier in Island für die Mondlandung trainieren ließ.

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Die Landschaft ist atemberaubend. Steinwüste, soweit das Auge reicht. Und dann, als wir ein Stück gehen: Eine fast unwirkliche Stille. Nichts, aber wirklich gar nichts ist hier zu hören. Stundenlang könnte ich auf die Steine starren – aber wir wollen weiter. Zum Dettifoss, dem nächsten berühmten Wasserfall auf unserer Liste. Wir nehmen die östliche Zufahrt über eine krass staubige Gravel Road – und werden durch einen atemberaubenden Blick auf den Dettifoss belohnt.

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Wir hüllen uns wieder in eine Staubwolke (dieser Staub! Der kommt sogar durch die Lüftungsschlitze und setzt sich wirklich überall fest!) und fahren weiter Richtung Norden zum Asbyrgi Canyon. Der hat seine Hufeisenform der Legende nach von Odins Pferd Sleipnir verpasst bekommen. Ehrlich gesagt fand ich Asbyrgi underwhelming – den mindestens 2-stündigen Abstecher hätten wir uns sparen können.

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Wo die Erde pupst

Auf der anderen Seite des Flusses Jökulsá á Fjöllum, der auch den Dettifoss speist, holpern wir zurück zur Ringstraße, Richtung Myvatn. Hier sind wir dann auch wieder in der aktiven Vulkanzone, die Island von Südwesten nach Nordosten durchzieht. Schon von weitem sehen wir Dampfsäulen aufsteigen. Wo man hinguckt, brodelt, spuckt und sprudelt es. Wir fahren hoch zum Vulkan Krafla, als ich mal kurz meinen Augen nicht traue: Direkt neben der Straße steht eine Freiluft-Dusche. Eine heiße natürlich, schließlich sind wir im Geothermalgebiet. Wir wandern durch die aktive Vulkanspalte von Leirhnjúkur mit ihren noch warmen Lavafeldern. Die markierten Wanderwege verlässt man daher besser nicht. Dann geht´s am geothermalen Kraftwerk vorbei rüber zum Viti Krater mit seinem petrolfarben leuchtenden Wasser.

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Direkt auf der anderen Seite der Ringstraße liegt das Hochtemperaturgebiet Hverarönd am Fuße des Vulkans Námafjall. Fumarolen (=Dampfaustrittsstellen), Solfatare (= nach Schwefeldampf stinkende Dampfaustrittstellen) und blubbernde Schlammtöpfe überziehen das Gebiet. Die Erde pupst hier ununterbrochen übelriechend vor sich hin, während wir meditatives Schlammblubberblasenwatching veranstalten. Seitdem spiele ich mit dem Gedanken, unser Schlafzimmer dunkelgrau zu streichen.

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Wo Elfen und Trolle wohnen

Nächstes Ziel sind die bizarren Lavaskulptuen von Dimmuborgir. Die Isländer halten sie für den Wohnort von Elfen und Trollen – ich würde ihnen auf gar keinen Fall widersprechen wollen. Asphaltierte und markierte Wege führen durch Dimmuborgir, sodass man hier eher das Gefühl von Museum als von Wildnis hat. Ums Eck von Dimmuborgir erhebt sich ein Tuffring-Krater wie aus dem Bilderbuch: Hverfjall sieht genauso aus, wie man sich einen Krater vorstellt. Und vorstellen müsst ihr euch den jetzt auch – die Bilder davon sind nämlich… ihr wisst schon.

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Myvatn heißt übersetzt „Mückensee“ – und das aus gutem Grund. Drölfzig Trillarden winziger Mücken stehen über dem See und an seinen Ufern. Auch wenn die Viecher nicht stechen – sie nerven. So machen wir die Autotür nach einem kurzen Fotostopp ganz schnell wieder zu – unnötig zu erwähnen, dass es trotzdem ein Dutzend Viecher in den Innenraum geschafft haben.

Wo Jon Snow seine Unschuld verlor

Gleich ums Eck wartet dann auch schon das nächste Highlight. Zumindest für Game of Thrones Fans. Erinnert ihr euch noch an die Szene, in der Ygritte Jon Snow verführt hat? Das hat sie hier gemacht, in der Grjótagjá.

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Eine kleine Höhle mit einem See, dessen Wasser durch geothermische Aktivität gemütliche 43°C hat. Das Baden ist dort seit einiger Zeit aber leider verboten.

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Als wir den Myvatn Richtung Akureyri verlassen, schlägt das Wetter dann auch wieder um. Total groggy lass ich mich vom Mann noch zum Godafoss schieben, dem Wasserfall der Götter, der wirklich irre sehenswert ist. Allein – nach 14 Stunden unterwegs und 20 gelaufenen Kilometern finde ich die Aussicht auf ein warmes Abendessen und ein kaltes Bier gerade deutlich attraktiver als die auf den drölfzigsten Wasserfall. My bad.

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Wir checken noch schnell im sehr empfehlenwerten (aber auch wieder völlig überteuerten) Icelandair Hotel Akureyri ein, bevor wir unsere müden Knochen zur Hamborgarafabrikkan schleppen und dort einen 1a Burger und die besten Sweet Potato Fries ever verputzen. Cooler Laden. Sogar für Menschen wie mich, die Burger nur ab und an mögen.

Warum uns betrunkene Isländerinnen Nachts in den Botanischen Garten schickten und wo man echte Isländische Farmhouse Icecream bekommt, das verrat ich euch beim nächsten Mal.

Sjáumst!

Conny

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5 Kommentare

  • Antworten Tatjana 8. Oktober 2016 at 19:10

    Wunderschöne Fotos! Für uns gehts nächstes Jahr nach Island. Bin schon total gespannt!
    Liebe Grüße
    Tatjana

    • Antworten Seelenschmeichelei 10. Oktober 2016 at 13:37

      Oh, wie toll. Auch einmal rund rum?

      Liebe Grüße
      Conny

  • Antworten eLLy coloured Wonderland 11. Oktober 2016 at 17:03

    Liebe Conny,
    Also dafùr dass so viele Fotos am A**** sind,
    Hast du trotzdem ganz schön viele Wunderschöne!
    Sieh es mal positiv, du muss jetzt weit nicht so viele aussortieren und sparst dir dadurch ne Menge Arbeit ; )
    Ich hab mich im letzten Urlaub bereits während des Fotografierens ein kleines bisschen gehasst, weil ich ja genua wusste,
    Wer das dann alles aussortieren darf…
    Liebe Grüße,
    eLLy

    • Antworten Seelenschmeichelei 12. Oktober 2016 at 14:28

      Liebe eLLy,

      ganz ehrlich? Das hab ich mir kurzzeitig auch schon gedacht… Aber jetzt werden die Bilder wirklich rar – ich hab in diesem Post ja schon Handyfotos eingebaut. Der nächste Post ist dann SEHR textlastig. Und dass der allergeilste Sonnenuntergang ever für ever lost ist, das nervt mich immer noch. Andererseits fahr ich da einfach nochmal hin und hol alle Bilder nach. So.

      Auch liebe Grüße
      Conny

  • Antworten Christian Heinen 18. Oktober 2016 at 19:25

    Danke Conny für die Eindrücke! Die Dampfsäulen sind fast bis zu mir auf die Couch gekommen 😉
    A Propos tolle Fotos…herzlichen Glückwunsch zu Deinem 2. Platz! Riesen Respekt!
    Liebe Grüße , christian

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